„Altes Kirchturmdenken aufgeben und gemeinsam Neues wagen“

Beim Empfang im Kultur- und Vereinszentrum wurde nochmals die Tragweite des besonderen Tages deutlich. Pfarreiratsvorsitzende Jutta Uhl betonte: „Wir sind gut gestartet, wir sind gut gerüstet.“

 

Nach dem Gottesdienst in der Pfarrkirche kamen nahezu alle Gemeindemitglieder aus der Kirche zum Empfang in das Kulturzentrum. Reden, Essensangebot, musikalischer Rahmen und Gespräch und Begegnung – da bleiben die Besucher gern lange zusammen.

Die Gemeindeteams und Helfer der umliegenden Gemeinden haben den Empfang organisiert und ausgerichtet. Die Vorsitzende des Pfarreirats, Jutta Uhl, begrüßte die Gäste. Ihr besonderer Gruß galt den Vertretern der Landes- und Kommunalpolitik und den Vertretern der evangelischen Kirche.

Jutta Uhl ist schon seit 25 Jahren in verschiedenen Gremien im kirchlichen Umfeld verantwortlich tätig und vielen Gästen gut bekannt. Sie erinnerte an den Entstehungsprozess der neuen Kirchengemeinde Kinzigtal. Sie war selbst Teil des Übergangs-Leitungsgremiums und hat diese Arbeit als sehr intensiv, aber konstruktiv erlebt. Für die Gründungsvereinbarung der neuen Kirchengemeinde waren 15 Arbeitsgruppen im Einsatz und sogar ein Gremium wurde gebildet, mit dessen Namen man jede Galgenmännchen-Runde gewinnen würde. „Das Vorfeldentscheidungsgesetz-Gremium“, erkläre sie schmunzelnd.

„Aber jetzt ist es soweit: Wir – das ist die Kirchengemeinde Kinzigtal – stehen heute erstmals hier zusammen“, machte Jutta Uhl die Tragweite des Tages deutlich. Aus 22 Pfarreien in ehemals sechs Seelsorgeeinheiten ist eine Kirchengemeinde geworden. Mit 660 Quadratkilometern gehört sie zu den größten Kirchengemeinden. Sie freue sich darauf, Synergien zu finden; schauen, wo Bewährtes erhalten werden kann und wo gemeinsam Neues gewagt werde.

Die Vorsitzende des Pfarreirats zeigte sich entschlossen: „Es soll uns auch weiterhin gelingen, altes Kirchturmdenken aufzubrechen und Neuen gemeinsam zu denken. Wir sind gut gestartet, wir sind gut gerüstet – 2026 haben wir geschafft – 2030 kann kommen – Packen wir es an!“

Bürgermeister Günter Pfundstein: „Kirche und Kommune sind eine gute Partnerschaft“

„Es war ein wunderschöner Gottesdienst und die Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt“, sagte Bürgermeister Pfundstein zu Beginn seiner Rede. Die Kirche stehe vor tiefgreifenden Veränderungen: Das kirchliche Leben ist einer Wohlstandsgesellschaft nicht selbstverständlich, führte er weiter aus. Die Kirche habe auf die Entwicklung mutig reagiert und es gelte, zuversichtlich nach vorne zu schauen. „Dieser Schritt verlangt Mut, Weitsicht und Menschen, die Verantwortung übernehmen“, betonte Pfundstein. Die Kirche ist bei uns fest verwurzelt, sie gibt Orientierung und bringt die Menschen zusammen: So wie heute.

„Kirche und Kommune sind eine gute Partnerschaft“, machte der Bürgermeister deutlich. Er wünschte der neuen Kirche, dass sie ein Ort ist, der für Vielfalt steht und ein Ort, bei dem Veränderung nicht Angst macht, sondern sich der Zukunft zuwendet. Abschließend betonte er: “Wir wissen den Wert einer lebendigen Kirche vor Ort zu schätzen und begleiten den Weg mit Wohlwollen. Veränderung eröffnet neue Chancen.“

Pfarrer Michael Lienhard: Es ist ein gutes Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen

Er habe die letzten Jahre als sehr positiv erlebt, weil sich viele Menschen für die neue Kirchengemeinde eingesetzt haben, erklärte Lienhard zu Beginn. Er betonte das gute Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen in den Gremien. „Es kommt darauf an, was man daraus macht“, sei sein persönliches Motto.

Zu einer Pfarrei gehöre ein Namenspatron, dies ist für die neue Kirchengemeinde der Heilige Symphorian. Bei einem Besuch in Frankreich habe er den Ort kennengelernt, in dem Symphorian gelebt hat und gestorben ist, berichtete Lienhard. Er rief dazu auf, mit Hoffnung in die Zukunft zu gehen und zitierte ein bekanntes Lied von Dietrich Bonhöffer, in dem dieser auch eine Hoffnung und Zuversicht zum Thema macht. Anschließend betonte Pfarrer Lienhard: „Seien wir offen für alle und dass wir ein gutes Miteinander haben, dann braucht uns vor der Zukunft nicht bange sein.“

Musiker von der Zeller Stadtkapelle sorgten für einen feierlichen musikalischen Rahmen: Fabian Pohlmann und Robert Maier erhielten Applaus für ihre Beiträge.

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