Naturschützer bauen Bruthilfe aus Lehm für den Eisvogel

Die junge Naturschutzgruppe aus Biberach und Prinzbach kümmert sich nicht nur um Amphibien. Im Fokus steht nun auch der Eisvogel.

Der Eisvogel brütet bevorzugt an steilen Lehmufern, in die er seine Brutröhren gräbt. Da es davon im Kinzigtal nur wenige gibt, hatte „Storchenvater“ Franz Trautwein bereits vor einigen Jahren eine Eisvogelkiste mit künstlichen Brutröhren gebaut. Weil Eisvögel ihr Eigenheim offenbar lieber selbst errichten, ignorierten sie die nachgeahmte Nisthilfe. Kurzerhand konstruierte Trautwein den Kasten um.

Hilfsmittel Eimerrutsche

Die Bauhofmitarbeiter der Gemeinde Biberach schraubten eine Eimerrutsche zusammen, die Firma Swietelsky lieferte kurzfristig Lehm – und schon begann die Arbeit. Sechs Erwachsene und vier Kinder der Biberacher und Prinzbacher Naturschützer sowie des NABU Mittleres Kinzigtal schaufelten drei Stunden lang ununterbrochen Lehm in Eimer und ließen diese die Rutsche hinabsausen. Unten angekommen wurden die Eimer auf Schubkarren geladen, zur Eisvogelwand transportiert, dort entleert und der Lehm verdichtet.

Jetzt muss es trocknen

Sobald der Lehm etwas abgetrocknet ist, werden an der Vorderseite des Kastens in Richtung eines kleinen Bächleins Bretter entfernt, sodass Lehmflächen freigelegt werden. Dort kann der Eisvogel mit seinen Bauarbeiten beginnen und Brutröhre und -kessel nach eigenen Vorstellungen anlegen.

Eisvögel jagen über Helfer hinweg

Fast so, als wollten die Vögel prüfen, ob die Arbeiten gelungen sind, jagte ein übermütiges Eisvogelpaar mit lautem Pfeifen über die Naturliebhaber hinweg. Mit einem seltenen Anblick der „fliegenden Edelsteine“ – wie die Eisvögel wegen ihres schillernden Gefieders genannt werden – schienen sie die Helfer für ihren Einsatz zu belohnen.

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