Die Oberharmersbacher LandFrauen blickten auf ein Jahr voller „Herz, Humor und jeder Menge Tatkraft“ zurück. Für die turnusgemäßen Neuwahlen im nächsten Jahr sucht Vorsitzende Magdalena Armbruster eine Nachfolgerin.
„Im vergangenen Jahr waren die LandFrauen wieder fleißig unterwegs“, resümierte Schriftführerin Simone Kasper auf der diesjährigen Mitgliederversammlung, „oft geplant, manchmal spontan und manchmal – trotz intensiver Vorbereitung – wetterbedingt dann kurzfristig eben doch nicht.“
Mit wissendem Schmunzeln reagierten die im Hotel Bären Versammelten, allen voran die Vorsitzende Magdalena Armbruster. Die hatte zwei Gründe, sich richtig zu freuen: Zum einen darüber, dass sich unter den Anwesenden die 2025 zum Ehrenmitglied ernannte Anna Rombach befand, zum anderen hat der Verein im vergangenen Vereinsjahr fünf neue Mitglieder gewonnen und zählt somit insgesamt 75 Köpfe.
Deren Aktivitätenliste umfasste einiges. Kurz nach der Generalversammlung trafen die Frauen sich im April, um „mit viel Geschick und Geduld“ die traditionelle LandFrauen-Palme zu binden. Im Mai stemmten sie anlässlich der Einwohnerversammlung die Bewirtung. „Dank der Einnahmen konnten wir 650 Euro an den Schwimmbad-Förderverein spenden“, hob die Schriftführerin in ihrem Tätigkeitsbericht hervor, „eine schöne Aktion, die zeigt, dass Vereinsarbeit auch der ganzen Gemeinde zu Gute kommt.“
Die Bewirtung am Heimatsommer hingegen musste aufgrund schlechten Wetters abgesagt werden. „Da die Vorbereitungen dafür immer sehr aufwändig sind und wir alle nicht jünger werden, haben wir beschlossen, uns künftig nicht mehr daran zu beteiligen.“ Oder anders gesagt: „Man muss wissen, wann es Zeit ist kürzer zu treten – zumindest ein kleines bisschen.“
Im Juli unterstützten die LandFrauen den Schwarzwaldverein bei seinem Jubiläum am Brandenkopf. Auch hier hat sich gezeigt, dass Vereine zusammen halten – vor allem, wenn viele Hände gebraucht werden. Im Rahmen der Kinderferienbetreuung wiederum wurde geschnitten, gebunden und gelacht: beim Basteln von Strohtieren mit den Kindern.
Viele verbindende Momente
Beim Erntedank-Altar stellten die LandFrauen – mittlerweile traditionell – ihr handwerkliches und gestalterisches Geschick unter Beweis, als Symbol für Dankbarkeit und Zusammenhalt. Simone Kasper dankte den Organisatorinnen. Ein weiterer wichtiger Termin war der Kaffee- und Kuchenverkauf bei Gallenkilwi und Naturparkmarkt: „Dank vieler fleißiger Bäckerinnen konnten wir wieder eine große Auswahl anbieten.“
Als besonderen, vereinsinternen Höhepunkt bezeichnete die Schriftführerin den alljährlichen Jahresausflug, der diesmal mit Kasper-Reisen zur Insel Mainau führte. Frei nach dem Motto: „Blumen, Sonne, Seeblick – was will Frau mehr?“ Bewegung schrieben die Mitglieder beim Frühjahrs- und Herbst-Gymnastikkurs groß, sowie beim zweiten Teil des Line-Dance-Kurses. Und nach dem Gesundheitsvortrag zum Thema „Schmerzen im Bewegungsapparat“ „hat sich so mancher Rücken danach gleich ein bisschen besser angefühlt.“
