Altenwerk besuchte Uhrenmuseum

Nordracher Senioren waren überrascht von den vielen Raritäten und Kostbarkeiten dieses Museums

Am vergangenen Mittwoch fuhr das Altenwerk Nordrach nach Furtwangen und besuchte das Deutsche Uhrenmuseum. 28 Seniorinnen und Senioren nahmen teil, darunter auch Ottilie Boschert, die an diesem Tag ihren Geburtstag feierte. Sie waren alle sichtlich beeindruckt und überrascht über die vielen Raritäten und Kostbarkeiten dieses Museums.

Bei strahlendem Sonnenschein fuhren die Senioren zunächst auf das Schloss Hornberg, wo sie eine Kaffeepause auf der idyllisch gelegenen Freiterrasse einlegten. Fast wäre danach die Weiterfahrt nach Furtwangen gescheitert. Denn an der Freizeitanlage unterhalb des Schlosses versperrte ein im Kurvenbereich abgestellter PKW dem Bus den Weg. Erst nach einer halben Stunde kam die Besitzerin und machte den Weg frei.

Das Deutsche Uhrenmuseum in Furtwangen ist ein Landesmuseum und widmet sich der Geschichte der Zeitmessgeräte. Ein Schwerpunkt liegt auf der handwerklichen und industriellen Uhrenproduktion im Schwarzwald. Die Sammlung umfasst unter anderem frühe Kuckucksuhren aus dem 18. Jahrhundert. Rund ein Drittel der jährlich 70.000 Besucher buchen eine persönliche Führung, in der auch Uhren und Musikautomaten in Gang gesetzt werden.

Eva Renz informierte die Nordracher sachkundig über die Ursprünge der Uhrenproduktion im Schwarzwald. Im 18. und 19. Jahrhundert belieferte der Schwarzwald die ganze Welt mit preisgünstigen Großuhren. In vielen kleinen Uhrmacherwerkstätten wurden Uhren mit Werken aus Holz hergestellt, die dank des billigen Materials, der Verwendung von speziellen Werkzeugen und Maschinen sowie arbeitsteiliger Herstellung konkurrenzlos billig waren. Ein weiß grundiertes und bunt bemaltes Holzzifferblatt zierte die Schwarzwälder Holzuhren während des gesamten 19. Jahrhunderts. Mit einem farblosen Schutzlack überzogen waren die Schilder unempfindlich gegen Feuchtigkeit und Schmutz. Ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts dominierte die Lackschilduhr den europäischen Markt. Später fand sie den Weg nach Übersee und in den fernen Osten. Je nach Zielland variierte die Gestaltung der Schilder. Schwarzwälder Händler, die Uhrenträger, vertrieben die Uhren vor Ort.

Wie die meisten Dinge des Alltags haben sich Aussehen und Innenleben der Uhren durch neue Produktionsweisen grundlegend verändert. Elektrische Uhren und Uhrenanlagen wurden erfunden, später die elektronischen Quarz-, Atom- und Funkuhren. Die Abteilung »Moderne Zeiten« zeigt neben dem Wandel der Technik, wie sich das Verhältnis zu Zeit und Uhren seit der Industrialisierung verändert hat.

Die Heimfahrt erfolgte wieder über das Gutachtal zurück ins Kinzigtal, wo die Senioren wie gewohnt zum Abschluss in einer Gaststätte das gemeinsame Abendessen einnahmen.

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