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Zell am Harmersbach | 12.12.2018

Stadt befürwortet die Einrichtung eines Waldkindergartens

Die Betreuungskapazitäten werden damit erhöht und die gesetzlichen Vorgaben können erfüllt werden – Es gab auch kritische Stimmen

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Für die Einrichtung eines Waldkindergartens soll im Eckwald auf einer Lichtung in der Nähe des Wasserhochbehälters eine Schutzhütte erstellt werden. Dies ist dort ohne große Eingriffe in den Wald möglich. Foto: Grafik: Stadt Zell
von Hanspeter Schwendemann

Mit breiter Mehrheit stimmte der Zeller Gemeinderat am Montagabend der Einrichtung eines Waldkindergartens zu. Auch die geforderte Schutzhütte soll nach dem Erhalt der geforderten Genehmigungen im Jahr 2019 gebaut werden. Damit schafft die Stadt Zell neben den vier bestehenden städtischen Kindergärten ein weiteres Betreuungsangebot.

Foto: Grafik: Stadt Zell
Für die Einrichtung eines Waldkindergartens soll im Eckwald auf einer Lichtung in der Nähe des Wasserhochbehälters eine Schutzhütte erstellt werden. Dies ist dort ohne große Eingriffe in den Wald möglich.
Foto: Grafik: Stadt Zell
Foto: Grafik: Stadt Zell
Der geplante Waldkindergarten kann zwei Gruppen bis maximal 20 Kinder aufnehmen. Vorgesehen ist eine Betreuungszeit an fünf Tagen je Woche mit je sechs Stunden.

Zahlreiche Eltern, teilweise mit ihren Kleinkindern, verfolgten am Montagabend die Beratung im Zeller Gemeinderat. Unter den Zuhörern waren auch die beiden Erzieherinnen Claudia Sapparth und Renate Buchholz, die seit Anfang Oktober eine Waldspielgruppe am Hochbehälter am Eckwald betreuen.

Bürgermeister Günter Pfundstein erinnerte daran, dass der Gemeinderat im April 2018 der Einrichtung einer Waldspielgruppe zugstimmt hat. Dort können 10 Kinder im Alter von zwei bis drei Jahren aufgenommen werden. Zeitgleich wurde der Entwicklung eines Waldkindergartens im Grundsatz zugestimmt. »Persönlich unterstütze ich dieses Vorgehen. Es gibt aber auch kritische Stimmen«, stellte Bürgermeister Pfundstein der Beratung im Gemeinderat voraus.

Nach dem Erteilen der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörde wurde am 1. Oktober der Betrieb der Waldspielgruppe aufgenommen. Aufgrund einer fehlenden Schutzhütte wurde die Gruppe auf maximal fünf Kinder beschränkt. Von den Erzieherinnen wurde in Eigenleistung ein Bauwagen als Provisorium hergerichtet. Dieser darf aber nur auf die Dauer von drei Monaten betrieben werden. Bürgermeister Pfundstein stellte auch die Kosten dar. Bei einer Vollbelegung der Gruppe mit zehn Kindern müsse die Stadt Zell ein jährliches Defizit von 12.671 Euro tragen, was rund 1300 Euro je Kind bedeute.

Große Nachfrage nach einem Waldkindergarten

Nun wird als nächster Schritt die Konzeption für den Waldkindergarten erstellt. Diese soll bis September 2019 abgeschlossen sein. Damit könnte der Übergang der Kinder aus der Waldspielgruppe in den Waldkindergarten gewährleistet werden. Im Waldkindergarten können die Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren aufgenommen werden. »Für die Aufnahme in den Waldkindergarten wurden bei der Stadt schon 21 Kinder registriert«, berichtet Bürgermeister Pfundstein von einer großen Nachfrage.

Er informierte auch, dass die Stadt in ihrer Aprilsitzung von einem jährlichen Defizit von 26.500 Euro ausgegangen sei. Nun sei aber ein Defizit von 69.228 Euro zu erwarten. Um den Waldkindergarten betreiben zu können, soll beim neuen Wasserhochbehälter am Eckwald eine Schutzhütte gebaut oder ein gleichwertiger Bauwagen aufgestellt werden.

Bei der Abwägung aller Vor- und Nachteile habe sich herauskristallisiert, dass der Bau einer Schutzhütte deutliche Vorteile biete. Unter der Mithilfe der Eltern soll die Schutzhütte in Holz-Lehmbauweise erstellt werden. Die Kosten belaufen sich auf rund 70.000 Euro zuzüglich Inventar mit ca. 14.000 Euro. Die Investitionen werden vom Land mit 70 Prozent bezuschusst.

Bedarfsgerechtes Angebot schaffen

Bürgermeister Pfundstein und Hauptamtsleiter Ludwig Börsig informierten, dass das Platzangebot in den vier städtischen Kindergärten weitgehend ausgeschöpft sei. Der Waldkindergarten sei ein bedarfsgerechtes Angebot und damit nicht zuletzt ein wichtiger Standortfaktor für die Stadt Zell. Bundesweit gebe es bereits 1500 Waldkindergärten. Durch die vier Kindergärten entsteht der Stadt Zell ein Defizit von rund 1,5 Millionen Euro jährlich, was rund 5200 pro Platz beträgt.

»Der Bedarf ist da und soll gedeckt werden«, betonte Gemeinderat Hannes Grafmüller. Die Schutzhütte solle allerdings nicht in Eigenleistung sondern mit Handwerkern errichtet werden, die auch die entsprechende Gewährleistung übernehmen. Gemeinderat Armin Reber lenkte den Blick auf den Waldorf-Kindergarten in Gengenbach, der dort inzwischen die erfolgreichste Einrichtung sei. Konkurrenz könne auch bei den Kindergärten nicht schaden. »Wir schaffen ein gutes, zusätzliches Angebot«, bezog Gemeinderätin Sybille Nock Stellung.

Gemeinderat Ludwig Schütze stellte fest, dass die Debatte über die Einrichtung eines Waldkindergartens viele Seiten habe: eine pädagogische, eine emotionale und eine gesetzliche. Als Gemeinderat wolle er aber nur auf die Aufgabe der Stadt Zell eingehen, die ihre Aufgaben stets erfüllt und Kindergärten in extrem guter Qualität zur Verfügung stelle. Die jährlichen Zuschüsse seien innerhalb weniger Jahre von jährlich einer Million Euro auf jetzt 1,5 Millionen gestiegen. Mit dem Waldkindergarten würden die Kosten weiter steigen. »Die finanziellen Folgen liegen noch nicht auf der Hand«, kritisierte Gemeinderat Schütze. Er warf auch die Frage auf, ob eine städtische Trägerschaft nicht besser wäre als die durch die AWO. Diese Haltung nahm auch Gemeinderat Martin Teufel ein. Die Fakten seien noch nicht ausreichend, um den weitreichenden Beschluss tragfähig fassen zu können. Gemeinderat Gottfried Lehmann bezweifel-
te, dass die veranschlagten 69.000 Euro für den Bau der Schutzhütte ausreichen.

»Wir richten einen fünften Kindergarten ein und der gehört zur Stadt Zell«, sagte Gemeinderat Thomas Dreher. Grundsätzlich befürwortete er den Waldkindergarten, der den Eltern zukünftig eine neue Möglichkeit für die Kinderbetreuung eröffnet. Am Ende der Aussprache stimmte der Zeller Gemeinderat bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung der Einrichtung eines Waldkindergartens mit breiter Mehrheit zu.

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