Der Winter schließlich stand im Zeichen des Bastelns von Winterdekoration, Adventskaffee und Weihnachtsfeier. Bei letzterer wurde das neue Vereins-T-Shirt verteilt, „mit denen wir bei zukünftigen Veranstaltungen einheitlich auftreten können – und sofort als LandFrauen Oberharmersbach erkennbar sind.“
Das Vereinsjahr 2025 sei – trotz mancher Hürden des Alltags – reich an Begegnungen, Aktivitäten und Momenten gewesen, „die uns verbinden“, schloss die Schriftführerin ihren Bericht. Aus einem Lied für den Religionsunterricht zitierte sie: „Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern“ und sie bekräftigte: „Genau das tun wir LandFrauen- mit Herz, Humor und jeder Menge Tatkraft!“ Wobei eines sicher sei: Ein Verein lebe nicht von Terminen und Protokollen, „sondern von Menschen wie Euch.“
Vielfacher Dank
Die Vorsitzende würdigte Simone Kaspers Herzblut-Vortrag mit einer Umarmung: „Wenn ich dich nicht hätte!“ Mit nicht weniger Einsatz trug Kassenwartin Elke Huber das Zahlenwerk vor. Deren sorgfältige und gewissenhafte Arbeit unterstrich Kassenprüferin Anja Jilg. Als Gemeinderätin – und im Namen von Bürgermeister Richard Weith – sprach sie auch dem Gesamtvorstand sowie sämtlichen Landfrauen große Anerkennung aus: „Danke, dass Ihr immer da seid.“
Als Vorsitzende des örtlichen Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands (BLHV) wiederum dankte sie den LandFrauen für die gemeinsame Bewirtung an einem Wochenende des Oberharmersbacher Weihnachtszaubers und der Kassiererin Elke Huber für die geleistete Zusatzarbeit. Die Entlastung von Kasse und LandFrauen-Gesamtvorstand war eine einstimmig erfolgende Formsache.
Vorsitzende Magdalena Armbruster überreichte jedem einzelnen Vorstandsmitglied eine liebevoll geschmückte, eiserne Blumenstecker-Biene als symbolischen Dank für Hilfe, Einsatz und Zusammenarbeit. Mit Blick auf die im Jahr 2026 turnusgemäß anstehenden Neuwahlen verkündete sie, ihr Amt dann zur Verfügung zu stellen – „ich hab´ privat einfach zu viel um den Kopf“ – und bat darum, die Nachfolge im Vorfeld zu regeln.
Ehrungen
Im Anschluss nahm die Vorsitzende die Ehrung langjähriger Mitglieder vor. Seit 30 Jahren mit dabei sind Lioba Jilg und Gabriele Ritter; seit 15 Jahren: Beate Kornmayer, Martina Repple, Rita Schwarz, Michaela Neuberger; seit zehn Jahren: Stefanie Fritsch und Christina Pfundstein. Magdalena Armbruster selbst wurde für 25-jährige LandFrauen-Mitgliedschaft geehrt. Leider nur vier der „Langjährigen“ war es möglich, die Würdigung persönlich entgegen zu nehmen.
Infos von Bezirk und Verband
Karla Wöhrle hatte den Weg von Gutach her angetreten, um als LandFrauensprecherin des Bezirks zu berichten. In ihrer Funktion wurde sie bei den letztjährigen Neuwahlen bestätigt. Irmgard Lehmann agiert als ihre Stellvertreterin, Elke Furtwengler als Beisitzerin – beide gehören dem Oberharmersbacher Ortsverein an. Als neues Mitglied im Bezirksvorstand ist nun auch Julia Vollmer aus Nordrach Beisitzerin.
Am 10. Juli um 17 Uhr findet in Biberach-Prinzbach in der Scheune des Brunnenhofs von Rita Vitt der jährliche Bezirkslandfrauentag statt. Im nächsten Jahr wird es einen großen LandFrauentag in Oberkirch geben, organisiert vom Ernährungszentrum und aufgebaut in Form eines Workshops.
