Beim Bildungswerk Nordrach berichtet Martin Brucker von seiner Extremreise bis ans Arktische Meer.
Am vergangenen Donnerstag berichtete Martin Brucker im Bürgerhaus Nordrach über seine Extremreise mit dem Motorrad im nördlichen Kanada bis an das Arktische Meer.
Mit seinem Freund Alex, der in Calgary lebt, entwickelte er bereits 2015 die Idee, mit dem Motorrad im Winter von Calgary bis nach Tuktoyaktuk am Arktischen Meer zu fahren, 4.000 km durch die Eiswüste im nördlichen Kanada. Im Jahr 2022 war es so weit, doch der Versuch musste vorzeitig abgebrochen werden. Der Dempster Highway, der über 800 km von Dawson City bis Tuktoyaktuk führt, war wegen Corona für Touristen gesperrt, zum Schutz der dort lebenden Indigenen.
Aufgeben gibt es nicht und am 17. Januar 2025 starteten Martin Brucker und sein Freund Alex ein zweites Mal in Calgary. Die ersten Tage verliefen noch harmlos, bei Temperaturen bis minus 16 Grad. Doch je weiter sie nach Norden kamen, um so kälter wurde es. Auf der letzten Strecke, dem Dempster Highway, fiel die Temperatur bis minus 38 Grad, eine Herausforderung für Mensch und Maschine. Unterwegs gab es zahlreiche Begegnungen mit Bisons und Elchen, auch ganzen Herden, die nicht immer die Straße räumen wollten. Oft liefen die Tiere kilometerweit vor den Motorrädern her. Auch Reifenpannen blieben nicht aus, die nur mit äußerster Anstrengung bei den tiefen Temperaturen behoben werden konnten. Im berüchtigten Hurricane Valley, wo nicht selten Windgeschwindigkeiten bis zu 180 km/h herrschen, saßen sie drei Tage fest. Am 9. Februar war das Ziel erreicht, bei minus 38 Grad standen sie vor dem berühmten Ortsschild von Tuktoyaktuk, nach 4.000 Kilometern auf Schnee, Eis und Schotter.
Die Rückfahrt verlangte ebenfalls Geduld. Wegen eines Blizzards mussten Martin Brucker und sein Freund in Eagle Plains mehrere Tage Pause einlegen. Von dort ab stiegen die Temperaturen und mit ihnen die Gewissheit, „wir haben es geschafft!“
Martin Brucker hatte seine Präsentation abwechslungsreich gegliedert. Er schilderte sehr anschaulich anhand eindrucksvoller Fotos die Reisestationen und seine Reiseerlebnisse, zeigte Fotos von Land und Leuten, aber auch von Huskies, Elchen und Bisons. Immer wieder schob er kurze Filme ein, die seine Erlebnisse in bewegten Bildern zeigten, unterlegt mit landestypischen Liedern und Klängen.
Die begeisterten Besucher erhielten viele interessante Informationen über die endlose Eis- und Schneewüste, wo sich trotz der lebensfeindlichen Umstände Tiere behaupten können. Martin Brucker fügte immer wieder besondere Erlebnisse ein. Vor allem die Schilderung der überwältigenden Gastfreundschaft der Einheimischen zog sich wie ein roter Faden durch seinen Bericht. Die Motorradextremreise war alles andere als ungefährlich. Davon zeugten auch kleinere Erfrierungen an Fingern und Zehen. Die Abenteurer trafen auch einen Schneepflugfahrer, der mit einem Kopfschütteln meinte, „You must be Germans! Wer sonst kommt auf die Idee, hier im Winter Motorrad zu fahren?“
Der Vortrag dauerte zweieinhalb Stunden, aber niemand der Besucher ging vorzeitig, alle ließen sich von dem packenden Vortrag faszinieren. Martin Brucker erhielt am Ende großen Applaus und stellte sich noch für Fragen zur Verfügung.





