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Zell am Harmersbach | 2.10.2025

Ausflug zu Klosterschätzen des Schwarzwalds

Foto:
Die Ausflügler des Forum älterwerden Zell standen vor dem Brunnen im äußeren Klosterhof für ein Erinnerungsfoto bereit. Foto: FORUM älterwerden
von Annemarie Jäkle

Das FORUM älterwerden Zell erkundete mit einer Reisegruppe bedeutende Klosteranlagen in St. Märgen und St. Peter. Beide gelten als kunsthistorische Kleinode des Schwarzwalds.

Foto: FORUM älterwerden
Die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Märgen.
Foto: FORUM älterwerden
Die Reisegruppe mit der Führerin im Chor. Im Hintergrund der Hochaltar mit dem Hochaltarbild „Krönung Mariens“.
Foto: FORUM älterwerden
Die Bibliothek ist das architektonische und geistige Zentrum der Abtei.

Die Reise begann im idyllisch gelegenen St. Märgen, das auf einem Hochplateau im Hochschwarzwald liegt. Schon von Weitem sind die beiden barocken Zwiebeltürme der Klosterkirche Mariä Himmelfahrt zu erkennen. Das Kloster St. Märgen wurde nach dem Jahr 1100 von Augustiner-Chorherren als Gegenstück zum nahen zähringischen Kloster St. Peter gegründet. 1806 wurde es im Zuge der Säkularisation endgültig aufgelöst. Nach einem verheerenden Brand 1907 wurde ein Großteil der Klosteranlage sowie die heutige Pfarr- und Wallfahrtskirche im neobarocken Stil neu errichtet. Neben der Klosterkirche gehört auch die etwa einen Kilometer entfernte Ohmenkapelle zu den Wallfahrtszielen der Region.

Kaffee und Kuchen in der „Goldenen Krone“

Ein markantes Gebäude in St. Märgen ist die „Goldene Krone“. Die ehemalige Klosterherberge wurde 1757/58 unter Abt Petrus Glunk erbaut. Nach der Säkularisation diente sie zunächst als Gasthaus und wurde 1902 in ein Grandhotel umgewandelt.

Ende des 20. Jahrhunderts drohte der Verfall. Doch 2003 gründete sich eine Bürgerinitiative zur Rettung des Gebäudes. Heute befinden sich darin Wohnungen und im Erdgeschoss ein Café, das von Landfrauen aus St. Märgen und Umgebung betrieben wird. Hier kehrte die Seniorengruppe ein und ließ sich Kaffee, Kuchen, Torten und kleine herzhafte Speisen schmecken, alles frisch zubereitet vor Ort.

Weiterreise zum geschichtsträchtigen Kloster St. Peter

Gestärkt und bei herrlichem Wetter ging es weiter nach St. Peter. Schon bei der Anfahrt beeindruckte die barocke Klosteranlage. Über den ehemaligen äußeren Klosterhof – heute ein großer Kirchplatz – gelangten die Gäste zum Eingang der Barockkirche, deren zwei Türme mit Doppelkuppeln weithin sichtbar sind. Im lichtdurchfluteten Kirchenraum mit seinen kunstvollen Stuckaturen, Altären und Fresken wurden die Besucherinnen und Besucher von Führerin Fleur begrüßt.

Machtzentrum der Zähringer

St. Peter wurde 1093 von den Herzögen von Zähringen als Benediktinerkloster gegründet. Über Jahrhunderte diente es als Hauskloster und Grablege des einflussreichen Fürstengeschlechts. Im Laufe der Zeit wurde die Anlage mehrfach durch Brände beschädigt, aber immer wieder aufgebaut, zuletzt im 18. Jahrhundert unter Abt Bürgi. Der Vorarlberger Baumeister Peter Thumb errichtete zwischen 1724 und 1727 ein neues Kirchengebäude mit barocker Ausstattung.

Mehrere Brände zerstörten die Gebäude, aber der Grundstein der romanischen Basilika wurde immer wieder übernommen und erweitert. So erhielt im frühen 18. Jahrhundert (Bauzeit 1724-1727) unter Abt Bürgi nach Plänen des Vorarlberger Baumeisters Peter Thumb St. Peter ein neues Kirchengebäude mit barocker Innenausstattung.

