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Zell-Unterharmersbach | 3.11.2021

Krippenausstellung fällt Corona zum Opfer

Ausstellung mit Kulturhistorikerin Sylvia Schmon musste erneut abgesagt werden

Foto:
Kunsthistorikerin Sylvia Schmon aus dem schwäbischen Metzingen/Grafenberg wird wegen Corona anstatt in diesem Jahr nun erst an Weihnachten 2022/23 mit vielen ihrer kostbaren Sammlerstücke aus 250 Jahren Weihnachtsgeschichte echte Weihnachtsfreude in die Herzen bringen. Foto:
von Hans-Peter Wagner

Nach langen Wochen des Bangen und Hoffen ist die Entscheidung gefallen. Die berühmte Weihnachts- und Krippen­ausstellung unter dem Motto »Weihnachtsbäume & Weihnachtsträume im historischen Fürstenberger Hof« wird dieses Jahr abgesagt. Dies gaben Museums- und Ausstellungsleiter Hans-Peter Wagner für den Förderverein Fürs­tenberger Hof und Bürgermeister Günter Pfundstein für die Stadt Zell bekannt.

Seit 15 Jahren wird die im ganzen süddeutschen Raum mit 15000 Besucher bekannteste Weihnachtsausstellung im Fürstenberger Hof von der Stadt Zell und dem Förderverein Fürstenberger Hof gemeinsam durchgeführt. In diesem Jahr war fest eingeplant, dass die Kulturhistorikerin Sylvia Schmon, Metzingen-Grafenberg, ihre einzigartige Ausstellung durch die Jahrhunderte alte Geschichte der Weihnacht und des Weihnachtsbaumes zeigt.

Mittelpunkt sollten 30 geschmückte Weihnachtsbäume der verschiedenen Zeitepochen sein. Über 200 Jahre alte Christbaumständer. Kleine und große Krippen, wahre Wunderwerke, Spielzeug als Weihnachtsgeschenke, passende Möbelstücke und Model zum Springerle backen, Postkarten und Weihnachtsbüchlein, Puppen mit beweglichen Gliedmaßen und rollenden Augen sollten Weih­nachten in die Herzen der Besucher tragen.

Ein weiteres einmaliges Highlight der Ausstellung sollte die erstmalig in Deutschland gezeigte Riesenkrippe »Weihnachten in der Provence« mit 50 Quadratmetern Fläche aus der weltberühmten Sammlung Paul Chaland, Marseille, sein. Im hinteren Drittel der oberen Tenne sollte ganz lebensnah ein Dorf in der Provence zur Weihnachtszeit mit über 160 in der provenzialischen Originaltracht gekleideten und beweglichen Figuren aufgebaut werden. So war es geplant.

Entscheidung ist nicht leicht gefallen

Die Entscheidung, die Ausstellung abzusagen, fiel allen nicht leicht. In mehreren Besprechungen mit dem Museumsteam und dem Krippenteam wurde die Problematik ausführlich erörtert. Aber die wieder stark steigenden Zahlen der Neuinfektionen in den letzten Wochen in Deutschland und im Elsaß, das traditionell 40 Prozent aller Ausstellungsbesucher stellt, ließen keine andere Möglichkeit zu, als die Ausstellung abzusagen. Denn viele der Helfer im Aufsichtspersonal gehörten der Hochrisikogruppe über 60 Jahre an, ebenso sind viele Besucher im höheren Alter und besonders gefährdet.

Museumsleiter Hans-Peter Wagner stellte klar: »Die Gesundheit und der Schutz der Besucher und unserer treuen Helfer steht über allem und ist oberstes Gebot.« Dies unterstrich auch Bürgermeister Günter Pfundstein: »Wir haben keine andere Möglichkeit, als dieses Jahr die Krippenausstellung abzusagen. Ich bin überzeugt, dass nächstes Jahr noch eine schönere Krippenausstellung gezeigt werden kann.«

Enttäuscht und traurig zeigte sich Hotelier Paul Lehmann: »Ich kann die Entscheidung, die Ausstellung abzusagen, durchaus verstehen. Viele meiner Stammgäste hatten sich darauf gefreut und gebucht. Nach dieser Entscheidung, die diesjährige Krippenausstellung abzusagen und notgedrungen auf das nächste Jahr zu verschieben, haben wir nun hier in Zell gar nichts mehr, was die Leute in der Weihnachtszeit anzieht.« Auch Ortsvorsteher Ludwig Schütze stellte sich ebenfalls voll und ganz hinter das Votum  und die Empfehlung von Hans-Peter Wagner und Günter Pfundstein.

Vorfreude auf Weihnachten 2022

Traurig war auch Kunsthistorikerin Sylvia Schmon, die aber gleich wieder das Positive in der Entscheidung, abzusagen, sah: »Mit der schweren Coronalast auf dem Rücken hätten wir alle die ganzen sechs Wochen mit den schweren bedrohenden Gedanken leben müssen, dass jemand durch die großen Besuchermengen und die engen Räume schwer erkrankt und womöglich stirbt. Nach dieser nun getroffenen Entscheidung aber können wir jeden Morgen in der Weihnachtszeit aufwachen und uns freuen, mit der Absage für viele Menschen Gutes getan zu haben. Ich freue mich jetzt auf Weihnachten im nächsten Jahr.«

Für das Krippenteam betonte Marie-Luise Stauber: »Die Entscheidung ist absolut richtig und wir stehen alle voll und ganz dahinter, obwohl wir uns auf den Aufbau schon riesig gefreut hatten. Aber wir sind alle in der besonderen Verantwortung und dürfen deswegen nicht das kleinste Risiko eingehen.«

Fürstenberger Hof im Lichterglanz

Dennoch, ganz trostlos wird der Advent und die Weih­nachtszeit nicht verlaufen. Der Fürstenberger Hof und der Riesen-Tannenbaum am Fürstenberger Hof werden wie jedes Jahr leuchten. Der naturgetreue Stall mit der heiligen Familie wird ebenfalls aufgestellt und weihnachtliche Stimmung bringen. Und mit weihnachtlicher Musik und gemeinsamem Singen wird es auch dieses Jahr bestimmt am Fürstenberger Hof an einem Adventsabend Weih­nachten werden.

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Krippenausstellung Fürstenberger Hof Zell - Unterharmersbach

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