Künstler Markus Lüpertz wird am Sonntag 80 Jahre

Er steht dabei mitten im Schaffensprozess zu seinem monumentalen Jahrhundertprojekt »Genesis«

Wer meint alle Kunst steht in Corona-Zeiten still – irrt! Markus Lüpertz ist dabei, in seinem 80. Lebensjahr, eines seiner wohl größten Kunstprojekte, im wahrs­ten Sinne auf die Schiene zu setzen.

Das monumentale Gesamtwerk von Markus Lüpertz für die neue Karlsruher U-Bahn – eine schöpferische Reise vom Dunkel ins Helle mit 14 je zwei mal vier Metern großen keramischen Kunstwerken, nimmt immer mehr Gestalt an. Die U-Bahn in Karlsruhe wird damit zu einer spektakulären Kunstgalerie.

Eines seiner Kunstwerke ist seit Herbst 2019 in einer Haltestelle installiert. Von den restlichen 13 Werken hat Lüpertz bis zu seinem 80. Geburtstag am kommenden Sonntag, 25. April 2021, zehn Bilder modelliert, selbst relieffiert und gestaltet. Am Sonntag ist Ruhetag. Unmittelbar nach dem Geburtstag geht es weiter und ohne Unterbrechung wird der Meister die noch fehlenden drei Kunstwerke fertigen.

Alle Bilder bestehen aus je zehn Platten, jede bis zu 140 kg schwer. Die insgesamt 130 Platten werden jeweils auf Paletten in einem speziellen Hochregallager drei bis vier Monate gelagert und ständig überprüft und bearbeitet, um einen gleichmäßigen Trocknungsprozess von innen nach außen zu gewährleisten. Im eigens für ihn, von der traditionsreichen seit über 220 Jahre bestehenden Zeller Keramik-Manufaktur geschaffenen Schwarzwald-Atelier, fühlt sich Markus Lüpertz sichtlich wohl. Der großartige Künstler schätzt dabei das um einen hochkarätigen Bauke­ramikspezialisten ergänzte Team vom Inhaber Ralf Müller.

Alle Werke werden zweimal gebrannt. Nach dem Modellieren erfolgt für jedes Werk der sogenannte Schrühbrand. Die Bemalung auf einer speziellen riesigen Doppel-Staffelei durch Markus Lüpertz mit speziell ausgewählten und entwickelten Glasuren ist der nächste Schritt. Zum Schluss geht es wieder in den Ofen zum Glatt- oder Glasurbrand, bei fast doppelt so hoher Temperatur.

In den nächsten Monaten steht das lange Brennen pro Bild an und das Malen mit farbigen Glasuren. Bis November sollen möglichst alle Kunstwerke fertiggestellt sein. Danach werden diese im Schwarzwald abgeholt und in die Haltestellen eingebaut und abgedeckt. Die Spannung wird bis zur Präsentation durch ein geplantes Pre-Opening somit erhalten.

Bei der offiziellen Eröffnung der U-Bahn dürfen sich alle Fahrgäste – in der Tat Kunst erfahren – an den ausdrucksstarken Werken und dem wunderbaren Kontrast zwischen dem archaischen Material Keramik und den bewusst einfarbigen, strahlenden Wänden der Haltestellen erfreuen. Der Initiator und Promotor des gesamten Projektes, Anton Goll, schuf durch sein persönliches Engagement die Grundlage für ein völlig privat finanziertes öffentliches Gesamtkunstwerk mit einem internationalen, aktuell erfolgreichsten und renommiertesten deutschen Künstler der Gegenwart – Markus Lüpertz.

Von Anton Goll wurde 2017, nach der Genehmigung durch den Karlsruher Gemeinderat, mit weiteren engagierten Persönlichkeiten der gemeinnützige Verein »Karlsruhe Kunst Erfahren e.V.« gegründet. Über 800.000 Euro an Sponsoren- und Spendenbeiträgen wurden bisher eingeworben. Das Projekt wird Vorbildfunktion in der nationalen und internationalen Kunstszene bekommen und die Aufmerksamkeit für die gesamte regionale Kunstszene steigern.

Markus Lüpertz bekam größtmögliche künstlerische Freiheit, um sich und sein Werk zu entfalten… »Wie von selbst stand am Anfang das Wort Genesis – also die Schöpfungsgeschichte der Welt. Für mich die Möglichkeit Neuland zu betreten und in Abstraktionen vom Dunk­len ins Helle zu überführen. Und das mit Metaphern von Hölle und Himmel zu feiern und zu besingen. Meine Skizzen zu den verschiedenen keramischen Werken zeigen Anspielungen und Anekdoten, die interpretierbar sind und eben auch missverständlich aufgenommen werden können.«

Das erste Kunstwerk hatte nach der Hängung alle dabei anwesenden Gäste begeistert und sehr beeindruckt. Deshalb herrscht jetzt Spannung und Vorfreude auf ein monumentales Gesamtkunstwerk – die Genesis.

Immer mehr kunstinteressierte Bürger aus der Region und ganz Deutschland wollen jetzt gerne Teil des Genesis-Projektes werden und sich einbringen. Dafür wurde die Webseite extra neu gestaltet und somit die Möglichkeit geschaffen, sich mit einer Spende ab 100 Euro zu beteiligen. Eine von Markus Lüpertz persönlich signierte Urkunde gibt es schon ab 700 Euro Spendeneingang. Weitere Informationen unter www.genesis-luepertz.de.

Schwarzwälder Post – Ihre Druckerei im Mittleren Schwarzwald