Mehr als 500 Bürgerinnen und Bürger haben sich zwischen Ende Oktober und Mitte Dezember 2025 an einer Umfrage zur Zeller Innenstadt beteiligt. Das Ergebnis zeigt eine solide Basis – aber auch Handlungsbedarf.
Besonders positiv bewertet wird der Wochenmarkt: 77 Prozent der Befragten vergeben die Schulnoten 1 oder 2. Auch das Dienstleistungsangebot (72 Prozent positive Bewertungen), die gute Erreichbarkeit mit dem Pkw sowie meist geringe oder nicht erhobene Parkgebühren finden Zustimmung. Als Stärken nennen viele Bürger zudem die historische Architektur mit Fachwerk- und Jugendstilfassaden, den Kanzleiplatz, den Storchenturm sowie die Gassen in der zweiten Reihe. Die kompakte Struktur mit kurzen Wegen wird ebenfalls geschätzt. Das teilt die Stadt Zell in einer Pressemitteilung mit.
Unzufrieden mit dem Leerstand
Deutlich kritischer fällt das Urteil beim gastronomischen Angebot aus. 75 Prozent der Befragten sehen hier Verbesserungsbedarf. Gewünscht werden vor allem mehr Cafés und Bars für den Abend. Auch beim Einzelhandel wünschen sich 55 Prozent mehr Vielfalt – insbesondere im Bereich Schuhe. Zwar bleibt Shopping das wichtigste Besuchsmotiv, doch Leerstände und Angebotslücken werden zunehmend als Problem wahrgenommen. Ein weiterer Wunsch betrifft die Hauptstraße: Viele Teilnehmer fordern eine Reduzierung des Durchgangsverkehrs, um Aufenthaltsqualität und Sicherheit zu erhöhen.
Maßnahmen entwickeln
Gleichzeitig zeigt die Umfrage auch, dass knapp ein Drittel der Befragten angibt, die Innenstadt in zwei Jahren seltener besuchen zu wollen. IHK-Innenstadtberater Thomas Kaiser sieht darin einen klaren Handlungsauftrag. Eine attraktive Innenstadt sei kein Selbstläufer.
Bürgermeister Günter Pfundstein bezeichnet die Ergebnisse als wichtigen Kompass. Zugleich verweist er darauf, dass nicht alle Wünsche realisierbar seien. Zusätzliche Lebensmittelgeschäfte etwa seien angesichts des veränderten Einkaufsverhaltens nicht mehr darstellbar.
Die Stadt will die Ergebnisse nun gemeinsam mit IHK, Einzelhandel und Gastronomie weiter auswerten und konkrete Maßnahmen entwickeln. Die vollständige Auswertung ist auf der städtischen Homepage im Bereich „Aktuelles“ einsehbar.





