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Zell am Harmersbach | 2.12.2024

100 rote Rosen für Erika Gruberbauer

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100 rote Rosen zum 100. Geburtstag: Erika Gruberbauer kann am heutigen Montag ihr seltenes Geburtstagsjubiläum feiern. Foto: Hanspeter Schwendemann
von Schwarzwälder Post

Am heutigen Montag kann sie im Seniorenzentrum „St. Gallus“ ihren 100. Geburtstag feiern.

Foto: Hanspeter Schwendemann
Die Jubilarin Erika Gruberbauer zusammen mit ihrer Tochter Gerda, Schwiegersohn Kirk und Enkelsohn Timothy. Die Glückwünsche zum 100. Geburtstag von Stadt, Kreis und Land überbrachte Bürgermeister Günter Pfundstein (3. von rechts). Seitens des Seniorenzentrum St. Gallus gratulierten Pflegedienst leiterin Sonja Nieke und Heimleiter Michael Schlosser (von rechts).

Einhundert rote Rosen kündeten am heutigen Montag ein seltenes Geburtstagsjubiläum an: Erika Gruberbauer kann auf 100 Lebensjahre zurückblicken. Die Jubilarin lebt heute im Seniorenzentrum St. Gallus, wo sie liebevoll gepflegt und betreut wird.

Zu den Gratulanten zählten am heutigen Vormittag ihre Tochter Gerda Gruberbauer-Quincey zusammen mit ihrem Mann Kirk sowie Enkelsohn Timothy.

Bürgermeister Günter Pfundstein überbrachte einer der ältesten Einwohnerinne der Stadt Zell die Glückwünsche der Kommune sowie namens Mininsterpräsident Winfried Kretschmann und Landrat Thorsten Erny vom Land Baden-Württemberg und vom Ortenaukreis. Auch Heimleiter Michael Schlosser und Pflegedientleiterin Sonja Nieke vom Seniorenzentrum St. Gallus schlossen sich allen guten Wünschen an.

Aufgewachsen in Polen und Berlin

Geboren wurde Erika Gruberbauer am 2. Dezember 1924 einst in einem kleinen Ort in Masuren in Ostpreußen (heute Polen). Die Landschaft ist geprägt von vielen Wäldern und Seen. Ihre Eltern besaßen eine kleine Landwirtschaft und Erika wuchs dort zusammen mit zwei Schwestern und einem Bruder auf. Im Sommer konnten die Kinder im See baden gehen und im Winter ging man zum Schlittschuhlaufen. Wie es in früheren Zeiten jedoch üblich war, mussten die Kinder natürlich auch oft bei der Feldarbeit mithelfen, so z.B. bei der Kartoffelernte, was Erika offensichtlich zuwider war.

Später, als junge Frau, zog Erika nach Berlin und arbeitete dort als Schwesternhelferin beim Deutschen Roten Kreuz. Als es dann während des Krieges Luftangriffe auf Berlin gab, bestand ihre Aufgabe darin, vor allem kleinere Kinder über Nacht in besonderen Schutzräumen unterzubringen, sie zu betreuen und am nächsten Tag wieder zu den Eltern zurückzubringen.

Flucht zu Fuß bis nach Friedrichshafen

Ihren späteren Ehemann Friedrich Gruberbauer lernte Erika während einer ihrer Heimfahrten im Zug von Berlin nach Masuren kennen. Sie schrieben sich regelmäßig Briefe und verloren sich trotz der sehr schwierigen Zeiten nicht mehr aus den Augen.

Als dann im Frühjahr 1945 die russische Front immer näher rückte und die Russen schließlich in Berlin einmarschierten, floh Erika mit ein paar Freundinnen zu Fuß von Berlin bis nach Friedrichshafen am Bodensee. Dorthin war zuvor schon ihre Mutter aus Ostpreußen mit der jüngsten Schwester geflohen, da auch die älteste Schwester bereits am Bodensee lebte.

Bis auf ihren Vater, der nie mehr aus dem Krieg zurückkehren sollte, fanden dort alle wieder zusammen – selbst ihr Bruder nach seiner Gefangenschaft. Sie hatten alles verloren und mussten noch einmal ganz von vorne anfangen.

Heirat und Umzug nach Zell a. H.

Im März 1946, nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft, heiratete Erika dann ihren Friedrich und zog zu ihm nach Nürnberg. Ein Jahr später kam ihre Tochter Gerda zur Welt.
1959 wurde ihrem Ehemann eine Anstellung bei den damaligen „Prototyp Werken“ in Zell a. H. angeboten und so zog die Familie Gruberbauer von Nürnberg nach Zell in den Schwarzwald. Erika gefiel es hier besonders gut, konnte sie doch jetzt wieder im Wald Pilze und Beeren sammeln, so wie sie es schon früher in ihrer Kindheit gerne getan hatte.

Im Jahr 1970 bezogen beide dann ihr neu gebautes Haus und Erika bekam noch einen kleinen Gemüsegarten. Als 1987 der langersehnte Enkel geboren wurde, schien Erikas Glück perfekt. Doch es sollte nicht allzu lange währen. Ihr Ehemann erkrankte und benötigte zunehmend Unterstützung. Sie pflegte ihn vor allem die letzten drei Jahre bis zu seinem Tod 1997.

Nach diesem schweren Verlust, lebte Erika noch lange alleine in ihrem Haus. Das Haus und der Garten waren ihr ganzer Stolz und sie war immer sehr bemüht, alles in Ordnung zu halten.

Erst 2020, nach einem Sturz im Garten, als sie sich den Fuß verdrehte und zwei Mal operiert werden musste, war auf einmal nichts mehr wie zuvor. Für sie war dies ein harter Einschnitt, war sie es doch gewohnt, sich stets zu bewegen und einer Tätigkeit nachzugehen.

Heute lebt Erika im Seniorenzentrum St. Gallus, wo sie liebevoll gepflegt und betreut wird. Ihre Familie besucht sie regelmäßig – wann immer es möglich ist. Wir wünschen Frau Erika Gruberbauer zu ihrem 100. Geburtstag alles Gute!

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