Lucky Kids & Teens und Stadtkapelle boten stimmungsvolles Programm.
Vergangenes Wochenende hatte die Stadt Seniorinnen und Senioren über 75 Jahre in die Schwarzwaldhalle eingeladen. 989 Personen wurden laut Bürgermeister Günter Pfundstein angeschrieben, rund 300 sind gekommen. Über dieses Echo freute sich Pfundstein. Er dankte der Sozialstation, der Firma Schnurr sowie Herrn Heizmann vom Roten Kreuz für die Übernahme von Fahrdiensten.
Die Bewirtung habe dankenswerter Weise der Musikverein übernommen. Serviert wurden Kaffee und Kuchen, sowie alkoholfreie und alkoholische Getränke. Die Kuchen wurden dankenswerter Weise von den Bäckereien Welle-Männle, Marie-Beck und Bäckerei Knäble bereitgestellt. Eigens begrüßt wurden auch die Vertreter der Sparkasse, Herrn Marktdirektor Jürgen Schmider, und die stellvertretende Leiterin der Volksbank-Filiale Eva Schuhmacher. Beide Institute hatten mit einer Spende zur Finanzierung des Nachmittags beigetragen.
„Viele von Ihnen haben Zeiten erlebt, die von tiefgreifenden Veränderungen geprägt waren“, wandte sich der Bürgermeister an die Seniorinnen und Senioren.
„Und auch heute erleben wir, dass sich unsere Welt immer schneller wandelt“, fuhr Pfundstein fort. „Technische Entwicklungen, gesellschaftliche Veränderungen und auch die weltpolitische Lage fordern uns alle heraus…Gerade in solchen Zeiten wird spürbar, wie wichtig der Zusammenhalt, persönliche Begegnungen und der Austausch zwischen den Generationen sind…Man muss nicht alle Entwicklungen und Veränderungen gut finden und mitmachen. Dennoch sollte jeder in jedem Alter eine gewisse Offenheit und Neugier für Veränderungen mitbringen. Stillstand bedeutet Rückschritt und der bringt meistens keine guten Lösungen“, gab der Bürgermeister zu bedenken.
„Die Bevölkerung wird älter – und das ist zunächst einmal ein Zeichen des Fortschritts“, so Pfundstein weiter. „Dies bedeutet, dass die medizinische Versorgung besser geworden ist und dass viele auf ein langes, erfülltes Leben zurückblicken können. Doch diese Entwicklung stellt uns auch vor große Herausforderungen. Unsere Sozialsysteme geraten zunehmend unter Druck. Die Frage, wie wir Rente, Pflege und medizinische Versorgung langfristig sichern, beschäftigt Politik und Gesellschaft gleichermaßen“, gab Pfundstein zu bedenken. Dennoch sei seine Botschaft für heute nicht Angst, sondern Zuversicht.“ In diesem Sinne wünschte der Bürgermeister allen Gästen einen unterhaltsamen Nachmittag und dankte allen, nicht zuletzt dem Kinderchor „Lucky Kis & Teens“, sowie der „Stadtkapelle“, die mit Gesang und instrumentaler Musik zum Programm beitrugen, sowie Bernhard Stelzer für sein visuelle Stadtführung.
Lucky Kids & Teenies
Den Anfang machte der Chor Lucky Kids & Teenies unter Leitung von Katharina Ben Aissa. Unterstützt wurde sie dabei von ihrem Mann Steffen Ben Aissa, der zudem für die Tontechnik sorgte. Die Kinder und Jugendlichen teilten sich in zwei Chorgruppen, die bisweilen allein, im Wechsel oder gemeinsam sangen. Das Tempo des ersten Songs „Feuerwehr“ war dem Thema entsprechend sehr flott. Der Titel danach, „Sei, wie du bist!“, ermunterte zum unverzichtbaren Selbstbewusstsein. Ein anderer Song, überschrieben mit „Riesengroß“, weckte den Wunsch nach dem Erwachsenwerden. Im Lied „Lichterkinder“ wurden die Kinder mit glänzenden Sternen verglichen. Die unbeschwerte Heiterkeit sollte jedenfalls in der Kindheit überwiegen und so das Miteinander erleichtern; „gemeinsam können wir viel erreichen“ lautete die Parole. Den Gesichtern der jungen Sängerinnen und Sängern war die Begeisterung anzusehen. Entsprechend quittierte das Publikum mit viel Applaus.
Zell im Wandel der Zeit
Bernhard Stelzer ist zwar in Zell a. H. geboren, lebt aber seit seiner Heirat vor 30 Jahren in Wolfach. Die Anhänglichkeit an Zell ist bei ihm freilich geblieben und er gehört zum Kreis der geschätzten Stadtführer. Verlegt hat er sich auf die zeitgeschichtlichen Veränderungen im Stadtbild. In seinem visuellen Gang durch die Stadt zeigte er z.B. das ältere „Gasthaus zur Sonne“, das 1974 abgebrannt ist, dann das „Gasthaus zum Raben“, das dem Neubau der Sparkasse Platz machte, sowie das „Haus Thoma“, an dessen Stelle die neue Volksbank errichtet wurde. Als Gebäude erhalten geblieben ist indessen die Bäckerei Helfrich, die zum „Café Alt Zell“ umgestaltet wurde. Verschwunden ist auch das einstige Kaufhaus Schlecht, in der Oberstadt am Eingang zum „Dörfle“. An seine Stelle trat das Bekleidungsgeschäft Giesler. Nicht fehlen durfte bei dem Rückblick der Mammutbaum, der einst als Deutschlands größter Christbaum herausgestellt wurde. Leider fiel er 2014 einem Blitzschlag zum Opfer. Das Merkmal „Tannenbaum-Städtchen“ ist jedoch dank des Schmucks an den Geschäften geblieben. Stelzer hegte die Hoffnung, dass diese Besonderheit auch so bleibt.
Auftritt der Stadtkapelle
Nach einer Pause begann die Stadtkapelle unter Leitung von Stefan Polap mit dem eigens für den ehemaligen Bürgermeister Hans-Martin Moll komponierten Marsch. Dieser war auch mit seiner Gattin anwesend und freute sich über den Ehrenerweis. Der nächste Titel „Vive la France“ war neu im Repertoire der Stadtkapelle. Den Anstoß dazu hat wohl die Partnerschaft von Zell mit Baume-les-Dames gegeben. Der Arrangeur Frank Bernaerts hat darin bekannte französische Chansons zu einem bunten Strauß zusammen gebunden. Nicht fehlen durfte im Programm der „Böhmische Traum“. Die Polka gehört wie man weiß zu den Vorlieben des Dirigenten. Beim neuseeländischen Shanty „The Wellerman Comes“ zeigten die Musiker und Musikerinnen, dass sie auch singen können, wie Ansager Fabion Pohlmann stolz unterstrich. Im Titel „Italo Pop Classics“, ein Medley von Erwin Jahreis, wurden Erinnerungen an die einstige Italiensehnsucht geweckt. Und auch das Potpourri „Abba Gold“ ließ frühere Hits aufleben. Besinnlich mutete die Melodie „My Dream“ an, die Jan Breig als Solist mit dem Flügelhorn intonierte. Den Abschluss des Konzerts und des unterhaltsamen Nachmittags bildete – wie konnte es anders sein – das Badner-Lied, das von den Anwesenden mit Begeisterung mitgesungen wurde.