Fresken in der Trostkirche

Um Säulen und Arkaden sowie einer Orgel wurde das Gotteshaus erweitert, um dies wie eine dreischiffige Basilika erscheinen zu lassen. Die Decke wurde mit großen und kleinen Fresken ausgestattet, damit die Menschen Hoffnung und Trost in diesen Bildern finden. Von Abt Bürgi wurde diese Kirche auch Trostkirche genannt.

Für die Menschen damals war der Sebastiansaltar, der rechte große Seitenaltar, von großer Bedeutung. Der Heilige Sebastian wird gegen die Pest und andere Seuchen angerufen, da er die Pest 680 in Rom durch seine Fürbitte zum schnellen Ende brachte. Die seitlichen Figuren an diesem Altar repräsentieren den Heiligen Antonius den Eremiten, der Patron der Viehzucht, und den Heiligen Antonius von Padua, der für das Wiederfinden verlorener Gegenstände zuständig war.

Üblicherweise ragen in Hauptschiffen an den Wandpfeilern die Skulpturen von Aposteln empor. Der Stuckateur und Bildhauer Joseph Anton Feuchtmayer hat hier aber die weltlichen Fürsten der Stifterfamilie der Zähringer dargestellt.

1806 wurde das Kloster aufgehoben. Von 1842 bis 2006 war es Priesterseminar des Erzbistums Freiburg. Seit 2006 ist es Geistliches Zentrum des Erzbistums Freiburg.

Der Prunk des Barocks

Im Chorraum der Kirche – dem früheren Gebetsraum der Mönche – finden sich weitere barocke Kostbarkeiten: Figuren der Heiligen Ursula, Benedikt, Scholastika und Clemens sowie wechselbare Altarbilder für die Hochfeste. Über dem Chorgestühl sind Putten mit seligen Gesichtsausdrücken dargestellt. Unter dem Chor liegt die Krypta mit den Gräbern der Mönche. Auf der Nordseite befinden sich die Grabmäler der Zähringer.

Bibliothek für alle

Im Anschluss führte Fleur die Gruppe durch den Kreuzgang zur Klosterbibliothek. Der eindrucksvolle Saal mit Galerie, reich geschnitzten Holzregalen und kunstvoller Decke atmet Geschichte. Bereits 1727 plante Abt Bürgi mit Baumeister Peter Thumb die Errichtung der Bibliothek als Zeichen der Offenheit und Bildungsorientierung des Klosters. Zehn Jahre später wurde der Raum unter Abt Philipp Jakob Steyrer im Stil des Rokoko fertiggestellt. Das zentrale Deckenfresko von Benedikt Gambs zeigt die Weitergabe des göttlichen Wortes an die Propheten. Weitere Bildnisse thematisieren das Wirken der Benediktiner, von Musik über Zeitmessung bis zur Heilkunde. Fleur betonte: „Damit zeigen sie, dass sie modern denken und modern im Glauben studieren.“

Repräsentation im Fürstensaal

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des Fürstensaals. Die kunstvoll bemalten Deckenbilder zeigen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament als Ausdruck der politischen und repräsentativen Funktion dieses Festsaals.

Durch das reich verzierte Treppenhaus verließen die sichtlich beeindruckten Seniorinnen und Senioren das Kloster, eines der am besten erhaltenen im Südwesten Deutschlands.

Heimfahrt durch das Glottertal

Die Rückfahrt führte durch das malerische Glottertal, vorbei an Deutschlands höchstgelegenen Weinbergen, ins Elztal. Im Gasthaus „Rebstock“ in Oberwinden fand der Ausflug bei einem gemeinsamen Essen seinen gemütlichen Abschluss.

Mit vielen neuen Eindrücken, kulturellen Erlebnissen und Begegnungen kehrte die Reisegruppe nach Zell zurück – bereichert von einem Tag voller Geschichte, Natur und Gemeinschaft.

 

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