Bei einer Wahlbeteiligung von 55,84 Prozent kann der Amtsinhaber 89,84 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Mitbewerber Andreas Rösch erhält 7,25 Prozent.
Nicht ganz eine Stunde brauchten die Wahlhelferinnen und Wahlhelfer aus dem Gemeinderat und dem Rathauspersonal, um das Ergebnis der Bürgermeisterwahl zu ermitteln. Nahezu 90 Prozent der abgegebenen Stimmen entfielen fast schon erwartungsgemäß auf den Amtsinhaber Richard Weith, der mit dieser Zustimmung seine zweite Amtsperiode am 1. Januar 2026 antreten kann.
Während im Bürgersaal die Wahlurne geleert wurde und kleine Häufchen zur Ermittlung der Gesamtstimmenzahl entstanden, versammelten sich auf dem großen Rathausplatz nach und nach die ersten interessierten Bürgerinnen und Bürger. Vorerst gab es bei der Auszählung eine geringe Differenz, es musste nochmals nachgezählt werden, dann gab es am eindeutigen Wählervotum nichts mehr zu deuteln.
Von den 1975 Wahlberechtigten gaben 1142 ihre Stimme ab, das entspricht einer Wahlbeteiligung von 55,84 Prozent. Auf den Amtsinhaber entfielen 991 Stimmen (89,84 Prozent), auf seinen Mitbewerber Andreas Rösch 80 Stimmen (7,25 Prozent). Unter „Sonstige Stimmen“ wurden 12 Wahlzettel eingeordnet.
Glückwünsche für den bisherigen und künftigen Bürgermeister
Unter dem Beifall der Gäste gab Wahlleitern Dominika Hättig das Ergebnis um 19 Uhr bekannt. Ihre Glückwünsche galten dem bisherigen und künftigen Bürgermeister und seiner Frau Anja sowie den drei Kindern Johanna, David und Daniel.
Zu den ersten Gratulanten zählten Oberharmersbacher Vereine. Die Freiwillige Feuerwehr war in Ausgehuniform angetreten. Die Miliz- und Trachtenkapelle unter der Stabführung von Rüdiger Müller erinnerte den Bürgermeister mit „Ein Mann, ein Wort“ an eine klare Amtsführung und blickte mit dem „Jubiläumsmarsch“ in die ferne Zukunft. Der Gesangverein „Frohsinn“ gab unter Dirigent Viktor Krauss mit „Ehrenwort“ und „Für alle“ auch sinnvolle Anliegen mit auf den Weg, während der Spielmanns- und Fanfarenzug unter der Leitung von Rudolf Meier den neuen Bürgermeister mit „Gute Reise“ nicht gleich wieder wegschicken, sondern ihn eher sicher auf seinem täglichen Weg zur Arbeit begleiten wollte.
Aufrichtiger Dank für den deutlichen Vertrauensbeweis
In den aufrichtigen Dank an die Wählerinnen und Wähler für den deutlichen Vertrauensbeweis schloss der bestätigte Bürgermeister Richard Weith auch die Wahlleiterin Dominika Hättig, das Wahlhelfer-Team und die Belegschaft des Rathauses mit ein. Ein besonderer Dank galt seiner Frau Anja und seinen Kindern Johanna, David und Daniel, die ihn immer bei seiner Arbeit und während des Wahlkampfes in vielfältiger Weise unterstützt haben.
Eindringliche Worte zum derzeitigen Wahlmodus
Eindringliche Worte fand er für den derzeitigen Wahlmodus. „Wenn es unser Wahlrecht ermöglicht, dass sich jeder für ein Amt oder Mandat bewerben kann, ohne Grundkenntnisse vorweisen zu können, brauche wir uns nicht zu wundern, wenn das Vertrauen in die Politik verloren geht“, mahnte Weith mit Blick auf viele Wahlen im Allgemeinen und die aktuelle Bürgermeisterwahl im Besonderen. Wissensdefizite in diesen Bereichen seien nicht durch Abendkurse in der Volkshochschule auszugleichen. Der so ermöglichte Zugang von unzureichend qualifizierten Personen in Führungspositionen sei ein Teil unseres Problems, aber nicht die Lösung.
