Besonders stolz ist der Verein auf seine Neujahrskonzerte. Auch der Kinder- und Jugendchor ist eine Nummer für sich. Und auch sonst ist viel los.
Foto: Inka Kleinke-Bialy
Foto: Inka Kleinke-Bialy
„Das macht schon ein bisschen stolz, dass wir gesanglich inzwischen so eine Top-Leistung darbieten können“, blickte Stefan Lehmann, Vorsitzender des Gesangvereins „Frohsinn“, auf das vergangene Jahr zurück – insbesondere auf dessen Höhepunkt: das Neujahrskonzert in der Reichstalhalle. Das sei noch besser besucht gewesen als im Jahr zuvor, „wir konnten zeigen, was in uns steckt.“ Auch der um eine halbe Stunde vorgezogene Konzertbeginn habe sich positiv ausgewirkt.
Persönlich stolz zudem zeigte sich der Vorsitzende darauf, „dass wir es nach Jahrzehnten noch immer hinkriegen, nach dem Konzert ein kleines Theaterstück mit unserer Laienspielgruppe aufzuführen.“ Dafür dankte er auf der Mitgliederversammlung, die am vergangenen Samstagabend im „Hotel Bären“ stattfand, allen Beteiligten, insbesondere Theaterleiterin Katharina Müller.
„Wir haben auch wieder viel für die Kameradschaft gemacht, für den Zusammenhalt im Verein“, hob der Vorsitzende hervor. Er hofft darauf, dass dies weiter intensiviert und die entsprechenden Termine von möglichst vielen Mitgliedern wahrgenommen werden, “ich denke, unsere Ausflüge im letzten Jahr waren ziemlich gut gelungen.“
Aus den Jahresereignissen hob er überdies die Übernahme einer Blumentrog-Patenschaft für die Gemeinde hervor – das koste zwar jedes Jahr Geld, doch das sei es dem Verein wert.
„… ganz andere Stimmung“
In Bezug auf den Probenbesuch appellierte Stefan Lehmann an die Mitglieder: „Ich denke, da können wir wirklich noch an uns arbeiten – dass wir einfach probieren, die zwei Stunden am Dienstagabend für den Gesangverein freizuhalten.“ Jeder sehe: Bei einer hohen Probebeteiligung sei es eine ganz andere „Singerei“, als wenn nur die Hälfte der SängerInnen anwesend sei, zumal dann in der Woche darauf alles wiederholt werden müsse.
Dieser Bitte schloss sich Dirigent Viktor Kraus ausdrücklich an. Mit dem Zusatz: „Es macht gleich eine andere Laune, eine ganz andere Stimmung bei den Proben, wenn das Haus voll ist!“
Darüber hinaus bat der Vorsitzende mit Nachdruck jedes Mitglied darum, sich in die weitere Werbung von SängerInnen einzubringen, „damit wir noch ein paar mehr werden, am besten in jedem Alter – je mehr wir sind, desto schöner.“ Momentan zählt der Verein 40 aktive SängerInnen, in den Proben zu den Konzerten sind es derzeit jedoch 36. Überdies gehören dem Verein 107 passive Mitglieder an.
„ordentlich was geleistet“
Der Tätigkeitsbericht der scheidenden Schriftführerin Tanja Kasper ergänzte den Jahresrückblick des Vorsitzenden. In einer sogenannten „feuchten Probe“ – will heißen mit Umtrunk – ließ der Verein das Neujahrskonzert in Bild und Ton Revue passieren. Zur Vorbereitung hatten ein Probesamstag und ein Probe-Abend in der Reichstalhalle stattgefunden, desgleichen eine Generalprobe samt Hallenaufbau und Dekoration.
An Fronleichnam und am Stephanstag begleitete der Chor den Gottesdienst, auch zur Wiederwahl von Bürgermeister Richard Weith ließ „Frohsinn“ seine Stimmen erklingen. Einzelne Männerstimmen beteiligten sich am Jahreskonzert des Nordracher „Chor der Klänge“, der – ebenso wie der Oberharmersbacher Gesangverein – musikalisch von Viktor Kraus geleitet wird. Gleiches gilt für das Akkordeonorchester Haslach, bei dessen Jahreskonzert „Frohsinn“ auftrat. Und am Oberharmersbacher Weihnachtszauber sang der Chor Weihnachtslieder, mit instrumenteller Begleitung.
