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Zell am Harmersbach | 26.08.2022

Museum Villa Haiss – Wiedereröffnung und neues Konzept

Die hochrangige Kunstinstitution des Sammlers und Galeristen Walter Bischoff bleibt, dank der Initiative des Sohnes Johannes, der Öffentlichkeit erhalten

Foto:
Neuinitiator Johannes Bischoff mit zwei Positionen des international anerkannten Malers Joachim Hiller. Foto: Gerhard Vaternahm
von Susanne Vaternahm

Nach Teilrenovierung und Umgestaltung des Galeriebereichs überzeugt das neue Konzept nicht nur mit der frisch arrangierten Dauerausstellung sondern – pünktlich zur Nacht der Museen – mit der Eröffnung zweier Sonderausstellungen.

Foto: Gerhard Vaternahm
Emil Schumacher, Radierung »schwarz-weiß« 1961.
Foto: Gerhard Vaternahm
Blick in die neu gestalteten Museumsräume, die auch für Seminare und besondere Firmenveranstaltungen angemietet werden können.
Foto: Gerhard Vaternahm
Tobias Molitor, Objekt des Alltags »Aldi bag«, Siebdruck, Hand abzug. Hommage an die vom Künstler Günter Fruhtrunk in den 50er Jahren entworfene Shopping Bag.

Die neue Innenraumästhetik der denkmalgeschützten Villa zeichnet sich durch dezente Schlichtheit und viel Weißraum aus – ohne antiseptisch zu wirken. Ganz nach dem Leitsatz „Weniger ist mehr“, den sich der 34-jährige Sohn und Neuinitiator auf die Fahne geschrieben hat. Nach fast zweijähriger Entscheidungs- und Neuorientierungsphase setzt Johannes Bischoff mit „frischem Wind“ ein überzeugendes Konzept in Gang. Nach BWL-Studium und Berufsjahren in Stuttgart kommen ihm jetzt die jahrelangen Erfahrungen aus dem Elternhaus und Praktika bei namhaften Galerien in Berlin, seinem jetzigen Wohnsitz, zugute.

In Zell konzentriert sich der Fokus auf verstärkte Ausstellungstätigkeiten, Internet-Präsentation und die Vermietung bestimmter Ausstellungsräume für Seminare und Firmenveranstaltungen mit maximal 20 Personen. Zusätzlich rechnet Johannes Bischoff mit Erträgen aus Kunstverkäufen, denn das Konzept muss sich auch finanziell tragen.

Der „frische Wind“ zeigt sich schon im Eingangsbereich. Durch Weglassen ist eine klar konturierte großzügige Ästhetik entstanden, die den neuen Kurs kennzeichnet.

Dem Auge des Betrachters fällt der nun gut einsehbare Arbeits – und Empfangsbereich angenehm auf. Weiße Möbel, eine Skulptur von Michael Danner in einer Wandnische und sparsam an Wänden verteilte Kunstwerke schaffen ein neues Raumerlebnis mit viel Platz für Individualität und Bündelung von Ideen.

Lichtdurchflutet geht es weiter in den ebenerdigen Galeriebereich, der mit nur einem Raum und dem langen Flur eine deutlichere Verkleinerung der Ausstellungsmöglichkeiten erfährt.

Weitere Räume für Wechselausstellungen befinden sich auch im ersten Obergeschoss. Dort hat sich gezeigt wie sinnvoll gleich zwei große ineinander gehende Räume für Sonderschauen und Seminare Platz bieten.

Strategisch günstig, da noch viele Räume beidseitig des Flures für die Dauerausstellung mit einem Querschnitt internationaler Kunst ab 1945 genutzt sind und einen Rundgang lohnen, der sich im zweiten Obergeschoss fortsetzt. Dort wo Fensternischen, Dachgauben, Sichtbalkenwerk und Dachschrägen die Raumsituation prägen. Hier hat Johannes Bischoff erst einmal Platz für mittelformatige Skulpturen und Plastiken geschaffen. Sie treten in Dialog miteinander und stehen frei im Raum. „Ich möchte, dass man die dreidimensionale Kunst umrunden kann“, erklärt der Neuinitiator. In anderen Bereichen hängen u. a. großformatige Porträts international agierender Kunstschaffenden. Hier spürt man am deutlichsten Bischoffs Sinn für „weniger ist mehr“. Eine leere Wand lenkt den Blick auf ein mehrteiliges, in Schwarztönen gehaltenes Arrangement des Malers Lothar Quinte. Meditativ berührt möchte man verweilen – sich ganz dieser Schlichtheit und Stille widmen.

