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Oberharmersbach | 26.04.2019

Lisa Ebert hat die Orgel als Freundin

Ausbildung zum Orgelbauer benötigt Präzision und Ausdauer

Foto:
Orgelbaumeister und Ausbilder Jörg Backeberg (rechts) zeigt Lisa Ebert die »Ausrundierung« historischer Pfeifen. Foto: Lehmann-Archiv
von Karl-August Lehmann

Lisa Ebert hat wohl ihren Traumberuf gefunden. Seit September vergangenen Jahres hat die achtzehnjährige »Azubine« aus Oberkirch-Zusenhofen in der renommierten Orgelbauwerkstatt Claudius Winterhalter ihren Ausbildungsplatz, um sich in dreieinhalb Jahren als Orgelbauerin weiter zu verwirklichen.

Foto: Lehmann-Archiv
Orgelbaumeister und Ausbilder Jörg Backeberg (rechts) zeigt Lisa Ebert die »Ausrundierung« historischer Pfeifen.
Foto: Lehmann-Archiv
Fingerspitzengefühl ist verlangt, wenn Lisa Ebert das Oberlabium der Holzpfeife bearbeitet.
Foto: Lehmann-Archiv

Lisa muss flexibel sein. Neben der ständigen Werkstatt-Ausbildung ist sie immer wieder mit ihren Außendienstkollegen unterwegs in Kirchen vom Allgäu bis Hamburg. Dort lernt sie die Wartung und Instandhaltung orgeltechnischer Funktionssysteme von Mechanik, Pneumatik und Elektrik/Elektronik. »Orgeln müssen von Zeit zu Zeit auch gereinigt werden«, weiß sie schon aus Erfahrung. Ein Ausbildungsberuf müsse eben alle Bereiche der künftigen Tätigkeiten umfassen.

Schulpraktikum öffnet Tür

Lisa Ebert war schon recht früh auf ihre jetzige Ausbildung fixiert. Aufgewachsen in einer Familie mit sechs Geschwistern, gehörte das gemeinsame Musizieren auf dem Akkordeon dazu. Während ihrer Ministrantenzeit griff allerdings ein anderes Instrument Raum in ihrer musikalischen Neigung: die Orgel. Seit 2016 hat sie Unterricht an der »Königin der Instrumente«.

»Ich wollte die Orgel nicht nur spielen, sondern auch wissen, wie das Innenleben dieses herrlichen Instrumentes aussieht«, schwärmt sie heute noch von ihrem Schulpraktikum, das sie in der Oberharmersbacher Orgelbauwerkstatt im September 2017 ableistete. »Es war einfach toll, wie sich alle um mich gekümmert haben. Ich habe mich gleich wohl gefühlt«, erinnert sie sich.

Ihr kommt in ihrer Ausbildung das familiäre Umfeld zugute. Bis auf zwei Ausnahmen sind die Eberts in Handwerksberufen angesiedelt. So reifte ziemlich bald die berufliche Entscheidung, ihre musikalische Neigung mit handwerklicher Veranlagung zu verbinden.

Komplexe Anforderungen

Akkurat liegen die benötigten Werkzeuge auf ihrer aufgeräumten Werkbank. Eingespannt ist eine Holzpfeife, eines ihrer ersten selbst gefertigten Werkstücke, auf das sie zurecht stolz sein kann. »Es kam sogar ein Ton raus«, lacht sie. Mit einem messerscharfen Stechbeitel bearbeitet sie das Oberlabium, an dessen schrägen Ende durch die Bestimmung des Aufschnitts später der gewünschte Ton entsteht. Immer wieder setzt sie präzise an, um das Werkstück exakt und sauber zu vervollständigen.

Erst vor wenigen Wochen hat Lisa Ebert ihren ersten mehrmonatigen Blockunterricht an der »Otto-Walcker-Schule« in Ludwigsburg absolviert. Hier werden angehende Musikinstrumentenbauer aus ganz Deutschland mit den wichtigsten theoretischen Grundlagen versorgt. Gerade für die Fachrichtung »Orgel- und Harmonium­bauer« ist dies wegen der komplexen Anforderung besonders wichtig. »Wir sind der letzte Jahrgang, der diese Doppelbezeichnung führt«, erzählt Lisa. Künftig gebe es nur den Orgelbauer/-in. 14 Schüler und acht Schülerinnen sind in der Realschulklasse zusammengefasst. Lisa Ebert ist die einzige Auszubildende ihres Jahrgangs aus dem Ortenaukreis.

Die umfangreiche und anspruchsvolle Ausbildung hat sie eher noch bestärkt, diesen Weg einzuschlagen. Computeranwendungen gehören heute ebenso zu den Unterrichtsinhalten, wie Technologiepraktikum und Technisches Zeichnen, Akustik und Instrumentenbaugeschichte, Werkstoffskunde und natürlich Musik- und Stilkunde. »Das macht diesen Beruf so interessant, denn jede Orgel ist anders«, orientiert sie sich an den künftigen Herausforderungen.

Absolute Sorgfalt

Seit der ersten Märzwoche bestimmt wieder die Praxis in der Werkstatt ihren Alltag. Sorgfältig bohrt sie die Windführungen von Pfeifenstöcken. »Man muss von beiden Seiten ansetzen, um ein Ausfransen des langfaserigen Fichtenholzes zu vermeiden« erklärt sie ihre Behutsamkeit beim Bohren. Je nach Orgel müssen Hunderte oder Tausende von Bohrlöchern exakt an der nach Plan markierten Stelle sitzen, damit schließlich am Ende der richtige Ton erklingt. Jede Abweichung macht die Arbeit zunichte.

»Großes handwerkliches Geschick und Genauigkeit sind unabdingbare Voraussetzungen in unserem Beruf«, weiß Firmenchef Claudius Winterhalter aus seiner langjährigen Erfahrung. Es sei nicht einfach, geeignete Nachwuchskräfte zu finden. Er beobachte einen latenten Mangel an Begabung und Veranlagung für diesen vielschichten Neigungsberuf. »Umso schöner, dass wir eine engagierte Mitarbeiterin haben, die zu uns passt«, zeigt sich Claudius Winterhalter erfreut. Nach Jahren ohne eine weibliche Auszubildende hört Lisa Ebert diese Beurteilung gerne und auch zu recht. Denn in der Männerdomäne des Oberharmersbacher Orgelbaus will sie künftig ihren Mann stehen.

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Orgelbauwerkstatt Winterhalter

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