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Endingen I – Zell I 4:4
Durch einen kurzfristigen krankheitsbedingten Ausfall konnten die Zeller die Reise zum Tabellenführer nur zu siebt antreten. Wie der Beginn des Spieles schon zeigte, war der Titelkandidat an diesem Morgen wohl nicht ganz bei der Sache.
Denn in Endingen angekommen warteten die Zeller vergeblich am Spiellokal Nr. 1, das offiziell angegeben war. Punkt 10 Uhr marschierte man zum Lokal Nr. 2, wenige Gehminuten entfernt. Auch dort stand man vor verschlossenen Türen. Ein An
Auf bei der Familie des Mannschaftsführers brachte Klarheit: Spiellokal Nr. 3, die Stadthalle, bot den drei Heimmannschaften ausreichend Platz.
Im Schnelldurchgang wurden die Formalitäten erledigt und das Spiel aufgenommen. Bereits nach wenigen Zügen konnte Thomas Gißler (3) mit den weißen Steinen den Ausgleich zum 1:1 erzielen. Sein Gegner hatte die Dame für einen Königsangriff und eigentlich ausreichend Material geopfert. Doch die Abwicklung ging dann schief, ein Fehler führte zu Material- und Punktverlust für den Endinger.
Am Spitzenbrett plante Stefan Rechlin seinen Standardangriff. Im Prinzip lief alles nach Plan. Der Endinger Spitzenspieler war aber ebenbürtig und parierte alle Attacken. Man einigte sich auf Unentschieden.
Jürgen Gißler (4) kam im Mittelspiel ins Hintertreffen. Ein Königsangriff mit Dame, Turm und Springer konnte nicht mehr abgewehrt werden und somit ging die Heimmannschaft wieder in Führung.
An Brett 7 spielte Eugen Schmidt verhalten. Aufgrund der Unterzahl der Zeller und des überlegenen Gegners sollte er einen halben Punkt sichern. In ausgeglichener Stellung bot er Remis an, was sein Gegner zunächst ablehnte. Nach weiterem Figurenabtausch erschien es dem Endinger nun doch geraten, selbst Remis anzubieten, was Schmidt sofort annahm.
Michael Vollmer gelang es, nahezu die gleiche Stellung auf das Brett zu bekommen, wie in der letzten Partie. Er führte anschießend die ein oder andere Verbesserung ein, liebäugelte aber sehr mit einem unentschiedenen Ende. Aufgrund der Führung und guten Aussichten an den noch offenen Brettern nahm der Kaiserstühler das Remis an.
Aus Zeller Sicht wäre nun ein Sieg von Ho In Lee am zweiten Brett notwenig gewesen, da Vorstand Wilhelm Eble (6) in positionellen Nachteil geraten war. Eble hatte einen heimlichen Angriff am Königsflügel vorbereitet, dabei bewusst einen Bauerndurchbruch am Damenflügel zugelassen. Der Partiegewinn für Endingen war also abzusehen. Lee konnte seine Partie nicht gewinnen, da seine Angriffe dynamisch abgewehrt und zusätzlich vom Gegner Beton angemischt wurde. Ein Remis zum 4:3 für Endingen war die Folge. Ebles Partie stand jetzt klar auf Verlust, doch auch solche Partien müssen erst gewonnen werden. Eble versuchte an Nebenkriegsschauplätzen Druck aufzubauen und den Gegner zu Fehlern zu zwingen! Probates Mittel dabei: Die Springer. Dazu kam Eble sein riesiger Zeitvorteil zu Gute. Der Endinger hatte für zehn Züge nur noch wenige Minuten, Eble hingegen über eine Stunde. Die Folge: Einige mäßige Züge und Verlust der Initiative während Eble nun seine Dame über den anderen Flügel einsetzte. Auf dem Weg dorthin enthauptete sie den Freibauern und stiftete allerhand Unruhe. In der zweiten Zeitnotphase sah sich Eble in der Lage, seinen Springer zu opfern, um den finalen Bauerndurchbruch zu schaffen: 4:4.
Durch diesen Punktverlust verloren die Endinger Platz 1 in der Tabelle und wohl auch den Aufstieg in die Landesliga, denn die beiden jetzt an ihnen vorbeigezogenen Vereine Freiburg West und auch die Oberwindener Reserve werden sich in der letzten Runde am 10. Mai keine Blöße mehr geben.



