Auf dem Gallushof in Oberharmersbach hat ein Austausch über zentrale Zukunftsthemen des ländlichen Raums stattgefunden.
Die Präsidentinnen, Vizepräsidentinnen und Geschäftsführerinnen der drei LandFrauenverbände in Baden-Württemberg trafen sich auf dem Gallushof in Oberharmersbach mit Peter Hauk, MdL, Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, sowie Ministerialrätin Sylvia Tappe zum Austausch über zentrale Zukunftsthemen des ländlichen Raums. Gastgeberin war Irmgard Lehmann, Vizepräsidentin des LandFrauenverbandes Südbaden, die gemeinsam mit ihrem Mann den im Zuwälder Tal gelegenen Ferienbauernhof betreibt.
Zum Auftakt überreichte Christiane Wangler, Präsidentin des LandFrauenverbandes Südbaden und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der LandFrauenverbände in Baden-Württemberg, Minister Hauk die Forderungen der Arbeitsgemeinschaft zur Landtagswahl am 8. März 2026.
Forderungskatalog überreicht
Sie betonte die zentrale Bedeutung der ländlichen Erwachsenenbildung: „Die vielfältigen Bildungsaktivitäten der LandFrauenvereine vermitteln Wissen, stärken Kompetenzen und fördern das kulturelle und gesellschaftliche Leben auf dem Land“. Wangler dankte dem Minister für die langjährige Unterstützung und unterstrich, wie wichtig eine verlässliche, langfristig gesicherte Förderung der Ländlichen Erwachsenenbildung ist.
Starke Frauen – Starkes Land
Christa Fuchs, Präsidentin des LandFrauenverbandes Württemberg-Hohenzollern, stellte anschließend die Angebote der drei Verbände im Projekt „Starke Frauen – Starkes Land“ vor. „In Netzwerktreffen, Fachtagungen und Workshops erhalten Landwirtinnen und Unternehmerinnen im ländlichen Raum fachliche Impulse wie Altersvorsorge, Stressmanagement sowie Selbstfürsorge und können sich vernetzen – das stärkt und motiviert“, so Fuchs. Angesichts der hohen Belastung vieler Frauen in der Landwirtschaft und der großen Nachfrage nach Unterstützungsangeboten sprach sie sich für eine Verstetigung des Projekts aus.
Starke Netzwerk der LandFrauen
Minister Hauk würdigte die engagierte Bildungsarbeit und das starke Netzwerk der LandFrauen. Die LandFrauen stellten auch ihre Maßnahmen im Programm „Innovative Maßnahmen für Frauen im Ländlichen Raum“ vor, unter anderem mit einem Coaching-Programm zur Entwicklung nachhaltiger Mobilitätslösungen im ländlichen Raum sowie einem Coaching für Existenzgründerinnen.
Die LandFrauen diskutierten mit Minister Hauk und Sylvia Tappe, warum Frauen seltener gründen als Männer. Als wesentliche Hürden benannten sie den erschwerten Zugang von Frauen zu Krediten sowie die mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Sie wiesen darauf hin, dass Selbstständigkeit und Schwangerschaft für viele junge Frauen schwer vereinbar seien und bekräftigten ihre Forderung nach einem Mutterschutz für Unternehmerinnen. Auch der positive Einfluss von Role Models sei entscheidend: Erfolgreiche selbstständige Frauen können als Vorbilder und Mentorinnen angehende Gründerinnen inspirieren und unterstützen.
Wohnen im ländlichen Raum
Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens war die Zukunft des Wohnens im Ländlichen Raum. Karin Rau, Präsidentin des LandFrauenverbandes Württemberg-Baden, hob die Bedeutung innovativer Wohnkonzepte hervor. „Gerade in Zeiten, in denen viele junge Menschen in die Städte ziehen und gleichzeitig die Bevölkerung auf dem Land älter wird, brauchen wir neue Ideen für gemeinschaftliches Wohnen und Leben“, betonte Rau.
Minister Hauk bestätigte, dass im ländlichen Raum nach wie vor das Einfamilienhaus das Baugeschehen präge, während alternative Wohnformen noch zu wenig berücksichtigt würden. Er erwog, ein Fachgespräch zu initiieren, um gemeinsam mit relevanten Akteuren des Ländlichen Raums, darunter die LandFrauen, Ideen für innovatives Wohnen zu entwickeln.
Internationales Jahr der Frau in der Landwirtschaft
Zum Abschluss richtete sich der Blick auf das kommende Jahr, das von den Vereinten Nationen zum „Internationalen Jahr der Frau in der Landwirtschaft“ ausgerufen wurde. Gemeinsam mit Minister Hauk erörterten die LandFrauen, wie die Leistungen von Landwirtinnen und ihre Rolle im Betrieb sichtbarer gemacht werden können.
Einigkeit bestand darin, dass der Deutsche Bauerntag in Freiburg im Juni 2026 sowie das Landwirtschaftliche Hauptfest in Stuttgart, mit dem Bäuerinnentag am 29. September 2026, ideale Gelegenheiten wären, die Bedeutung von Frauen in der Landwirtschaft gemeinsam mit den Bauernverbänden stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.
Info: Über die Arbeitsgemeinschaft der LandFrauenverbände Baden-Württemberg
Mit über 75.000 Mitgliedern ist die Arbeitsgemeinschaft der drei LandFrauenverbände Baden-Württembergs die größte baden-württembergische Interessenvertretung für Frauen im ländlichen Raum. Die Mitglieder sind im LandFrauenverband Württemberg-Hohenzollern, dem LandFrauenverband Südbaden und dem LandFrauenverband Württemberg-Baden in über 1.040 Kreisverbänden und Ortsvereinen organisiert. Die Arbeitsgemeinschaft vertritt auf Landesebene die wirtschafts-, sozial- und gesellschaftspolitischen Interessen der Frauen im ländlichen Raum. Sie ist parteipolitisch neutral und konfessionell ungebunden. Der Vorsitz wechselt jedes Jahr zwischen den drei Landesverbänden.





