Marc Herrmann ist mit 22 Jahren der jüngste Kommandant und Vorstand der Historischen Bürgerwehr Oberharmersbach in ihrer Vereinsgeschichte. Die Mitglieder wählten ihn zum Nachfolger von Klaus Laifer, der nach 31 Jahren nicht mehr für dieses Amt kandidierte.
Foto: Lehmann-Archiv
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Der Verwaltungsrat war nach etlichen Gesprächen übereingekommen, Marc Herrmann für dieses Ehrenamt vorzuschlagen. Andere Vorschläge blieben aus. „Ich bin motiviert und bereit, dieses Amt wie bisher in Personalunion zu übernehmen“, warb der junge Bürgerwehrmann, der vor vier Jahren in die Wehr eintrat, in seiner kurzen Vorstellung um das Vertrauen der Versammlung.
In geheimer Abstimmung schenkten von den 106 Mitgliedern im Gasthaus „Posthörnle“ 103 Marc Herrmann ihr Vertrauen (bei zwei Nein-Stimmen und einer Enthaltung). Lang anhaltender Beifall hat wohl Marc Herrmann bestärkt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.
Bürgermeister zollt Respekt
„Wir haben einen Kommandanten, der mit einer überwältigenden Zustimmung sein Amt antreten kann“, lobte der scheidende Kommandant Laifer seinen engagierten Nachfolger. „Mut und überdurchschnittliche Bereitschaft gehören dazu, dieses bedeutende Amt zu übernehmen“, lobte Bürgermeister Richard Weith. Dafür zolle er dem Gewählten Respekt und Dank. „Und ich entbinde Sie von der Verpflichtung, morgens im Rathaus zu salutieren“, sprach Weith seinen Mitarbeiter von militärischen Ritualen frei.
Ordentliches Gesamtbild pflegen
Die letzte Jahresversammlung unter der Leitung von Klaus Laifer war weitgehend Routine. Stefanie Armbruster, der auch die Redaktion für die fertiggestellte jährliche Vereinszeitschrift obliegt, rief in ihrem Tätigkeitsbericht wichtige Ereignisse des abgelaufenen Vereinsjahres in Erinnerung. Anja Kornmayer bilanzierte nach 128 Geschäftsvorfällen ein leichtes finanzielles Plus. Hauptmann Markus Birk stellte bei den Marschproben durchaus „Verbesserungspotenzial“ fest. Er appellierte an die 64 Gewehrträger, weiterhin das bestehende „ordentliche und saubere Gesamtbild“ zu pflegen, und mahnte auch weiterhin einen verantwortungsvollen Umgang mit der Waffe an.
Tambourmajor Rudolf Maier zählte für seine Spielleute 37 Proben und wünschte sich bei Proben und Auftritten eine bessere Beteiligung. Sieben Mitglieder des 24 Mann zählenden Spielmanns- und Fanfarenzugs wurden für fleißigen Probenbesuch geehrt. Stefanie Armbruster, Lorena Schmieder, Hans Jürgen Pfundstein und Ludwig Brucher besuchten alle Proben, Martin Brosemer und Ludwig Lehmann fehlten einmal, Rudolf Maier ließ sich zweimal entschuldigen.
Schnupperkinder probieren Volkstanz aus
Anna-Maria Lehmann und ihr Organisationsteam (Stefanie Doll, Linda Schießl und Vincent Lehmann) hatten mit der Trachtentanzgruppe einen gut belegten Terminkalender. Zu den 38 Proben zeigten die 38 Tänzerinnen und Tänzer bei örtlichen Auftritten, beim Probenwochenende in Baden-Baden sowie mit anderen Traditionsgruppen im Europa-Park ihr Können.
Nicht minder rührig waren die insgesamt 35 Kinder der Kindervolkstanzgruppe. Bianca Neumaier berichtete von 30 Proben, auch mit „Schnupperkindern“, vom Workshop im Kindergarten sowie der Teilnahme am Ortenauer Trachtentag in Gutach.
Ehrungen folgen an Fronleichnam
Bei anstehenden Teilwahlen wurden Kassierin Theresia Brosemer und die 1. stellvertretende Schriftführerin Ruth Webering bestätigt. Für den bisherigen 2. stellvertretenden Schriftführer Ralf Liebke rückte Lennart Liebke nach. Ehrungen langjähriger Mitglieder wie auch die Ernennung von Fähnrich Hubert Lehmann zum Ehrenmitglied werden traditionell an Fronleichnam abgehalten.
Bürgerwehr besucht Veranstaltungen
Der Generationswechsel in der Historischen Bürgerwehr verlief reibungslos. Ex-Kommandant Laifer verwies auf die Teilnahme an den „Schwyzertagen“ in Tiengen (4./5. Mai 2026), den Auftritt beim Großen Zapfenstreich in Oberkirch anlässlich der Heimattage (12. September 2026) und den Arbeitseinsatz der Wehr mit den anderen „Kilwi-Vereinen“ (4. bis 7. September 2026).
Sein persönliches Schlusswort schloss den Dank an alle Mitglieder mit ein. Er trete jetzt in die hinteren Reihen. „Schenkt auch dem neuen Vorstand und Kommandanten Marc Herrmann eure Unterstützung und euer Vertrauen“, wünschte er sich zum Abschied. Stehende Ovationen waren Zeichen des Dankes und der Zuversicht, dass die Historische Bürgerwehr auch künftig so weiterarbeiten darf.





