Die Fällung des an der Wurzel geschädigten Baumes ist für Mittwoch, 25. März 2026, geplant. Während der Arbeiten wird die Hauptstraße teilweise gesperrt.
Eine markante Linde an der L94 stadtauswärts muss gefällt werden. Nach mehreren Untersuchungen und Jahren mit zunehmenden Vitalitätsproblemen sieht die Stadt keine andere Möglichkeit mehr.
Nachlassende Vitalität
Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen, erklärt Bürgermeister Günter Pfundstein. Der Baum werde seit Jahren regelmäßig kontrolliert. „Die Vitalität der Linde hat über längere Zeit deutlich nachgelassen“, sagt Pfundstein. Schon seit 2021 wurde der Baum sogar halbjährlich überprüft, nachdem zuvor jährliche Kontrollen ausgereicht hatten.
Besonders auffällig sei der Zustand der Krone. Im Vergleich zu einem benachbarten Baum zeige die Linde deutlich weniger Feinverzweigungen. Auch nach Pflegeschnitten habe sich kein neues Wachstum mehr entwickelt. Sichtkontrollen hätten den Eindruck eines fortschreitenden Rückgangs bestätigt.
Faule Wurzeln
Um den Zustand genauer zu beurteilen, ließ die Stadt im September 2025 eine Bohrwiderstandsmessung am Stammfuß durchführen. Dabei wird mithilfe eines speziellen Messgeräts geprüft, wie fest das Holz im Inneren des Baumes ist. Die Untersuchung deutete auf Fäule im Wurzelbereich in Richtung Straßenraum hin.
„Der Stamm selbst wirkt zwar noch stabil, doch das Problem liegt im Wurzelbereich“, erläutert Pfundstein. Gerade dort lasse sich ein Schaden von außen oft nicht erkennen – vor allem, wenn der Baum wie in diesem Fall zwischen Gehweg und Straße steht. Die kleine Baumscheibe erschwere zudem eine genaue Beurteilung.
Standsicherheit fragwürdig
Aus fachlicher Sicht könne die Standsicherheit des Baumes nicht mehr garantiert werden. Da sich die Linde an einer stark befahrenen Straße befindet und zudem in unmittelbarer Nähe eines Einkaufszentrums steht, wäre ein Umstürzen mit erheblichen Risiken verbunden. „Die Verkehrssicherheit hat hier oberste Priorität“, betont der Bürgermeister. Die Experten hätten deshalb empfohlen, den Baum zu fällen.
Stadt pflanzt neue Bäume
Gleichzeitig verweist die Stadt darauf, dass regelmäßig neue Bäume gepflanzt werden. Allein im vergangenen Jahr wurden 36 Bäume im Stadtgebiet gesetzt – darunter Ersatzpflanzungen am Ortseingang entlang der Zeller Keramikfabrik, neue Bäume auf dem Friedhof, an der Ritter-von-Buß-Schule sowie entlang des neuen Radwegs beim Ritterparkplatz. Auch am Dorfbach in Unterentersbach wurden weitere Bäume gepflanzt.
In Baumkataster dokumentiert
Der gesamte Baumbestand der Stadt wird systematisch erfasst. Rund 1.300 Bäume im Stadtgebiet und etwa 700 im Außenbereich sind in einem Baumkataster des Betriebshofs dokumentiert. Je nach Alter, Standort und Zustand werden sie regelmäßig überprüft.
„Bäume sind für das Stadtbild und das Klima enorm wichtig“, sagt Pfundstein. „Aber wenn die Sicherheit nicht mehr gewährleistet ist, müssen wir handeln.“ Für die gefällte Linde sollen deshalb an anderer Stelle im Stadtgebiet Bäume nachgepflanzt werden.