Überdies berichtete Karla Wöhrle von alljährlich stattfindenden Gesprächen. Zwei feste Termine gibt es zum einen stets mit dem Landrat, zum anderen im Landwirtschaftsamt mit dem Dezernenten. „Da sind wir wirklich auch froh, wenn Themen aus Eurer Mitte kommen“, so die Bezirkssprecherin, „Dinge, die uns hier im Ortenaukreis betreffen.“ Dauerbrenner seien natürlich die ärztliche Versorgung und der Öffentliche Personennahverkehr.
Die vom Verband im letzten Jahr geleistete Arbeit habe viel mit den Landtagswahlen zu tun gehabt, erläuterte Karla Wöhrle überdies. Die Forderungen, die die LandFrauen an die Politik stellen, beträfen unter anderem Pflege, Wohnort, Alterssicherung, Zukunftsfähigkeit, Ernährungssouveränität – das alles unter den Stichworten „verlässlich und frauengerecht“.
Internationales Jahr der Landwirtin
Auch zum heuer von den Vereinten Nationen (UN) ausgerufenen internationalen Jahr der Landwirtin äußerte Karla Wöhrle sich. Wobei es darum gehe, Frauen in der Landwirtschaft sichtbar zu machen. „In vielen Regionen ist die Arbeit von Frauen in der Wertschöpfungskette und Ernährungssicherheit extrem wichtig“, so die Sprecherin, zudem trügen diese Frauen zur Sicherung von Einkommen bei, gerade auch in wirtschaftlich schwachen Regionen. Dieser Arbeit gelte es Anerkennung zu verschaffen, sie sichtbar zu machen.
Ziel der UN-Aktion sei unter anderem eine Verbesserung des Zugangs zu Kapital. Karla Wöhrle: „Es ist einfach so, dass Landflächen und Betriebe entweder durch Männer geführt sind oder es für Frauen einfach schwierig ist, überhaupt Kapital oder auch Land zu bekommen.“ Für diese Frauen sollen Beratung und Qualifizierung gefördert werden.
Sowohl im Verband als auch im Bezirk sind zu diesem Thema Aktionen und Veranstaltungen geplant.
Digitales Agrarbüro
Überdies ging die Bezirkssprecherin auf die Vielzahl der vom LandFrauenverband angebotenen Seminare ein, die auf dessen Homepage einsehbar sind. „Ganz viele Online-Seminare zum Thema Social Media“ gebe es beispielsweise.
Besonders hob sie das Seminar „Das Agrarbüro digital strukturieren“ hervor. Das habe sie selbst besucht und für sehr gut befunden (die Ortsvorsitzende pflichtete ihr kräftig bei). Wenn dieses Seminar nochmals „hier in der Nähe“ oder im Ortenaukreis stattfinden solle, dann sollten die LandFrauen ihr Interesse bekunden – „je mehr, desto besser.“
Schließlich machte Karla Wöhrle auf die bei den Landfrauen bestehende Beratungsmöglichkeit von Frauen mit sozialen Fragen aufmerksam, zur Hilfe bei Burnout oder wenn es im Betrieb nicht rund läuft. „Bei uns im Bezirk ist der Kümmerer beziehungsweise die Ansprechpartnerin die LandFrauenvorsitzende Rita Vitt in Biberach-Prinzbach, sie vermittelt dann auch weiter.“
Viel los auch in 2026
Die Ortsvorsitzende Magdalena Armbruster stellte das Oberharmersbacher LandFrauen-Programm für das laufende Jahr vor. Für den als nächstes anstehenden Termin des Palmenbindens bittet sie um viele helfende Hände, die jeweils viel Grün und eine Schere mitbringen mögen. Einsehbar ist das Ortsprogramm unter www.landfrauen-oberharmersbach.de.
Mit Abschluss des offiziellen Teils widmeten sich die rund 30 Anwesenden fröhlicher Geselligkeit, magisch überrascht durch den ehemaligen Fußballprofi und nun professionellen Zauberkünstler Alfred Metzler.





