War gestern die letzte Blutspendeaktion in Zell a. H. nach 63 Jahren? Der DRK-Ortsverein Zell steht vor seiner Auflösung und fällt damit als Helfergruppe für den DRK-Blutspendedienst aus. In 63 Jahren wurden 126 Blutspendetermine durchgeführt.
Am gestrigen Dienstagnachmittag herrschte Hochbetrieb in der Ritter-von-Buß-Halle. Wie viele Male zuvor war der 126. Blutspendetermin, zu dem das Deutsche Rote Kreuz aufgerufen hat, ausgebucht. 214 Frauen und Männer hatten sich vorab angemeldet, am Ende konnten sogar 231 Blutkonserven gewonnen werden. Drei Erstspender wurden registriert.
Über allem Erfolg steht nun die Frage, ob dies – zumindest vorerst – die letzte Blutspendeaktion in Zell a. H. gewesen ist? Fakt ist, dass der DRK-Ortsverein Zell vor seiner Auflösung steht und dass damit künftig die Mitglieder nicht mehr als Helferteam zur Verfügung stehen.
Michael Molitor, Referent für Spenderbindung vom DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg und für die Durchführung verantwortlich, will seine Hoffnung dennoch nicht aufgeben. „Wir arbeiten andernorts auch mit den Maltesern oder mit Gruppen aus der Kirchengemeinde zusammen“, informiert Michael Molitor. Denkbar wäre auch eine Helfergruppe, die sich aus Privatpersonen zusammensetzt. Zell a. H. jedenfalls sei ein bestens eingeführter Terminort mit einer sehr treuen Spenderschaft und einem tollen DRK-Team. Einen neuen Spendort aufzubauen benötige zusätzliche Kraft. „Zell wird uns fehlen!“, bedauert Michael Molitor die Entwicklung. Den Ortsverein könne er allerdings auch nicht retten.
Echte Tat der Nächstenliebe Ein Zeitungsausschnitt vom 3. Dezember 1962 erinnerte gestern an die erste Blutspende in Zell a. H. vor nun fast 63 Jahren. „Echte Tat der Nächstenliebe. Blutspendeaktion fand großen Widerhall bei der Einwohnerschaft unserer Täler“ kann in dem Bericht nachgelesen werden. 250 Männer und Frauen waren gekommen. In der Volksschule gab es lange Schlangen. Zum ersten Mal kam der Entnahmewagen des Blutspendedienstes vom Roten Kreuz aus Baden-Baden nach Zell, um freiwillige, unentgeltliche Blutspenden zugunsten Kranker und Verletzter entgegenzunehmen.
Damals wie heute hatte der Blutspendedienst örtliche Unterstützung. Der Chronist schreibt: „In kürzester Zeit verwandelten flinke DRK-Helferinnen und -Helfer aus Zell am Harmersbach die Schulräume in ein kleines Spendelazarett… Im Erdgeschoss waren die Aufnahme- und Untersuchungszimmer. Hier lösten sich in Gemeinschaftsarbeit die Ärzte Dr. Krämer, Dr. Michels, Dr. Bürk, Dr. Bartenbach und Dr. Schröder aus Nordrach ab. Mit 160 Konserven durfte dann der Blutspendedienst nach Baden-Baden zurückfahren.“ Nicht zuletzt ist mit einem Bild von Foto-Müller die erste Blutspende in Zell a. H. dokumentiert.
Den kompletten Bericht und weitere Bilder finden Sie in der Print-Ausgabe der Schwarzwälder-Post.




