Moritz Möbius sichert Platz für Paralympics

Unterharmersbacher schießt sich beim Worldcup in Peru locker unter die Top Ten

Der Unterharmersbacher Para-Sportschütze Moritz Möbius sicherte bei seinem ersten Worldcup in Lima einen Quotenplatz für die deutschen Nationalmannschaft für die Paralympics in Tokio. Der Zeller Sportschützenverein gratuliert herzlich und informiert über Details.

Der deutsche Para-Sportschütze Moritz Möbius erfüllte die Erwartungen und erkämpfte einen Quotenplatz für die Paralympischen Spiele in Tokio. Schauplatz des finalen Quotenplatz-Weltcup war vom 10. bis 19. Juni die peruanische Metropole Lima.

Der Schütze des Deutschen Behindertensportverbandes meisterte die letzte Qualifikationsmöglichkeit für die Paralympics mit Bravour. Moritz Möbius war im Liegendschießen mit dem Luftgewehr erfolgreich und erfüllte das vorgegebene Ziel von Bundestrainer Rudi Krenn. Möbius bestätigte mit seinem Abschneiden in Lima die guten Leistungen, die er bei den Qualifikationswettkämpfen am Bundesstützpunkt in Suhl gezeigt hat.

Nach Rang vier in der Qualifikation (634,7 Ringe) mit dem Luftgewehr kam Moritz Möbius im Finale auf Platz sechs und sicherte so das Ticket nach Tokio. Zuvor erreichte er im Wettbewerb Liegendschießen mit dem Kleinkaliber bei wechselhaften Wind in der Qualifikation (616,6 Ringe) ebenfalls den vierten Platz und belegte im Finale Rang fünf.

Der Wettkampf im Lima fand unter strengen Hygienebedingungen statt. Die 157 Athleten aus 44 Ländern wurden regelmässig getestet und durften das Hotel nur zum Wettkampf an der Schiessanlage verlassen.

Beim nächsten Grandprix in Serbien muss Moritz Möbius noch einmal die Mindestqualifikation schießen, um seine Teilnahme an den Paralympischen Spielen zu sichern.

Moritz Möbius‘ Karriere wirkt wie ein Märchen. Noch nicht einmal ein Jahr ist er Mitglied der deutschen Nationalmannschaft. Und schon kann er große Erfolge feiern. Das Nachwuchstalent möchte sich beim Zeller Sportschützenverein bedanken, der ihn immer unterstützt hat. Durch die Anschaffung der digitalen Anlage am Luftgewehrstand kann er zu Hause auf sehr hohem Niveau trainieren.

 

Moritz Möbius über den Wettkampf:

»Es war ein gutes Gefühl«

Herzlichen Glückwunsch zum großen Erfolg, Moritz! Wie fühlt es sich an vielleicht schon bald bei den Paralympics zu starten?

Das ist ein ganz besonderes Gefühl. Ich kann es noch gar nicht glauben.

 

Mit welchem Eindruck bist du in den Wettkampf in Lima gestartet?

Es hat sehr viel Spaß gemacht. Da ich mich bisher nur theoretisch mit den Ergebnissen der anderen Spitzensportler vergleichen konnte, war es ein sehr gutes Gefühl mich im Wettkampf messen zu können.

 

Wie schwer ist es auf einem anderen Kontinent eine stabile Leistung zu zeigen?

Die Zeitverschiebung von sieben Stunden war schon sehr gewöhnungsbedürftig. Aber die Abläufe im Wettkampf sind identisch.

 

Was tust du in der Zeit, bis die Reise nach Tokio beginnt?

Zum einen meinem Beruf als Industriekaufmann bei Hansgrohe in Schiltach nachgehen. Und soviel wie möglich trainieren. In Absprache mit der Nationalmannschaft wird das übers Wochenende öfters am Bundesstützpunkt in Suhl/Thüringen sein. Aber auch bei meinem Heimatverein in Zell oder mit der Scatanlage Zuhause. Mentaltraining steht ebenfalls auf dem Programm.

 

Wie bist du zum Sportschießen gekommen?

Das war vor zehn Jahren beim Ostereier schießen in Gengenbach. Dort habe ich das Sportschiessen für mich entdeckt. 2012 war ein Freund bei den paralympischen Spielen in London dabei. Das hat mich motiviert, das auch zu schaffen.

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