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Nordrach | 16.01.2026

Zu wenig Geld für gute Pflege

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Bei ihrem Besuch in der Winkelwaldklinik in Nordrach sprachen (von links) Stefanie Münchbach, Landtagskandidatin Maren Seifert, Landtagsabgeordneter Thomas Marwein, Geschäftsführerin Bettina Lehmann-Isenmann, Onkologie-Chefarzt Dr. Joachim Luyken, Pflegedienstleiterin Nadja Jung, Geriatrie-Chefarzt Dr. Bastian Mizera und Klinikleiter Nico Lehmann über Fachkräftemangel, Finanzierung und die Zukunft der Reha im ländlichen Raum. Foto: privat
von Wolfgang Mössinger

Bei ihrem Besuch in der Winkelwaldklinik Nordrach stoßen Politiker auf strukturelle Probleme der Rehakliniken.

Der grüne Landtagsabgeordnete Thomas Marwein und die Landtagskandidatin Maren Seifert haben die Winkelwaldklinik in Nordrach besucht. Der Termin war Teil einer Kliniktour durch die Region. Für Marwein hatte er eine besondere Bedeutung: Es war sein Abschiedsbesuch als Landtagsabgeordneter in Nordrach, da er bei der Landtagswahl am 8. März nicht mehr antreten wird.

Nach der Franz-Alexander-Klinik war die Winkelwaldklinik die zweite Station. Im Austausch mit dem Chefarzt für Onkologie, Dr. Joachim Luyken, dem Chefarzt für Geriatrie, Dr. Bastian Mizera, Geschäftsführerin Bettina Lehmann-Isenmann, den Klinikleitungen Stefanie Münchbach und Nico Lehmann sowie Pflegedienstleiterin Nadja Jung wurde deutlich, vor welchen Herausforderungen Rehakliniken derzeit stehen – fachlich, personell und wirtschaftlich.

Ein zentrales Thema war die Finanzierung. Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten nach Angaben der Klinik nicht immer die Tagespflegesätze, die für eine angemessene Versorgung nötig wären und wie sie auch von geriatrischen Fachgesellschaften empfohlen werden. Das setze die Häuser zunehmend unter Druck.
Dr. Mizera machte deutlich, wie wichtig Prävention ist, um Pflegebedürftigkeit zu vermeiden oder zumindest hinauszuzögern. Die Winkelwaldklinik leiste hier einen wichtigen Beitrag. Fast alle Patientinnen und Patienten könnten nach der Rehabilitation wieder nach Hause entlassen werden.

In der Onkologie behandelt die Klinik nach Angaben von Dr. Luyken viele jüngere Menschen, darunter viele Frauen mit Brusttumoren. Ein Grund dafür sei ein besonderes Angebot der Klinik: Kinder können mit aufgenommen werden und ihre Mütter während der Behandlung begleiten. Das erleichtere vielen Familien den Aufenthalt erheblich.

Sorgen bereitet der Fachkräftemangel, vor allem in der Pflege. Pflegedienstleiterin Nadja Jung berichtete, dass derzeit drei Stellen unbesetzt sind. Pflegekräfte seien schwer zu finden. Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, greife die Klinik teilweise auf Honorarkräfte aus der Leiharbeit zurück. Diese seien jedoch teuer und könnten über die bestehenden Vergütungssätze nicht vollständig refinanziert werden.

Die Klinik bemüht sich daher auch selbst um Fachkräfte aus dem Ausland, unter anderem auf den Philippinen und in Rumänien. Gewünscht werden vereinfachte Anerkennungsverfahren für Abschlüsse sowie schnellere und unbürokratischere Aufenthaltserlaubnisse. Ein großes Anliegen aller Beteiligten ist zudem, dass Rehakliniken künftig selbst ausbilden dürfen, um ihren Fachkräftebedarf langfristig besser decken zu können.

Auch bei den therapeutischen Berufen sieht Geschäftsführerin Bettina Lehmann-Isenmann dringenden Handlungsbedarf. Besonders bei Ergo- und Physiotherapeutinnen und -therapeuten herrsche großer Mangel. Ein Grund dafür sei, dass diese Ausbildungen häufig selbst finanziert werden müssten.

Landtagskandidatin Maren Seifert betonte zum Abschluss, dass sie die Probleme aus eigener Erfahrung kennt. Als Verwaltungsrätin des Ortenauklinikums wisse sie, wo die Kliniken der Schuh drückt. Auch im Landtag wolle sie sich deshalb für eine gute stationäre Gesundheitsversorgung einsetzen – ausdrücklich auch im ländlichen Raum.

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Winkelwaldklinik Nordrach

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