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Zell am Harmersbach | 27.02.2019

Biologieunterricht einmal anders

Schüler der Realschulklasse 8 kamen einem Auge ganz nah

Foto:
Trotz anfänglicher Berührungsängste arbeiteten die Schülerinnen und Schüler am Ende mit großer Neugier. Jannis Skopinski (von links nach rechts), Moritz Oestreich, Jeremias Müller und Melvin Flüth nehmen das Organ gemeinsam im Biologieunterricht unter die Lupe. Foto: Alina Mockenhaupt
von Alina Mockenhaupt

Kürzlich erlebte die Realschulklasse 8A den Biologieunterricht einmal wirklich hautnah und mit allen Sinnen. Bei der Sektion eines Schweineauges konnten die Schüler sehen, wie das Auge aufgebaut ist und welche Funktion einzelne Bestandteile haben.

Foto: Alina Mockenhaupt
Erst eklig, dann spannend: Die meisten Achtklässler hatten zum ersten Mal ein echtes Schweineauge gesehen.
Foto: Alina Mockenhaupt
Schülerin Megan Graf seziert ganz vorsichtig das Schweineauge.
Foto: Alina Mockenhaupt
Trotz anfänglicher Berührungsängste arbeiteten die Schülerinnen und Schüler am Ende mit großer Neugier. Jannis Skopinski (von links nach rechts), Moritz Oestreich, Jeremias Müller und Melvin Flüth nehmen das Organ gemeinsam im Biologieunterricht unter die Lupe.

In der vierten Stunde herrschte große Aufregung. Ohne große Vorwarnung stand statt Deutsch plötzlich Biologie auf dem Stundenplan. Zunächst ahnten die Realschüler der achten Klasse nichts. Die Stunde ging nicht besonders aufregend los: ein Puzzle zum Erraten des Themas Auge und anschließend das Abfragen der äußeren sichtbaren Bestandteile. Was also scheinbar langweilig anfing, endete mit zunächst angewiderten und ungläubigen Gesichtern. Die Lehrerin sprach plötzlich vom Sezieren eines echten Schweineauges.

Es folgte eine ausführliche Besprechung der Vorgehensweise beim Sezieren. Ein Schweineauge, das im Aufbau und der Funktion sehr dem menschlichen Auge ähnelt, zu sehen war für alle neu. Den Schülern wurde dann, vielleicht auch zum ersten Mal bewusst, dass hinter der Salami auf dem Pausenbrot ein echtes Lebewesen steckt, welches kurz davor noch gelebt hat.

Große Neugier der Schüler

Anschließend durften sich die Schüler entscheiden, ob sie beim Sezieren aktiv mitmachen und es ausprobieren, nur zuschauen oder in einem Nebenraum Aufgaben und Rätsel zum Thema bearbeiten und nicht beim Sezieren dabei sein wollten. Trotz anfänglicher Berührungsängste gingen fast alle Schüler mit großer Neugier an die Sache heran und stießen schon bald auf das erste Hindernis: das vorsichtige Durchschneiden der weißen Lederhaut, welche das Auge schützt und ihm seine Form gibt.

Als der Augapfel durchtrennt war, gab es eine große Überraschung, denn das Innere des Augapfels war schwarz. Die Schüler fanden schnell heraus, dass es sich hierbei um die Pigment­schicht handelt, die das Auge mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Auch das Heraustrennen der Linse war gar nicht so einfach. Mit großer Begeisterung beobachteten die Schüler die Vergrößerung der Buchstaben der Zeitung, als sie die Linse dort aufgelegt hatten.

Erfolgreiche Schulstunde

Obwohl viele Schüler anfangs große Berührungs­ängste hatten, war die Begeisterung nach dieser Biologiestunde groß. Yvonne fand es letztendlich gar nicht so eklig, da aus dem Auge – nicht wie anfangs vermutet – Blut austrat und Julius fragte am Ende der Sektion begeistert, wann die nächste Sektion anstehe. Lobenswert war auch der respektvolle und angemessene Umgang mit dem Sinnesorgan des Lebewesen. Vielleicht war das eine Schulstunde, von denen man noch später als Erwachsener erzählen wird.

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