Traditionell sorgte ein Theaterstück im Anschluss an das Neujahrskonzert für höchst vergnügte Lacher und eine Schätzfrage für drei glückliche Gewinner.
Foto: Inka Kleinke-Bialy
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Foto: Inka Kleinke-BialyAuf das Konzert des Gesangvereins „Frohsinn“ folgte wie üblich ein humoriges Theaterstück der Laienschauspielgruppe. Unter der Leitung von Karoline Klumpp und Sarah Huber war es diesmal der Einakter „D(r)amen an der Friedhofsmauer“, der die voll besetzte Reichstalhalle am Abend des Neujahrstages zum Lachen, vor Vergnügen teils gar zum Kreischen brachte.
Lautes Gezeter in der Theaterloge 13. „Mein Gott, bei dir blamiert man sich doch wo man geht und steht“, macht Griselda (Kathrin Lehmann) ihrem Ehemann Heinrich (Marek Brucher) nach allen Regeln der Kunst die Hölle heiß. Wie üblich offenbar, wie dessen betont ungerührten Reaktionen zeigen. Ganz egal, ob er als dumm oder rundherum unfähig bezeichnet wird. Obendrein bezichtigt ihn das holde Eheweib, eine Geliebte zu haben, weiß diese auch genauestens zu beschreiben.
Eine adrette junge Frau (Lara-Marie Schwarz), auf die eben jene Beschreibung zutreffen könnte, nimmt neben Heinrich Platz. Griselda erkennt keine Ähnlichkeit, das Publikum jedoch ist klüger als sie, die von ihrem Gatten langmütig als „Herzblatt“ bezeichnet wird. Die Griselda unbekannte junge Frau konstatiert, „Heißt es erst mal ´Herzblatt`, ist das Herz platt“ und bietet Griselda Pralinen an. Diese greift fleißig zu. Ihre Tiraden aber enden erst, als das eigentliche Theaterstück beginnt.
Witwentratsch
Das handelt von Elisabeth (Annette Schwarz) und deren Freundin Käthe (Sarah Huber), die sich an den Gräbern ihrer verflossenen Ehemänner treffen. Bei Elisabeth sind es derer gar vier. Dass sie mit dem Gießen von vier Gräbern viel Arbeit habe; wird sie von Käthe bedauert. „Ach was“, winkt die vierfache Witwe ab, „ich habe sie alle in ein Grab gelegt“, schließlich wolle sie die sauer verdienten Erbschaften nicht in Nebenkosten investieren.
Wie sich zwischen herzhaftem Tratsch und morbidem Slapstick herausstellt, ist der letzte ihrer Ehemänner an „schwerem Mycetismus“ gestorben – nichts Ansteckendes, keine Sorge, bloß eine Pilzvergiftung. „Wer konnte jetzt auch ahnen, dass sich da ein Knollenblätterpilz zwischen den panierten Champignons versteckt“, meint Elisabeth, und auch ihre anderen Ehemänner seien „ganz grün im Gesicht“ verstorben.
„Geschichte in der Geschichte“
Seit zweieinhalb Jahren nun hat die lustige Witwe den „luschdigen Ludwig“. Als auch der auf dem Friedhof auftaucht, macht er sich unverblümt an Käthe heran, die sich das nur zu gern gefallen lässt. Elisabeth ist stinksauer, setzt aber ein liebevolles Gesicht auf und lockt ihren wohlbeleibten Mann zum Mittagessen nach Hause. Was es denn gebe, will der Frauenheld wissen. Auf die Antwort „Champignons“ hin streichelt er sich erwartungsvoll den Bauch. Das Publikum johlt.
Seine Leiche bekommt es zwar nicht zu Gesicht, dafür aber eine andere: die von Griselda, in der Theaterloge 13. Denn die ihr kredenzten Pralinen waren vom Ehemann und seiner Geliebten vergiftet worden … in der „Geschichte in der Geschichte“ stirbt sie röchelnd vor den Augen der zufriedenen Mörder. Das Publikum johlt erneut.
Kilometerfrage
Helle Freude auch bei den Gewinnern der vom Gesangverein gestellten Schätzfrage. Wie lange der Weg aller Chormitglieder von ihrem jeweiligen Zuhause hin zum Probelokal und wieder zurück wohl ist? Der Antwort „284.156 Meter“ am nächsten kamen Paul Kreit, Florian Isenmann und Hildegard Lehmann.
Sie erhielten Preisgelder von 125, 75 und 50 Euro. Wobei Hildegard Lehmann doppeltes Glück hatte, da es mit drei gleichen Antworten drei Drittplazierte gab, aus denen per Los dann sie gezogen wurde.