Zusammenarbeit für eine lebenswerte Gemeinde
Während der Bauhof vor dem Rathaus den obligatorischen Maien errichtete, überbrachte Vereinssprecher Claus Jilg die Glückwünsche der Oberharmersbacher Vereine und den Dank für die bisherige gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde. „Wir wünschen und hoffen auch künftig auf eine Unterstützung des Ehrenamtes, wie das in den Wahlveranstaltungen angeklungen ist“, hoffte Jilg auf eine Fortsetzung der bisherigen Arbeit. Nur mit einem vielfältigen kulturellen Leben sei auch eine lebenswerte Gemeinde möglich.
Bürgermeisterstellvertreter
Rolf Rombach gratulierte im Namen des Gemeinderats. „Wir haben wieder einen Mann im Rathaus, mit dessen Fachwissen und Kompetenz eine gute Zusammenarbeit möglich ist“ zeigte er sich mit dem Ergebnis zufrieden. So müsse der Gemeinderat nicht jemanden anlernen und könne sich somit auf wichtige Aufgaben konzentrieren.
Gemeinsam auch zukünftig einiges auf den Weg bringen
Unter den zahlreichen Gästen hatte sich als Gratulanten auch die Politprominenz aus dem Harmersbach-, Nordrach- und Kinzigtal bis Gutach eingefunden. Den Worten seiner Vorredner schloss sich der Zeller Bürgermeister Günter Pfundstein an, von Hause aus „halber Oberharmersbacher“, wie er betonte. „Wir haben bisher gut zusammengearbeitet und werden auch künftig einiges auf den Weg bringen“ sprach er für die Verwaltungsgemeinschaft und überbrachte auch die Glückwünsche des Kinzigtalsprengels.
Bürgermeister-Bier und Badner-Lied
Im Laufe des Abends wurden die Reden immer kürzer, zumal der erfolgreiche Wahlkämpfer wie schon bei seiner ersten Wahl durchaus mit „Weit(h)blick“ frühzeitig an das „Bürgermeister-Bier“ erinnerte hatte und somit den gemütlichen Teil trotz aller Feierlichkeit und Bedeutung einer Bürgermeisterwahl in erlebbare Nähe rückte. Und während die Musiker das „Badner-Lied“ anstimmten, bildete sich eine lange Schlange, um dem neuen Bürgermeister zu seinem Erfolg zu gratulieren.
Kommentar
Fachmann im Rathaus
Von Karl-August Lehmann
Die Wählerinnen und Wähler haben die Bürgermeisterwahl entschieden, sogar mehr als deutlich, wobei die Frage erlaubt sei, ob überhaupt eine reale Auswahl bestanden hat. Dieses in letzter Zeit immer anspruchsvoller und schwieriger gewordene Amt eines Bürgermeisters setzt fundiertes Sachwissen und vor allem Sachverstand voraus. Wer sich ohne diese Qualifikationen bewirbt – der Posten des Bürgermeisters ist auch kein Ausbildungsberuf – diskreditiert dieses Amt und leistet der Auffassung Vorschub, man brauche in Deutschland für jede berufliche Tätigkeit einen Befähigungsnachweis, nur nicht als Politiker und auch nicht als Bürgermeister.
Welche Folgen solche Unbedarftheit hat, zeigte vor allem die vergangene Legislaturperiode, als für die Regierungsmehrheit ein Heer von Studienabbrechern, Berufs- und Ahnungslosen die Ränge der Abgeordneten füllte. Diese Klientel, die noch nie produktiv gearbeitet hat, soll Entscheidungen treffen, um unser Industrieland voranzubringen, gibt stattdessen anderer Leute Geld mit vollen Händen aus, ohne begriffen zu haben, wie und wo das Geld auch für ihre Diäten(-erhöhungen) erarbeitet wird. Salopp formuliert: Sie baden und haben keine Ahnung, woher die Seife kommt…
Foto: Lehmann-Archiv
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