Nach seinem Sieg im Kreiswettbewerb feierte Prinzbach nun die Goldmedaille, die es beim Landesentscheid im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ errungen hat.
„Es sind ganz, ganz viele unterschiedliche Menschen, die hier bereit waren, Außergewöhnliches zu leisten, hoch motiviert und engagiert“, breitete Prinzbachs Ortsvorsteher Klaus Beck mit allumfassendem Dank sein Herz aus – vor dem Hintergrund des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“.
Bei diesem hat Prinzbach jüngst eine Goldmedaille auf Landesebene errungen. Diesen dank intensiven gemeinschaftlichen Zusammenwirkens zustande gekommenen Erfolg feierte die Gemeinde am vergangenen Donnerstagabend im Clubheim der DJK Prinzbach. Über siebzig frohgemute Menschen waren der Einladung an alle Einheimischen gefolgt, darunter das Organisationsteam und viele weitere Mitwirkende.
Anno 2008 – ein Jahr nach der Feier ihrer ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1257 – hatte die kleine Gemeinde, die einstmals Stadtrechte und ein Silberbergwerk besaß, schon einmal bei dem Wettbewerb mitgemacht. Dieser wird dreistufig durchgeführt (auf Kreis-, dann Landes-, dann Bundesebene). Damals war eine Silbermedaille beim Landesentscheid herausgesprungen.
„Es gibt überhaupt nichts zu verlieren“
Klaus Beck rekapitulierte den Ablauf des aktuellen Wettbewerbs 2024 – 2026. Vor dessen Start hatte er an einer großen Infoveranstaltung in Ohlsbach teilgenommen und war daraufhin mit dem Vorschlag nach Prinzbach zurückgekommen, bei „Unser Dorf hat Zukunft“ erneut teilzunehmen. Der positive Beschluss des Ortschaftsrats erfolgte einstimmig aufgrund der Erkenntnis: „Wir können nur gewinnen, es gibt überhaupt nichts zu verlieren.“ Was nicht zuletzt an den Zielen des Wettbewerbs lag.
Dieser war1961 von der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822 e.V. unter der Schirmherrschaft des damaligen Bundespräsidenten initiiert worden, zunächst mit dem Titel „Unser Dorf soll schöner werden“. Die Attraktivität der Dörfer sollte gesteigert werden, um deren Lebensqualität zu erhöhen und eine Abwanderung in die Städte zu verhindern.
Wettbewerbsfokus
Im Jahr 1998 wurde der Wettbewerb umbenannt in „Unser Dorf hat Zukunft“. Dieser neue Fokus sollte die ganzheitliche und nachhaltige Entwicklung der Dörfer in den Vordergrund stellen. Um die Lebensqualität und Daseinsvorsorge in den Dörfern zu bewerten, ebenso wie die Dorfgemeinschaft und deren Initiativen, erfolgte eine Anpassung der Kriterien. Diese beziehen sich heutzutage auf Entwicklungskonzepte, soziales Engagement, Bau- und Gartenkultur. Der Wettbewerb ist Teil des Bundesprogramms „Ländliche Entwicklung und Regionale Wertschöpfung“ (BULEplus).
Sowohl die Ziele von „Unser Dorf hat Zukunft“ als auch die aktuellen Bewertungskriterien wurden auf der Goldmedaillen-Feier im DJK-Clubheim Interessierten an einer Stellwand ausführlich präsentiert. Gemeinsam unter anderem mit dem auf einer Landschaftskarte dokumentierten Weg, auf dem die Jury für den Landesentscheid (in einer anderen Zusammensetzung als beim Kreisentscheid) teils per Bus und teils zu Fuß durch den Ort geleitet worden war. Die zweieinhalb Stunden, die dafür zur Verfügung standen – inklusive der Präsentation verschiedener lokaler Projekte – ließ Klaus Beck im Zeitraffer Revue passieren, veranschaulicht durch eine Fotoshow auf einem großen Bildschirm.
