Die fremden Soldaten kamen vom Eckwald

Vor 75 Jahren – im April 1945 – war der II. Weltkrieg in Zell am Harmersbach zu Ende

Deutschland erinnert in einer Woche, am 8. Mai 2020, an das 75-jährige Ende des II. Weltkrieges. In Zell am Harmersbach war das von Adolf Hitler propagierte »Tausendjährige  Reich« zu diesem Zeitpunkt schon zu Ende: Am 19. April 1945 rückten französische Truppen vom Eckwald kommend über die Kirchstraße und die Nordracher Straße in Richtung Städtle vor.

Das Bild vom Einmarsch dunkelhäutiger marokkanischer Soldaten in ihren seltsamen Uniformen und mit ihren Maultieren hat sich tief in den Erinnerungen der Menschen eingebrannt. »Die Schwarzen sind da! Der Krieg ist aus!« Die Gebräuche der fremden Soldaten, ihre Hautfarbe, die Essgewohnheiten und Gebräuche waren das einschneidende Erlebnis für die Zeller am Ende des II. Weltkrieges. Für viele Menschen war es nach sechs Jahren Krieg eine Mischung aus Erleichterung über das Ende der Angst vor Luftangriffen und der Notzeiten, aber auch die Sorge vor der französischen Besatzung, vor der neuen Zeit und der ungewissen Zukunft. Ganze zwölf Jahre, zwei Monate und 19 Tage hatte das »Tausendjährige Reich« in Zell am Harmersbach »überlebt«.

Der Aufstieg der NSDAP in Zell

Begonnen hatte es mit der Machtergreifung Adolf Hitlers am 31. Januar 1933. Damals lebten genau 1.965 Menschen in Zell. Viele von ihnen waren bei den beiden großen Arbeitgebern in der Stadt, der Keramik und den Prototyp-Werken, beschäftigt. Schon im November 1930 gründete sich in Zell am Harmersbach eine NSDAP-Ortsgruppe der Hitler-Partei. Ortsgruppenleiter wurde der Zeller Drechslermeister und spätere Bürgermeister Adrian Kopf.

Er zog 1933 in den Gemeinderat ein, wurde im selben Jahr Bürgermeisterstellvertreter und verdrängte nach und nach den gewählten amtierenden Bürgermeister Dr. Franz Schumann, der – durch eine Intrigenkampagne unter Druck gesetzt – 1933 seinen Rücktritt erklärte. Am 2. Mai 1934 ernannte der badische Innenminister Adrian Kopf zum Zeller Bürgermeister – er blieb es bis zum Einmarsch der Franzosen am 19. April 1945.

Der Anfang vom Ende

Im Frühjahr 1945 rückt der Krieg immer näher an das Harmersbachtal heran. Am 2. Februar, an Maria Lichtmess, setzen Fliegerbomben ein im »Alten Wald« Richtung Unterentersbach angelegtes Brennstofflager in Brand. Drei Wochen später folgt ein Luftangriff auf das Verwaltungsgebäude der Prototyp-Werke, zwei Menschen kommen bei diesen kriegerischen Handlungen um. Im April kommt die Front immer näher: Am 15. April 1945 befreien französische Truppen Offenburg, einen Tag später marschieren sie in Gengenbach ein, am
17. April im nahen Renchtal in Oberkirch. Am 18. April 1945 ist der Artillerie-Beschuss von Biberach in Zell zu hören. Am selben Abend marschieren französische Truppen in Lahr ein.

Unseren kompletten Bericht und weitere Bilder finden Sie in der Print-Ausgabe der Schwarzwälder-Post.

 

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