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Biberach | 24.02.2017

Der Städtebau verändert sich grundlegend

Vortragsveranstaltung der WRO in Biberach zum Thema: »Die Stadt der Zukunft: Leben in der Morgenstadt und Nachhaltigkeits-Trends«

Foto:
Beim WRO-Vortrag zur Stadtentwicklung in Biberach (von links): Gregor Grassl, Drees & Sommer; Alanus von Radecki, Leiter der Morgenstadt-Initiative; Yvonne Endes, Deutscher Werkbund Baden-Württemberg; Dr. Fred Gresens, Geschäftsführer Ge-Mi-Bau, Bürgermeisterin Daniela Paletta, Dominik Fehringer, Geschäftsführer der WRO, Hendrik Hund, Geschäftsführer Hund Möbelwerke. Foto: Wirtschaftskreis Ortenau
von Teresa Bähr

Die globalen Megatrends Elektrifizierung und Digitalisierung verändern den Städtebau grundlegend. Am Mittwoch widmeten sich die Wirtschaftsregion Ortenau (WRO) gemeinsam mit dem Deutschen Werkbund und der Architektenkammer Baden-Württemberg diesem Thema. Die Veranstaltung »Die Stadt der Zukunft: Leben in der Morgenstadt und Nachhaltigkeits-Trends« fand im Rahmen der jährlich stattfindenden Vortragsreihe »Positive Stadtentwicklung« bei den Hund Möbelwerken in Biberach statt.

»Aktuelle globale Herausforderungen wie beispielsweise der Klimawandel, der demografische Wandel und die Digitalisierung verändern unseren Alltag. Diese Veränderungen wirken sich auch auf die Anforderungen an eine moderne Stadt aus und fordern ganzheitliche urbane Lösungen«, begrüßt Dominik Fehringer, Geschäftsführer der WRO die Gäste am Mittwoch in Biberach. Welche Projekte im Städtebau bereits Lösungen für diese Probleme liefern, erklärte Alanus von Radecki, Leiter der Morgenstadt-Initiative. Die Morgenstadt-Initiative unter Leitung der Fraunhofer-Gesellschaft setzt in europäischen Städten auf Grundlage modernster Forschung die Stadt der Zukunft um. Gemeinsam mit Kooperationspartnern aus Städten, Wirtschaft und Forschung werden Innovationen für den nachhaltigen Städtebau entwickelt und umgesetzt.

»Plusenergiehäuser, Urban Farming oder auch innerstädtische Seilbahnen sind nur wenige Beispiele für den Umgang mit diesen Herausforderungen im Städtebau«, so von Radecki. Betrachtet man diese bereits bestehenden Möglichkeiten, stelle sich die Frage, weshalb es dennoch Städte gibt, die ihren ökonomischen Fußabdruck auf der Erde hinterlassen. Zwar werden die Innovationszyklen bedingt durch die Digitalisierung immer kleiner, weiß von Radecki, jedoch sei der Zeit­horizont für Stadtentwicklungsprojekte unverändert geblieben. Als Beispiel nennt von Radecki das Projekt Stuttgart 21: Das Projekt wurde in den 90er-Jahren geplant. Die Anforderungen an solch ein Projekt haben sich aber mittlerweile grundlegend geändert. Kleinere Städte und Gemeinden haben hier einen entscheidenden Vorteil im Gegensatz zu Großstädten, so Gregor Grassl, Teamleiter für City Development bei Drees & Sommer. »In kleineren Kommunen gibt s kurze Wege zu den lokalen Unternehmen und Entscheidungsträgern.«

Besonders wichtig sei, dass man in der Planung mögliche Veränderungen rechtzeitig einplant. Ein Beispiel dafür seien zum Beispiel Flächen, die bereits heute im Städtebau für die Nutzung von autonomen Fahrzeugen vorgesehen werden, so Grassl. Er weist außerdem auf das Cradle2Cradle-Prinzip als ein Baustein von nachhaltigem Städtebau hin. Cradle2Cradle, auf Deutsch »von der Wiege bis zur Wiege«, beschreibt vor dem Hintergrund der Rohstoffknappheit einen Kreislauf, in dem Rohstoffe wiederverwendet oder in den Kreislauf zurückgeführt werden. Das Prinzip lasse sich von der Natur ableiten: Wenn ein Baum stirbt, geht er zurück in den Kreislauf und gibt wiederum einem anderen Baum Nährstoffe. Übertragen auf den Städtebau bedeute dies, dass schon beim Planen berücksichtigt wird, dass die einzelnen Rohstoffe am Ende wiedergenutzt werden können. »Wenn wir das schaffen, erreichen wir eine positive Stadtentwicklung!«

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