Gemeinsam wurden Geburtstage gefeiert und eine Beerdigung begangen. Bei einer Familienwanderung sowie einem Tagesausflug unter anderem in das Naturschutzgebiet Taubergießen widmeten die SängerInnen sich Kameradschaft und Geselligkeit.
Anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums des Schwarzwaldvereins halfen sie auf dem Brandenkopf. Im Rahmen der Kilwi absolvierten „Frohsinn“-Mitglieder 73 Arbeitseinsätze an den Öffnungstagen, à jeweils sechs bis acht Stunden, „da haben wir ordentlich was geleistet“, so die Schriftführerin. Für die Kilwi-Werbung wurden auf den gemeinsam betreuten Kanälen der Kilwi GbR jeweils 34 Beiträge veröffentlicht.
Finanziell sehr erfolgreich
„Was den Kassenstand betrifft, war das Jahr 2025 ein sehr erfolgreiches“, berichtete Kassenwart Florian Lehmann, „er hat sich von Null hinauf in den gut positiven Bereich bewegt.“ Das lag unter anderem daran, dass im Jahr 2024 aufgrund von Investitionen eine geringere Gewinnausschüttung durch die Oberharmersbacher Kilwi GbR erfolgt war als im Jahr 2025, zudem gab es in 2025 eine Rückerstattung der Gewerbesteuer seitens der Gemeinde.
Überdies durfte sich der Verein über großzügige Spenden freuen, eine davon gar posthum. Ein großes Dankeschön auch richtete der Kassierer an die Notenspender, die „jedes Jahr die Kosten der Noten auf sich nehmen.“
„Sehr wahrscheinlich werden wir zukünftig eine App nutzen, die generell die Organisationsstruktur vereinfacht und übersichtlicher gestaltet“, kündigte Florian Lehmann an. Das betreffe beispielsweise das Finanzthema ebenso wie die gesamte Terminplanung.
In die Zukunft blickte auch Vorsitzender Stefan Lehmann: Weil der örtliche Musikverein im kommenden Jahr sein 150-jähriges Jubiläum feiert und dann außerplanmäßig auch die Kilwi-Organisation übernehmen möchte, wird der Gesangverein diese Aufgabe in den Jahren 2028 und 2030 übernehmen, „und dann geht´s wieder im normalen Rhythmus weiter.“
„… was Grandioses, Außergewöhnliches“
Der einstimmigen Entlastung von Kassenwart und Gesamtvorstand schloss sich der Bericht des Dirigenten Viktor Kraus an. Den Höhepunkt stellte auch für ihn das Neujahrskonzert dar, „das war Spitze!“
Ausnahmslos positive Reaktionen habe er im Anschluss gehört, „die Leute waren begeistert vom Programm.“ Er dankte allen SängerInnen inklusive der beiden Solistinnen, und auch der Einstieg mit dem Auftritt des Kinderchors „Canto Amici“ habe „super funktioniert.“
Der nächste wichtige Auftritt für den Verein findet am 25. April in Ohlsbach statt, beim Jubiläumssingen zum 125-jährigen Bestehen des Chorverbands Kinzigtal. „Wir werden gemeinsam mit den Chören von Mühlenbach und Nordrach singen, da sind dann rund 80 Leute auf der Bühne“, freute sich Viktor Kraus, „das ist schon was Grandioses, Außergewöhnliches.“ Auch für diesen Auftritt werden wieder neue Lieder einstudiert, wenngleich „die Zeit rennt!“
Zeltplatz mit Klo-Nähe gesucht
Dem angegliederten Kinder- und Jugendchor „Canto Amici“ gehören 16 Kinder und Jugendliche von sechs bis 13 Jahren an. „Das ist eine riesige Spanne in dem Alter und entsprechend schwierig“, erklärte Chorleiterin Bettina Lehmann: „Es ist nicht einfach, das Programm so zu gestalten, dass sich keiner langweilt.“
Derzeit wird an modernen Pop-Liedern und Gospelsongs gearbeitet. Ebenso wichtig sind gemeinschaftliche Aktionen. Für dieses Jahr wird für das gemeinsame Zelten ein privater Zeltplatz mit Nähe zu einer
Toilette gesucht. Noch steht der Termin nicht, aber natürlich soll er in der warmen Jahreszeit stattfinden.
