Fleißige Müllsammler sorgen für saubere Kinzigufer

Teilnahme an der europäischen Aktion »Rhine-cleanup«

Die Flussufer gemeinsam von Müll befreien – das ist das Motto der jährlich stattfindenden Aktion »Rhine-cleanup«. 270 Gruppen haben sich angemeldet, um am 12. September am Rhein entlang von der Rheinquelle in der Schweiz bis zur Mündung in den Niederlanden tonnenweise Müll sammeln werden.

In Biberach hat Irmgard Roser die Initiative ergriffen und bei den Verantwortlichen der Aktion nachgefragt, ob auch die Zuflüsse zum Rhein – bei uns die Kinzig – zu der Aktion zählen. Selbstverständlich wurde ihr Hilfsangebot gerne angenommen.
Ihrem Aufruf in der Presse und im Internet sind einige wenige Personen gefolgt. Am Samstag wurde ihre Aktion bei den sommerlichen Temperaturen zu einer anstrengenden Angelegenheit, die alle aber sehr sportlich angegangen sind. Um 10 Uhr morgens ging es vom Treffpunkt beim Biberacher Rathaus zur Kinzig, wo sich eine Gruppe Richtung Steinach und die andere Gruppe Richtung Schönberg auf den Weg gemacht haben. Auf dem Hinweg ging es entlang der einen Uferseite, auf dem Rückweg auf der anderen Uferseite wieder zurück. Allein die Gruppe Richtung Schönberg ist 7,3 Kilometer gelaufen.

In großen blauen Müllsäcken wurden allerhand Müll eingesammelt, hauptsächlich Plastik und Pizzakartons. Aber auch sperrige Dinge wie Fahrradreifen, Autoreifen, ein LKW-Reifen und ein Einkaufswagen. Die schweren Reifen und den Einkaufswagen konnte die Gruppe nicht transportieren, hier hoffen sie auf die Unterstützung des Bauhofs.

Müllsammlerin Ingrid Haas berichtete, dass ihr vor allem die große Zahl Müllsäcke direkt an der Kinzig aufgefallen sind, die an Zweigen und im Gebüsch am Flussufer hängen bleiben: »Wenn die Säcke länger dort hängen, löst sich das Plastik auf, wird bröselig und schwimmt dann in kleinen Plastikteilen im Wasser.« Aufgefallen ist der Gruppe auch der niedrige Wasserstand und ja – tote Fische haben sie auch schon gesehen.

Hintergrund

Der Initiator der Aktion, Joachim Umbach, erklärt auf der Homepage der Aktion: Im vergangenen Jahr haben rund 20.000 Menschen mitgemacht und dabei 170 Tonnen Müll gesammelt. In diesem Jahr werden erstmalig auch die Ufer der Ruhr gesäubert (40 Gruppen) und entlang der Mosel (60 Gruppen). Umbach berichtet von speziellem »Corona-Müll«: Masken und Einweghandschuhe, Verpackungsmüll des online-Handels und zunehmend auch Einweg-Behälter von To-Go-Geschäften. Das Projekt gibt es seit 2018. Die Umweltminister der Bundesländer haben die Schirmherrschaft übernommen. Nähere Informationen gibt es unter www.rhinecleanup.org.

 

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