Milchbauernfamilien erleben vier abwechslungsreiche Tage zwischen Bergbau, Landwirtschaft und Natur.
Eine erlebnisreiche und eindrucksvolle Mitgliederfahrt unternahmen 92 Teilnehmer des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) vom 27. bis 30. März 2026. Ziel der diesjährigen Reise war Sachsen-Anhalt, genauer die Harzstadt Wernigerode, wo die Gruppe im Burghotel bestens untergebracht war.
Die Anreise erfolgte bereits in den frühen Morgenstunden ab 1 Uhr mit dem Busunternehmen Schnurr. Ein erster Zwischenstopp führte die Gruppe nach Goslar, wo das Besucherbergwerk Rammelsberg – Teil des UNESCO-Weltkulturerbes – besichtigt wurde. In drei Gruppen aufgeteilt, erkundeten die Teilnehmer die Stollen und erhielten von fachkundigen Führern eindrucksvolle Einblicke in die harte Arbeit der Bergleute früherer Zeiten. Besonders beeindruckend war die historische Fördertechnik, bei der allein mit Wasser und Schwerkraft gearbeitet wurde.
Nach der Weiterfahrt und dem Einchecken in Wernigerode blieb Zeit für erste Erkundungen der Stadt. Einige Teilnehmer nutzten die Gelegenheit zu einem Spaziergang zum Schloss Wernigerode. Der Abend klang in geselliger Runde bei Livemusik in der Hotelbar aus.
Ein Höhepunkt der Reise war am Samstag die Fahrt auf den Brocken, den höchsten Berg Norddeutschlands. Mit der Harzer Schmalspurbahn ging es hinauf zum Gipfel. Entlang der Strecke bot sich jedoch ein erschütterndes Bild: Große Waldflächen waren durch Borkenkäferbefall und Sturmschäden zerstört. Besonders für Teilnehmer mit land- oder forstwirtschaftlichem Hintergrund war dieser Anblick schwer zu ertragen, zumal in der Region bewusst auf Eingriffe verzichtet wird und die Natur sich selbst überlassen bleibt.
Auf dem Brocken selbst beeindruckte vor allem das Brockenhaus-Museum, das die Geschichte des einstigen Sperrgebiets bis zur Wende 1989 dokumentiert. Der Berg diente damals als wichtiger Abhörstandort der DDR.
Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Landwirtschaft. In Schwarzholz besuchte die Gruppe den Betrieb von Peter Schuchmann mit über 200 Milchkühen. Besonderes Interesse galt einer der größten Agri-Photovoltaikanlagen Europas, die dort derzeit auf über 200 Hektar mit einer Leistung von 119 Megawatt entsteht.
Auch die Abende kamen nicht zu kurz: Neben einem unterhaltsamen Künstler sorgte die mitgebrachte „Hausmusik“ für ausgelassene Stimmung und gesellige Stunden.
Am Montag trat die Gruppe die Heimreise an, die über den Frankfurter Flughafen führte. Dort erhielten die Teilnehmer bei einer Sonderführung spannende Einblicke in die Abläufe eines der größten Flughäfen Europas. Mit rund 81.000 Beschäftigten und einer Fläche von 2.300 Hektar wurde die enorme logistische Leistung deutlich.
Den Abschluss bildete ein gemeinsames Abendessen im Odenwald, bevor die Reise gegen 22 Uhr wieder am Betriebshof des Busunternehems endete. Die Teilnehmer blicken auf vier gelungene Tage zurück und freuen sich bereits auf die nächste Mitgliederfahrt im Jahr 2027.





