Die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Zell a. H. hat bei ihrer Jahresversammlung eine insgesamt positive Bilanz für 2025 gezogen.
Über 120 Euro pro Festmeter Fichtenstammholz der Bauholzklasse – so gute Preise hat die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Zell a.H. seit Jahren nicht mehr gesehen. Bei der Jahresversammlung am Mittwochabend im Dorfgemeinschaftshaus Unterentersbach zogen die Verantwortlichen vor rund drei Dutzend Mitgliedern eine insgesamt positive Bilanz für 2025.
Nach Angaben von Förster Klaus Pfundstein war 2025 „seit Längerem wieder ein normales Waldjahr“. Größere Sturmschäden blieben aus, es gab kaum Schneedruck, auch der Borkenkäfer spielte nur eine untergeordnete Rolle. Entsprechend konnte der Holzeinschlag überwiegend planmäßig erfolgen. Ein Umstand, der in den vergangenen Krisenjahren eher die Ausnahme war.
Holz gut gefragt, Preise gestiegen
Die Nachfrage nach Holz sei über weite Strecken des Jahres hoch gewesen, berichtete er weiter. Exporte nach Fernost seien letztes Jahr nicht nötig gewesen. Besonders Nadelholz ließ sich nahezu vollständig vermarkten. Das wirkte sich auch auf die Preise aus: Der Leitpreis für Fichtenstammholz stieg von 105 Euro pro Festmeter im zweiten Halbjahr 2024 auf 112 Euro im ersten Halbjahr 2025 und kletterte bis Herbst auf rund 122 Euro. Auch Palettenholz und Douglasie erzielten höhere Erlöse; Douglasien-B-Holz lag bei rund 135 Euro.
Industrieholz bereitet Sorgen
Laubholz zeigte ein gemischtes Bild. Gute Buchenqualitäten blieben stabil gefragt und erzielten Preise zwischen 120 und 130 Euro pro Festmeter. Schwächere Qualitäten konnten dagegen nur zu deutlich niedrigeren Preisen zwischen 80 und 105 Euro verkauft werden. Als Sorgenkind bezeichnete Pfundstein das Industrieholz: Die Nachfrage gehe zurück, unter anderem durch den schrumpfenden Papiermarkt. Geliefert wird Waldholz an die Papierfabrik Maxau, die Preise lagen bei 45 Euro pro Festmeter.
Brennholz stabilisiert sich
Beim Brennholz hat sich der Markt nach den extremen Ausschlägen der Vorjahre beruhigt. Der russische Angriff auf die Ukraine hatte 2022 zu Hamsterkäufen und Preissprüngen geführt. In den Folgejahren wirkte sich das volle Lager bei vielen Haushalten auf die Nachfrage aus, 2024 brach der Markt ein. 2025 lag das Preisniveau zwischen 70 und 80 Euro pro Festmeter.
Einschlag und Erlöse
Insgesamt wurden im Gebiet der FBG im Jahr 2025 25.141 Festmeter Holz eingeschlagen. Davon gingen knapp 11.840 Festmeter in Selbstwerbung durch die Waldbesitzer, weitere 4.000 Festmeter wurden für den Eigenverbrauch genutzt. Über die FBG-Kasse wurden 9.304 Festmeter vermarktet. Die Durchschnittserlöse lagen 2025 bei knapp 90 Euro pro Festmeter – der höchste Wert seit mindestens zehn Jahren, auch wenn steigende Kosten für Arbeit und Maschinen den Preis teilweise relativieren.
Förderung, neue Regeln und lange Fristen
Ein weiteres Thema der Versammlung waren Förderprogramme. Therese Palm vom Landratsamt Ortenaukreis stellte die noch junge Förderung von sogenannten Habitatbaumgruppen vor. Dabei werden alte, strukturreiche Bäume und sie umgebende Gehölze für 20 Jahre unter Schutz gestellt. Waldbesitzer erhalten dafür gestaffelt nach Baumart und Brusthöhendurchmesser eine einmalige Zahlung. Für eine Eiche mit mindestens 80 Zentimetern Durchmesser gibt es beispielsweise 560 Euro Grundbetrag plus 415 Euro für jeden weiteren Baum in der Gruppe. Das Programm lohne sich vor allem für Bäume und Lagen, die wirtschaftlich kaum noch genutzt werden können, erklärte die Forstwirtin.
Zur europäischen Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR) berichtete WSO-Geschäftsführer Klaus Weber, dass deren Anwendung erneut verschoben wurde. Für kleine und Kleinstunternehmen gelte sie nun erst ab Juni 2027. Bis April 2026 soll die EU-Kommission prüfen, wie sich die Vorgaben vereinfachen lassen. Der politische Druck sei hoch, hieß es – man rechne mit weiteren Änderungen.
Den kompletten Bericht finden Sie in der Print-Ausgabe der Schwarzwälder-Post.