„Gerne in Prinzbach“
„Wie schon beim Kreiswettbewerb im letztjährigen Sommer hatten wir uns auch für den Landesentscheid im vergangenen Mai sehr gut vorbereitet“, betonte der Ortsvorsteher. Unter anderem die Entwicklung eines neuen Slogans gehörte dazu. „Gerne in Prinzbach“ lautet dieser und hat auch gleich eine digitale Umsetzung gefunden. „Wie Prinzbach tatsächlich ist, kann man nun in vier Videos erfahren“ – jeweils eines zur
Begrüßung sowie zu den Themen Gastronomie, Highland Games, Kirche und Kirchenchor. Abrufbar sind sie auf Youtube sowie über QR-Codes, auf die man bei einem Ortsrundgang stößt.
Am Wettbewerb teilnehmen dürfen Gemeinden mit höchstens 3000 Einwohnern. Unter den sechs Teilnehmern beim diesjährigen Landesentscheid war Prinzbach mit seinen 450 Einwohnern der kleinste Vertreter. „Ich bin megastolz, dass wir uns als so kleiner Ort zum einen auf den Weg gemacht haben und uns zum anderen der Jury tatsächlich sehr, sehr erfolgreich präsentiert haben“, dankte Klaus Beck dem Organisationsteam ebenso wie allen weiteren Beteiligten nochmals herzlichst, „es war ein unglaubliches Gemeinschaftsgefühl mit der Gruppe.“
Mit Herzblut, Gemeinschaftssinn und Weitblick
Biberachs Bürgermeister Jonas Breig unterstrich, wie viel harte Arbeit, Engagement und ehrenamtlicher Einsatz hinter dem Sieg zunächst auf der Kreis-ebene und dann dem Erringen der Goldmedaille auf der Landesebene stecken. Umso mehr, als es nicht „nur“ die zwei- respektive zweieinhalb-stündige Jury-Begehung vorzubereiten galt.
Vielmehr hieß es, sich intensiv mit einer Vielzahl von Fragen auseinander zu setzen. Fragen wie: Was zeichnet uns aus? Worauf sind wir besonders stolz? Was hier im Ort haben wir an Gemeinschaft? Was wollen wir nach außen hin zeigen? Wohin soll die Reise auch in Zukunft gehen, wo wollen wir zusammen hin?
Es sei faszinierend gewesen, resümierte der Bürgermeister, „mit welchem Stolz, Zusammenhalt und mit welcher Freude Prinzbach den beiden Kommissionen präsentiert wurde.“
Auf die Minute genau sei alles mit Blick auf das Detail gründlich durchgeplant gewesen. Mit obendrein wie rein „zufällig“ daherkommenden Überraschungen wie beispielsweise auf dem ehemaligen Schulhof wartenden Alpakas, im knall-roten Wägelchen tuckernd durch den Ort kutschierten Kindern, mit auf saftig grüner Wiese aufspielenden Dudelsackspielern.
Beeindruckend
Das Ergebnis sei beeindruckend gewesen, so Jonas Breig. Frei nach dem Motto „Wer viel hat, kann auch viel zeigen“ habe man kulinarische und musikalische Highlights präsentiert, desgleichen „Einblicke in die reiche und besondere Vergangenheit Prinzbachs, Überblicke über zukünftige und wegweisende Projekte, wundervolle Gärten, schön geschmückte Häuser und Höfe, eine herrliche Tal-Aue sowie eine lebendige und stolze Dorfgemeinschaft, die füreinander einsteht.“
Als besonders beeindruckend zudem habe er die Pause in der Kirche empfunden, wo man die Eindrücke beim Posaunenspiel des Ortsvorstehers zwischendurch habe sacken lassen können. „Ihr habt es geschafft, die Silberstadt zu vergolden“, gratulierte er den PrinzbacherInnen. Ortsvorsteher Klaus Beck dankte dem Bürgermeister für dessen Unterstützung während des Wettbewerbs.
Gerne hatte auch Volker Schebesta, Staatssekretär im Kultusministerium, der Einladung zur Feier Folge geleistet und gratulierte Prinzbach „als Dorf mit Zukunft“ zur Goldmedaille. „Bewahrt Euch Euren Gemeinschaftsgeist“, wünschte er dem Ort, „und jetzt höre ich auch schon wieder auf, damit Ihr tun könnt, weswegen Ihr eigentlich hier seid, nämlich feiern“, flachste er zur Freude aller. Es folgte ein fröhliches, locker-gemütliches Beisammensein bei Speis´ und Trank.





