Paradiesische Plätze, kreative Köpfe

Volles Haus bei Buchvorstellung im Storchenturmmuseum – Dazugehörige Foto-Ausstellung noch bis 14. Juli zu sehen

Mehr als 80 Gäste drängten sich gestern Abend im Foyer des Storchenturm-Museums, als der Bild- und Textband »Der Himmel über der Ortenau« vorgestellt sowie eine Ausstellung eröffnet wurde, die im Buch abgebildete Fotos im Großformat zeigt.

»Wir haben überproportional viele Autoren aus Zell, nämlich fünf« – dies war für den Schliengener Verleger Peter Martens einer der Gründe dafür, den Bild- und Textband »Der Himmel über der Ortenau« als erstes eben hier vorzustellen: in Zell.

»Bei unserer Recherche im Vorfeld hat sich ergeben, dass es hier sehr, sehr viele kreative Menschen gibt, darunter Autoren, Künstler und Galeristen. Und natürlich liegt die kleine Stadt in einer wunderbaren Landschaft«, führte Martens seine Begründung weiter aus. Zwei weitere Autoren kommen aus der unmittelbaren Nähe, aus Nordrach und Oberharmersbach.

Von dem trotz Hitze großen Publikumsandrang freudig überrascht zeigte sich auch Heinz Scherzinger, der als Teamleiter der Museumsfreunde die Veranstaltung im Storchenturmmuseum eröffnete. Was die Motivation gewesen sei, gerade die Ortenau literarisch und fotografisch vorzustellen, wollte er von dem Verleger wissen.

Nun, ein Buchtitel war’s. »So schön wie hier kann’s im Himmel gar nicht sein«, lautete dieser, ein Jahr vor seinem Tod verfasst von dem berühmten Film-, Theater- und Opernregisseur Christoph Schlingensief. Peter Martens las das Werk im Zug, während draußen die Weinbaulandschaften, Rheinauen und malerischen Schwarzwaldgipfel der Ortenau an ihm vorbeihuschten: «Da war mir klar, dass wir doch bereits in einem Paradies leben.«

Hinzu kam, dass er, der im südbadischen Markgräflerland lebt, schon seit über zehn Jahren mit der Ortenau eng verbunden ist. »Ich habe hier sehr gute Freunde und sehr viele Leute aus der Kulturszene, mit denen ich schon zusammengearbeitet habe.«

Leidenschaftlicher Netzwerker

Überdies bezeichnet er sich als leidenschaftlicher Netzwerker: »Mich freut es, Menschen zusammenzuführen und mit ihnen gemeinsam so ein Projekt zu stemmen.«

Alleine rund 120 – vielfach prominente – Autoren sind mit Kurztexten in dem Band vertreten. Mit dreien von ihnen unterhielt sich Martens während der Buchvorstellung über deren Lieblingsplätze. Für Gerd Birsner, den Autor, Kolumnist, SWR-Moderator und Musiker, der mit Gitarre und Gesang den Abend auch gleich umrahmte, sind das die Fachwerkhäuser des Hanauer Lands mit ihren knarzenden, von altem Leben erzählenden Treppen.

Ganz private Heimat-Einblicke gaben auch der namhafte und eng mit der Villa Haiss verbundene Fotokünstler Tilmann Krieg sowie Ellen Dietrich. Die ehemalige Bildredaktionsleiterin aus Hamburg ist vor zwei Jahren nach Gengenbach gezogen und beginnt hier Wurzeln zu schlagen.

Insgesamt 23 Fotografen haben hochwertige Bilder zu dem 280-Seiten-Buch beigesteuert. Gut 20 davon sind im Großformat im Foyer des Storchenturmmuseums ausgestellt. Noch bis zum 14. Juli kann man sie – ohne Eintritt – zu den üblichen Museumszeiten besichtigen. »Insgesamt ist die Wander-Ausstellung mehr als doppelt so groß«, betonte Peter Martens, »doch hier im Museums-Foyer können wir sie aus Platzgründen nicht komplett zeigen.«

»Der Himmel über der Ortenau« ist unter der ISBN-­Nr. 978-3-946225-03-4 für 28 Euro überall im Buchhandel erhältlich.

Die Schwarzwälder Post wird in einer Serie paradiesische Plätze aus dem Buch vorstellen.

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