Ein schöner Gegensatz zu den überwiegend farbenfrohen Kunstwerken in der mittleren Etage. Mit großer Sensibilität und ebensolchem Respekt vor dem Lebenswerk des Vaters Walter Bischoff ist diese Neuhängung und Kunstpräsentation gelungen.

Dauerausstellung neu konzipiert

Konsequent durchkonzipierte Einheiten bilden seit Neuestem die nach Künstlern geordneten Zimmer der einstigen Fabrikantenvilla. Ein Raum ist bestückt mit klein- und mittelformatigen Arbeiten des international anerkannten Künstlers Normunds Braslins aus Lettland, um nur ein Beispiel zu nennen. In anderen Räumen stellt Bischoff international bedeutende Künstler zusammen, deren künstlerische Anliegen sich thematisch ergänzen. Künftig werden einige Arbeiten mit einem QR-Code versehen, sodass mit kunsthistorisch fundierten Texten Interessierte mehr Hintergrundwissen erfahren.

Die hochrangige Kunst, die der Vater des Neuinitiators über Jahrzehnte zusammengetragen hat, ist als Gesamtkonstrukt geblieben. Walter Bischoff war und ist kein systemischer Sammler, legte aber den Schwerpunkt auf alle Kunstrichtungen ab 1945 und war als geschätzter Galerist und Experte über Jahrzehnte auf allen wichtigen internationalen Kunstmessen präsent.

Sohn Johannes schöpft aus einem privilegierten Netzwerk, das sich an Wert und Bedeutung unter seiner Neukonzeption weiter trägt und einen wichtigen kulturellen Beitrag weit über die Region hinaus leistet.

1. Wechselausstellung

Im ebenerdigen Galeriebereich macht der in Berlin lebende Künstler Tobias Molitor den Auftakt mit dem Ausstellungstitel Thank you for Shopping.

Der gebürtige Kölner beschäftigt sich in seiner Reihe „Plastiktüten“ mit banalen Alltagsgegenständen und deren Gebrauchsspuren. In diesem Fall gibt er Wegwerfprodukten (Plastikeinkaufstüten) eine neue Bestimmung und einen anderen Stellenwert per handgefertigten Siebdruck. Am bekanntesten die Aldi Bag als Hommage an die vom deutschen Künstler Günter Fruhtrunk (1923 – 1982) entworfene Shopping Bag.

An Dynamik kaum zu überbieten sind die auf langformatige Stoffbahnen gedruckten vom Shopping übrig gebliebenen Kassenbelege. Ein Bewusstmachungsprozess, der allein schon durch seine überdimensionierte Größe erstaunt und besticht.

2. Wechselausstellung

Eine Etage höher präsentiert Johannes Bischoff 18 klein- bis mittelformatige Druckgrafiken von Emil Schumacher (1912 – 1999) unter dem Titel Erprobung neuer Freiheiten. Der in Hagen/Westfalen geborene Schumacher war maßgeblich beteiligt an der ab den 1950er Jahren entstandenen Kunstrichtung Informel.

Inspiriert von kahlen Bäumen und deren Geäst entstanden Lithografien und Radierungen, in denen verschlüsselt die menschliche Figur, besonders der Kopf expressionistisch erscheint. Konsequentes schwarz-weiß dominiert hier Schumachers Arbeiten bis auf wenige Farbradierungen, die Ausnahmen darstellen. Einige Druckplatten veranschaulichen Arbeitsprozesse der Radierung.

Kunst auf drei Etagen, die mit Johannes Bischoffs Leitsatz „weniger ist mehr“ gut aufgestellt ist !

Öffnungszeiten: samstags und sonntags von 14:00 bis 18:00 Uhr

und nach Vereinbarung oder Anmeldung unter www.villahaiss.com

Über die neue Website, den Newsletter und einen Instagram Account kommen weitere Informationen über das historische Gebäude, die Sammlung und Aktualitäten des Kunstbetriebs „Villa Haiss – Museum und Galerie für zeitgenössische Kunst“.

Ausstellungsdauer: 2. September 2022 bis 29. Januar 2023.

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