Auf dem Jahreskonzert hat „Canto Amici“ das erste Mal zweistimmig gesungen, noch dazu „sehr mutig“ spontan mit Klavier- und Bandbegleitung. Zuvor waren die jungen SängerInnen – ebenfalls in großer Besetzung – bei der VdK-Weihnachtsfeier aufgetreten – umso beachtenswerter, als dies Zusatzproben für die Weihnachtslieder bedeutet hatte.
Die eigentliche Chorarbeit besteht vor allem aus Stimmbildung und Vokalarbeit. „Die Kinder lachen sich zum Teil schepps wegen der Übungen“, berichtete die Chorleiterin ebenfalls lachend, „das macht sehr viel Spaß.“
Beste Probenbesucher, Wahlen
Mit einem großen Dankeschön an Helene Gerth für die zeitaufwändige Auswertung der Probenbesuche wurde unter großem „Oho!“ verkündet: Ganz vorn lag die Gruppe der Tenöre mit 75-prozentiger Probenbeteiligung. In der Einzelauswertung haben Helene Gerth und Christa Weiß sämtliche 46 Proben besucht. Die zweiten Plätze mit 45 Besuchen errangen Stefan Lehmann und Stefan Rombach, den dritten Platz mit nur zwei Fehlproben nimmt Maria Lehmann ein.
Unter der Leitung des stellvertretenden Bürgermeisters und Frohsinn-Mitglieds Klaus Laifer fanden turnusgemäße Neuwahlen statt. In ihren Ämtern bestätigt wurden Vorsitzender und Kassierer. Tanja Kasper übergab die Schriftführung an Bianca Huber, um sich innerhalb des Verwaltungsgremiums künftig auf das Thema „soziale Medien“ konzentrieren zu können.
Als Beisitzer fungieren Elli Gieringer, Simone Hug, Tanja Kasper, Maria Lehmann und Katharina Müller, ganz neu hinzugekommen ist Stefan Rombach. Die Kasse weiterhin prüfen werden Daniela Schwendemann und Klaus Laifer. Im Namen der Gemeinde dankte letzterer dem Verein sehr herzlich für alle Auftritte. Hinsichtlich der Wiederwahl des Vorsitzenden Stefan Lehmann brachte er dessen Amtsübernahme im Jahr 2022 in Erinnerung, wodurch er die Auflösung des Vereins verhindert hatte. Dafür zollte ihm die Mitgliederversammlung nun lang, lang anhaltenden Stakkato-Applaus.
„Wir haben den Verein vom Sterbebett geholt und wieder gut auf die Reihe bekommen“, resümierte der Wiedergewählte, bewusst vom „Wir“ sprechend. „Ich freue mich auf das, was in 2026 alles kommt und überhaupt auf die nächsten drei Jahre“, fuhr er fort, „gemeinsam können wir was erreichen.“
Bei den beiden Vizedirigentinnen Hannelore Liebke und Ulrike Sigl bedankte er sich im Namen des Vereins mit einem Gutschein für deren unermüdlichen Einsatz an jedem Dienstagabend im ersten Teil der Probe. Und bei der Gemeinde ausdrücklich für deren Unterstützung.
Rudolf Hug trat auf eigenen Wunsch vom Beisitz zurück. Seit 1982 gehört er dem Verein an, war über 36 Jahre im Verwaltungsgremium tätig. Mit großem Dank und Präsentkorb wurde er aus dem Vorstand verabschiedet. Die Art, wie das – ob seiner familiär bedingten Abwesenheit – per Fernschaltung über Laptop und Leinwandübertragung erfolgte, sorgte auf beiden Seiten für ausnehmende Erheiterung, für Frohsinn im wahrsten Sinne des Wortes.





