Feuerwehrkommandant Manuel Nepple und Stellvertretender Feuerwehrkommandant Johannes Schnurr bestätigt. Aus dem Nordracher Gemeinderat.
Foto: Gisela AlbrechtDie Gemeinderats Sitzung am Montagabend im Rathaus hatte eine lange Tagesordnung, gleich drei Bauvorhaben wurden beraten. Zwei Bauvorhaben wurden lange und kontrovers diskutiert, was dazu führte, dass die Sitzung dreieinhalb Stunden dauerte.
Gemeinde verkauft Grundstücke
Zu Beginn der Sitzung informierte Bürgermeister Carsten Ehrhardt, dass die Gemeinde Grundstücke außerhalb der Bereiche Grafenberg und Bäumlisberg verkauft. Es handelt sich um drei Grundstücke, die auf der Homepage der Gemeinde ersichtlich sind. Die Vergabe erfolgt aufgrund des Kaufpreises und der Umsetzbarkeit des Nutzungskonzepts der Bewerber.
Valerie Ruscher bleibt Bürgermeisterin
Dann konnte Bürgermeister Carsten Ehrhardt die erfreuliche Mitteilung machen, dass in der Partnergemeinde Niedernai Valerie Ruscher Bürgermeisterin bleibt (als Ergebnis der Kommunalwahlen).
Bürgerschaftliches Engagement gewürdigt
Eine weitere gute Nachricht galt dem Förderverein des Nordracher Schwimmbads, der eine Auszeichnung erhält: Den Staatsanzeiger AWARD 2025 für die herausragende Leistung in der Kategorie ehrenamtliches, bürgerliches Engagement. Es gab bundesweit 56 Einreichungen, informierte Ehrhardt und Nordrach habe den 2. Platz erreicht.
Feuerwehrspitze neu gewählt
Ebenfalls sehr positiv bewertete Bürgermeister Ehrhardt, dass die Feuerwehrspitze in der Versammlung der Feuerwehr am 7. März 2026 neu gewählt wurde und die beiden Kandidaten von 33 anwesenden Kameraden 32 Ja-Stimmen erhielten (jeweils eine Enthaltung). Die Bestätigung und Ernennung durch den Gemeinderat war reine Formsache. Manuel Nepple kann seinen Dienst als Feuerwehrkommandant antreten; stellvertretender Feuerwehrkommandant ist Johannes Schnurr.
Betriebserweiterung Holzbau Bendler
Die Firma Holzbau Bendler plant eine Betriebserweiterung in Richtung Süden. Das Plangebiet schließt unmittelbar an die zuletzt errichtete Halle an. Herr Kernler vom Ingenieurbüro Zink stellte den Stand der Planung ausführlich vor und erläuterte das geltende Baurecht. Er zeigte die verschiedenen Ansichten der Fläche und erklärte, dass dieses Gebiet als Gewerbegebiet festgelegt ist und es daher keine Genehmigung durch das Landratsamt braucht. Kernler erläuterte die Stellungnahmen folgender Behörden: Baurechtsamt, Gewerbeaufsichtsamt, Amt für Landwirtschaft, Straßenbauamt, Naturschutzbehörde, Industrie- und Handelskammer und Polizei. Der Radweg entlang der Kreisstraße muss für das Bauvorhaben verschoben werden.
Eine längere Diskussion erfolgte zum Entwässerungsgraben, der entlang des Gebiets verläuft. Er wurde von behördlicher Seite als Gewässer eingestuft und dies hat zur Folge, dass laut Wasserwirtschaftsamt der Graben verdohlt werden muss. Bürgermeister Erhardt machte anhand der gezeigten Fotos deutlich, dass der Graben die meiste Zeit kein Wasser führt und sehr schmal ist. „Über die Einstufung als Gewässer muss noch gesprochen werden“, sagte er.
Der Stand im Bauverfahren ist, dass eine Offenlegung des Planungsentwurfs im Internet erfolgt für die Dauer von vier Wochen. Abschließend erklärte Ehrhardt: „Es ist gut, dass die Firma Bendler ihren Betrieb erweitert. Es gibt keine wesentlichen Hürden und das Projekt kann realisiert werden.“
Beschaffung Fahrzeug VW-Transporter
Der Bauhof benötigt die Ersatzbeschaffung eines Fahrzeugs. Es wird ein Transporter mit Pritsche angeschafft für 45.500 Euro, die Mittel sind im Haushalt vorgesehen. Es handelt sich um ein Neufahrzeug.
Anwendung des „Bau Turbo“
Mit dem Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus wurde ein Instrument geschaffen, das es Gemeinden ermöglicht, Wohnungsbau deutlich schneller zuzulassen. Für Nordrach eröffnet dies die Chance, innerörtliche Potenziale schnell zu aktivieren, um Wohnraum zu schaffen und Verfahren zu entlasten. Bürgermeister Erhardt erläuterte das Verfahren und warb um Zustimmung.
Einstimmig beschlossen wurde folglich, dass die Gemeinde Nordrach den „Bau-Turbo“ anwendet und die neuen Entbürokratisierungs- und Beschleunigungsmöglichkeiten nutzt. Insbesondere um bestehende Gebäude um ein Vollgeschoss aufzustocken oder Baulücken zu schließen. Bürgermeister Erhardt ermunterte mögliche Bauherren, sich des „Bau-Turbos“ zu bedienen.
Baugesuch: Neubau eines Lager- und Geräteschuppens
Der Bauherr beabsichtigt auf dem Grundstück Im Dorf 45 den Neubau eines Lager- und Geräteschuppens. Das Bauvorhaben befindet sich im Außenbereich. Lageplan und Ansichten wurden vorgestellt. Zur Größe der Halle entlang der Straße entwickelte sich eine längere Diskussion. Das Bauvorhaben wurde als „zu groß“ bewertet und die Frage gestellt, ob die Größe das Ortsbild beeinträchtigt.
Gemeinderat Günter Eble befürwortete das Vorhaben: „Die Landwirte sorgen für die Offenhaltung der Landschaft. Dafür brauchen sie Geräte und die brauchen einen Stellplatz.“ Diskutiert wurde auch die Meinung von Gemeinderat Markus Bendler, ob hier ein Präzedenzfall geschaffen wird. Dem widersprach Bürgermeister Erhardt: „Wir sind hier, um Einzelfallentscheidungen zu treffen.“ Dem Beschlussvorschlag, dem Bauantrag zuzustimmen, wurde mehrheitlich entsprochen (bei drei Gegenstimmen).





