Eine Partnerschaft, die seit einem Vierteljahrhundert Grenzen überwindet, hat am vergangenen Sonntag Jubiläum gefeiert.
Foto: Gemeinde Nordrach
Foto: Gemeinde Nordrach
Foto: Gemeinde NordrachDie Gemeinden Nordrach und Niedernai begingen 25 Jahre Jumelage mit einem Fest der Begegnung, das Freundschaften vertiefte und den europäischen Gedanken mit Leben erfüllte. Der Tag machte deutlich, dass diese Verbindung weit mehr ist als eine Urkunde. Sie ist ein gelebtes Miteinander von Menschen, Vereinen und Schulen, das die Zukunft der Region mitgestaltet.
Ein Tag im Zeichen der Gemeinsamkeit
Die Nordracher Delegation startete früh und wurde im Rathaus von Niedernai mit elsässischem Gebäck und Kaffee herzlich empfangen. Ein würdiger Auftakt war der zweisprachige Festgottesdienst in der Kirche Saint-Maximin, gestaltet von Pfarrer Antoine Haeussler aus Niedernai und Pfarrer Bonaventura Gerner aus Nordrach. Für den festlichen Rahmen sorgten der Chor Saint-Cécile, Trompeter Vincent Biero sowie die Alphornbläser Paul Boschert und Rolf Basler.
Nach dem Gottesdienst führte ein Spaziergang bei sonnigem Herbstwetter zum Festsaal „Salle de Landsberg“. Dort erwartete die Gäste ein traditionelles elsässisches Essen: Choucroute, Sauerkraut mit Würsten und Fleischstücken. Die Portionen waren so großzügig bemessen, dass viele Gäste ihre Teller kaum leeren konnten.
Erinnerungen an den Anfang
Ein besonderer Moment war der Rückblick auf die Anfänge der Partnerschaft. Ein Film über die Gründungsfeier in Niedernai ließ viele Erinnerungen aufleben. Auf der Leinwand erkannten sich zahlreiche Gäste wieder und dachten an jenen Tag zurück, als acht Busse aus Nordrach anreisten, um die Freundschaft zu besiegeln.
Brücken bauen statt Grenzen betonen
Beim anschließenden Festakt würdigten die Bürgermeisterin von Niedernai, Valérie Ruscher, und Nordrachs Bürgermeister Carsten Erhardt die Bedeutung der lebendigen Partnerschaft. Valérie Ruscher erinnerte daran, dass ihr verstorbener Vater Claude Ruscher die Jumelage gemeinsam mit Nordrachs damaligem Bürgermeister Herbert Vollmer ins Leben gerufen hatte.
Beide betonten, dass die Verbindung zwischen Nordrach und Niedernai ein Beispiel für das „Europa der Herzen“ sei. Es gehe darum, Brücken zu bauen, ein gemeinsames Fundament zu erschaffen und die Freundschaft immer wieder neu zu entdecken.
Geschenke mit Symbolgehalt
Auch die Gastgeschenke unterstrichen diesen Gedanken: Nordrach überreichte Niedernai ein neues Schild, das die Partnerschaft beider Gemeinden im europäischen Kontext darstellt. Im Gegenzug schenkte Niedernai eine Skulptur eines örtlichen Künstlers. Es zeigt zwei sich gegenseitig stützende Engel auf einem gemeinsamen Fundament. Das Kunstwerk symbolisiert das gegenseitige Vertrauen und die enge Verbundenheit beider Orte.
Wertvolle Verbindung
Altbürgermeister Herbert Vollmer erinnerte in seinem Beitrag an die Entstehung der Partnerschaft und die zahlreichen Begegnungen, die seither gewachsen sind.
Beeindruckt von der tiefen Gastfreundschaft und nach einem Besuch des sehenswerten und nun wieder öffentlich zugänglichen Château de Niedernai, traten die Nordracher Gäste am Abend die Heimreise an. Der Gegenbesuch in Niedernai zum 25. Jubiläum hat einmal mehr gezeigt, wie wertvoll und zukunftsweisend das „Europa der Herzen“ zwischen Nordrach und Niedernai ist.





