Morgen beginnt der Herbst: Zeit für einen Rückblick

Sommer 2018 – eine heiße Sache!

Heute geht dieser außergewöhnliche Sommer zu Ende. Denn morgen, am 1. September, ist meteorologischer Herbst­anfang.

Wer dem Sommer noch nicht »Adieu« sagen will, hat noch etwas Zeit, denn der kalendarische Herbstanfang ist erst in drei Wochen am 23. September 2018. Und die Freibäder haben noch auf jeden Fall bis zum Ende der Sommerferien geöffnet. Trotzdem ist es Zeit für einen Rückblick auf den Sommer 2018. Er war heiß, trocken, wochenlang ohne Regen, nur ganz selten Gewitter, die nicht mehr waren als ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Landwirtschaft leidet unter der Dürre mit starken Ernteeinbußen. Die Hitze ließ uns tagsüber schwitzen, bescherte aber auch laue Sommerabende und tropische Nächte – mit Saunatemperaturen nicht nur in Dachwohnungen. Erinnerungen an den »Jahrhundertsommer 2003« wurden wach und immer wieder Vergleiche gezogen. Egal, der Sommer 2018 war einzigartig.

Der Harmersbach macht Hindernislauf um Steine

Die Enten im Harmersbach saßen in diesem Sommer öfter auf dem Trockenen. Sprichwörtlich. Dort, wo sonst das Wasser gemächlich am Städtle vorbeirauscht, schauten wochenlang nur Steine aus dem Bachbett. Die Wasserentnahme aus Flüssen und Bächen wurde verboten, damit den Fischen und anderen Wasserlebewesen nicht die Luft ausgeht. Nix war’s deshalb in diesem Jahr mit dem Zeller Bachsteig: Weil der Pegel beim Einstieg am Sonnenparkplatz immer weit unter der zulässigen Marke lag, musste der Harmersbach fürs Durchwaten gesperrt werden. Gießen, gießen, gießen hieß die Devise, viele Kubikmeter Wasser wurden in diesem Sommer täglich in Gießkannen auf Balkone, Terrassen und Gärten geschleppt, um den nie endenden Durst der Pflanzen zu stillen. Erinnerungen an den heißen Sommer 2018 dürfte auch die nächste Wasserrechnung bringen…

Selbst Sonnenblumen machen schlapp

Nie war es einfacher, die Zutaten für ein Welschkornnarro zu bekommen: Die getrockneten Maisblätter für die traditionelle Zeller Narrenfigur gab es in diesem Sommer quasi schon auf dem Feld. Wochenlange Hitze und ausbleibender Regen machten die Wiesen braun und ließen den Mais vertrocknen. Die Dürre bescherte den Landwirten empfindliche Ernteausfälle und dem Wald eine Invasion des Borkenkäfers. Viele Bäume ließen wegen der Trockenheit ihre Blätter fallen. Selbst den sonnenverwöhnten Sonnenblumen auf einem Feld in Unterentersbach waren Hitze und ausbleibende Niederschläge zu viel, so dass sie jetzt ihre vertrockneten Köpfe in den Himmel recken.

Warmbadetage im Zeller Familienbad

Es war der früheste Saisonbeginn, den das Zeller Familienbad je hatte: Am Samstag, 5. Mai war Start für die Saison 2018 – und die Gäste aus dem nahen Umland und dem »fernen« Elsass strömten seither mit Kind und Kegel auf die Liegewiesen. Weit über 90.000 Badegäste besuchten bisher den Zeller Badepark mit seinen vielen schattenspendenden Bäumen. In diesem Sommer hatte nicht nur Nordrach, sondern auch das Zeller Familienbad seine »Warmbadetage«: Die Hitzewellen sorgten dafür, dass an manchen Tagen die Wassertemperaturen bis auf »wohlige« 28 Grad anstiegen. Die Badegäste blieben auffallend gerne bis zum Ende des Intervalls unter der erfrischenden kalten Dusche stehen. Echte Abkühlung bot auch das klare Wasser des Nordrach-Bachs, der durch das Zeller Badegelände plätschert und eine grüne Oase inmitten der inzwischen an vielen Stellen vertrockneten Liegewiese bildete.

Der Mond spielt einen Abend lang Mars

Das Himmelsschauspiel des Sommers bescherte uns der Mond. Eine totale Mondfinsternis ließ viele Menschen am 27. Juli, einem lauen Freitagabend, erwartungsfroh zum Himmel blicken. Doch dort war es wider Erwarten einfach nur – finster: Ausgerechnet an diesem Abend versteckte sich der Mond lange hinter Wolken. Viele Menschen machten sich auf die Suche nach besten Plätzen für das Naturschauspiel, unterhalb der Geroldseck oder auf anderen Höhenplätzen herrschte eine wahre Völkerwanderung. Spät am Abend verzogen sich die Wolken und gaben den Blick auf einen wunderschön rötlich-schimmernden Mond frei, der eher wie der Mars aussah – der war dafür ziemlich klein in der Nähe des Mondes zu sehen und strahlte noch wochenlang am Abendhimmel weiter.

WM-Katzenjammer statt rauschender Fußballparty

An den Zellern lag es nicht: Die Fußballfans strömten wie eh und je in schwarz-rot-goldener Montur erwartungsfroh auf den Kanzleiplatz, um Jogis Jungs anzufeuern. Die neue LED-Wand bot selbst bei reichlich Sonnenschein ein scharfes Bild und sorgte für Glanz – ganz im Gegensatz zu dem, was auf dem Rasen im fernen Russland von der deutschen Mannschaft geboten wurde. Nach drei Spielen war’s vorbei, das deutsche Team flog nach der Vorrunde aus dem Turnier und die rauschende Fußballparty unterm Storchenturm fiel aus. Die Zeller schwenkten schnell um und erlebten nach vier sommerlichen Fußballwochen am Ende ein torreiches Finale zwischen Frankreich und Kroatien.

Störche sorgen selbst für reichen Kindersegen

Klappern gehört für Störche zum Handwerk. Gleich von drei Nestern aus beschallten sie aus luftiger Höhe rund um den Kanzleiplatz mit ihrem weithin hörbaren Geklapper das Zeller Städtle – und bescherten sich selbst jede Menge Nachwuchs. Nur das Nest auf dem traditionellen Storchenturm blieb in diesem Jahr ohne Jungstörche. Auf der Alten Kanzlei schlüpfte ein kleiner Storch aus dem Nest und auf dem Rathausgiebel gab es gar Drillinge: Drei kleine muntere Störche drängten sich dort im Nest, so dass Vater Storch mangels »Wohnraum« oft auf dem buntgekachelten Dach des Rathauses ausharren und von dort das Treiben drunten im Zeller Städtle beobachten musste.

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