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Zell-Unterentersbach | 23.12.2025

Zeller Geschichte(n): Ein Unterentersbacher gründete die Zeller Keramik

von Horst Feuer

Wir schreiben das Jahr 1790, als der am 5. Oktober 1766 in Unterentersbach geborene Hafnergeselle Joseph Anton Burger beim Rat der Stadt die Erlaubnis zur Herstellung von bemaltem Steingut beantragte und auch erhielt.

Foto: Horst Feuer
Der Grabstein von Josef Anton Burger im Zeller Stadtpark.
Foto: Repro: Horst Feuer
Der Eingang zur Oberen Fabrik, links der Engelbau (heute Sozial- station).

Sein Vater Joseph war Krämer und handelte mit allerlei Waren, seine Mutter Magdalena Faist, geb. Rottmann (Rothmann?!) war die Tochter von Andreas Rottmann, Bürger und Bauer in Unterentersbach. Als die Mutter starb, heiratete der Vater 1770 in 2. Ehe die ebenfalls aus Unterentersbach stammende Maria Eva Schweis, deren Mutter eine geborene Willmann war.

Auf Wanderschaft

Joseph Anton Burger war nach seiner Lehre in Zell mehrere Jahre in Frankreich und in der Schweiz auf Wanderschaft gewesen und hatte sich dabei insbesondere für die Herstellung von bemaltem Steingut interessiert. Er war fest entschlossen, dafür nötige Öfen und alle anderen Voraussetzungen zu schaffen, um eine Steingutfabrik zu gründen.

Fayencen-Werkstatt im Dörfle

Zwei Jahre später – 1792 – mietete er dann im Dörfle, oberhalb der Stadt, einen Raum und eröffnete eine „Fayence-Werkstatt“. Er experimentierte mit weißbrennendem Steingut und versuchte sich mit dem Bau eines dafür notwendigen Brennofens.

Und wieder zwei Jahre später – 1794 – schloss er mit dem Zeller Magistrat einen Vertrag über die Genehmigung zur Gründung einer „Steinguth-Fabrick“ und erhielt dafür sogar einen Kredit der Stadt: „Der Rath war überzeugt, dass Burger dem hiesigen gemeinen Wesen nützlich werden könne!“ Und tatsächlich entwickelte sich aus seiner Werkstatt in den folgenden Jahren die „Zeller Obere Steingut-Fabrik“, eine der ersten im ganzen Deutschen Reich und der Ursprung der „Zeller Keramik“.

Starkes Wachstum

Nach mehrfachen Eingaben und intensiven Prüfungen seiner Erzeugnisse erhielt er 1807 dann endlich auch vom badischen Großherzog die offizielle Erlaubnis zur fabrikmäßigen Herstellung von bemaltem Steingut.

Burger holte sich 1802 mit dem Lahrer Jakob Ferdinand Lenz zusätzliches Kapital in den Betrieb und bald fanden mehr als hundert Menschen Arbeit und Brot. 1805 kam als weiterer Geldgeber der Lahrer Kaufmann Georg Schnitzler hinzu. Die Firma wuchs beständig, der jährliche Holzverbrauch erreichte 4000 Ster, allein 35 Mann waren nur im Wald beschäftigt.

Burger verlässt die Fabrik

Und doch verkaufte Burger nach 25 Jahren, 1819, seine Anteile und zog wenig später nach Haslach. Von seinen Kindern waren acht früh gestorben und eines sogar in seinem Gewerbekanal ertrunken, vielleicht war auch das ein zusätzlicher Grund, das 1815 auf dem Fabrikgelände errichtete Herrenhaus („Engelbau“, heute Sozialstation), die Firma und auch Zell zu verlassen.

Er siedelte nach Haslach um, ließ sich 1828 dort zum Bürgermeister wählen, starb aber schon zwei Jahre später im Alter von 64 Jahren.

Grabstein im Stadtpark

Sein Grabstein steht heute im Zeller Stadtpark, der damals auch zur Fabrik gehörte. Die Inschrift lautet: „Erfinder des Steinguts und Gründer der Fabrik in Zell“!
Übrigens, für die Einfahrt in die Firma verwendete Burger als Torpfosten sogar die ehemaligen reichsstädtischen Galgensteine vom väterlichen Grundstück, der Galgenmatt – also nachhaltig und sparsam! Heute befinden sie sich wieder am ursprünglichen Platz und somit auch wieder auf Entersbacher Gebiet.

Ein Unterentersbacher ist Begründer der Zeller Keramik – haben wir das gewusst?

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Schlagworte:
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