Bereichsklasse: SC Hofstetten I – SC Zell I 2:5.5,.5
Zur Saisonhalbzeit hatten die Zeller Schachspieler die Tabellensituation analysiert. Ergebnis: Man lag deutlich hinter der erhofften – und auch notwendigen – Punkteausbeute zurück. Eine Niederlage in St. Georgen und ein Punktverlust gegen Oberwinden 3 brachten ein Defizit von drei Punkten. Da in den letzten drei noch zu spielenden Runden nur Titelfavoriten anstehen, war das Spiel in Hofstetten quasi die letzte Möglichkeit, die wichtigen Mannschaftspunkte zu sammeln. Leider fehlte Kurt Jäger wiederum am Spitzenbrett, der Rest der Mannschaft stand aber zur Verfügung. Aber auch das Spitzenbrett der Hofstetter war nicht verfügbar, was schon am Fasendsamschdig publik wurde.
Am Spitzenbrett nahm deshalb Stefan Rechlin Platz und bereits nach kurzer Zeit stellte sich ein Gleichgewicht der Kräfte ein. Noch schneller war nur Jürgen Gißler (4) der einen schnellen Ausgleich suchte und Remis vereinbarte.
Michael Vollmer (5) suchte den Gewinnweg, nachdem er sich Material- und auch Stellungsvorteil erarbeitet hatte. Er hatte dafür aber fast seine komplette Zeit investiert. Mit noch einer Minute auf der Uhr bot er deshalb Remis an, was sofort angenommen wurde. Ein Zeichen, dass seine Vorteile doch gewinnversprechend waren. Was wäre gewesen, wenn sein Gegner spekulativ das Remis ablehnt?
Felix Fernandez (7) erreichte Vorteile durch sein aktives Spiel. Im Prinzip nichts Spektakuläres – aber sehr zuverlässig. Ein Mehrbauer im Turmendspiel und die Partie war bereit, gewonnen zu werden.
Bastian Franze (8) begann sehr vorwärtsstürmend. Allerdings ließ er zwei seiner Offiziere in der Fesselung stehen, der Nachschub blieb im Stau dahinter stecken. Die Verzögerung der Rochade ließ ihn noch mehr ins Hintertreffen geraten. Am Ende lief er in einen Angriff seines Gegners, der so nie zustande gekommen wäre. Eine unötige Niederlage.
Ein spannendes Spiel entwickelte sich an Brett 3: Thomas Gißler musste mehrere Brennpunkte auf dem Brett im Auge behalten, an denen sich taktische Abwicklungen anbahnten. Letzlich konnte er eine Springergabel ansetzen, die seinen Gegner zur Aufgabe veranlasste.
Vorstand Wilhelm Eble (6) hatte es wieder mit dem kampferprobten Nestor der Heimmannschaft zu tun. Eble ließ zwar einen Bauerndurch- und Springereinbruch zu, behielt aber die Kontrolle im eigenen Königsrefugium. Sein Gegner opferte gleich zwei Bauern, um Zugang über den linken Flügel zu bekommen. Eble gab einen Bauern zurück, behielt einen Freibauern und hoffte, die a-Linie zurückerobern zu können.
Währenddessen hatte Ho In Lee (2) einen Bauern gewonnen und schickte sich in einem Damen-Leichtfiguren-Endspiel an, seinen Vorteil sukzessive auszubauen und final zu verwerten. Es sollte aber insgesamt sechs Stunden dauern, bis es soweit war. Dabei war es aber nicht die letzte Partie. Eble hatte die erste Zeitkontrolle gut überstanden, mittlerweile die 60-Züge-Marke überschritten und musste nun immer auf die Zeitgutschrift von 30 Sekunden pro Zug bauen, da sein Zeitguthaben zur Neige ging. Zeitweise war dieses auf wenige Sekunden geschrumpft. Vermutlich hätte man elegantere Lösungen finden können, aber wichtig war, die Siegoptionen nicht abzugeben. Der Abtausch der verbliebenen Leichtfiguren und Türme führte zu einem Damenendspiel. Eble konnte den gegnersichen Freibauern abkassieren und selbst einen zweiten auf der h-Linie bilden. Dieser rückte auf die zweite Reihe vor. Erst als auch der andere Freibauer ebenfalls auf die zweite Reihe vorgerückt wurde, war die Partie entschieden – nach sechseinhalb Stunden!
Zell hat nun sieben Manschafstpunkte und auch Hofstetten dürfte mit den bisher erreichten sechs Punkten – und einem Spiel gegen den Tabellenletzten – keine Abstiegssorgen mehr haben.
Kreisklasse A : Lahr III – Zell II1,5:3,5
Nachdem die Zeller Reserve den vorherigen Spieltag kampflos gewann, hieß es erneut auswärts in Lahr anzutreten – diesmal gegen die dritte Mannschaft der Lahrer. Timo Müller (4) und Eugen Schmidt (3) spielten jeweils sehr schnelle Partien, wobei Müller den vollen Punkt und Schmidt sich einen halben Punkt nach ausgeglichener Stellung ohne Aussicht auf Vorteile sicherte. Für Robert Eble an Brett 5 wurde der Abend ungewohnt lange. Eble, der in dieser Saison noch ungeschlagen ist, erarbeitete sich Stück für Stück seinen Weg zum gegnerischen König. Der Routinier der zweiten Mannschaft war sich bewusst, dass die Stellung des Gegners keine soliden Zukunftspläne hatte. Seinem Gegenüber wurde dies jedoch erst am Ende wirklich klar.
Über die Zeitkontrolle hinaus musste sich Benjamin Piskadlo (2) begeben, der sich in einer Stellung wiederfand, die vor Drohungen und Manövern förmlich sprudelte. Schon früh zogen die weißen Bauern kampflustig nach vorne. Doch Piskadlo behielt einen kühlen Kopf und nutzte im Endspiel jede Ungenauigkeit des Gegners aus. Dieser kalkulierte am Ende nicht mehr konzentriert genug und musste sich geschlagen geben. Der Mannschaftssieg war somit gesichert. Stefan Gießler geriet an Brett eins währenddessen in unausweichliche Not. Ein frühes Springeropfer entpuppte sich einige Züge danach als fast perfekt. Jedoch deckte die gegnerische Dame die kritischen Felder ab und verhinderte somit das erhoffte Matt. Stattdessen kollabierte die eigene Verteidigung. Gießler spielte nach der Erkenntnis noch zwei, drei Züge weiter, um seinen Gegner aus der Ruhe zu bringen, gab danach jedoch auf, da sich dieser nicht beirren ließ. Endstand 1,5:3,5.



