»Echo vom Mühlstein« gewinnt zum dritten Mal das Wertungsspiel des Nordwestschweizer Jodlerverbands

Paul Boschert aus Nordrach und Rolf Basler aus Rammersweier gehören zu den besten Schweizer Alphorn- und Büchelbläsern – Im nächsten Jahr dürfen sie beim Jodlerfest der Gesamtschweiz in Basel auftreten

Zum dritten Mal nach 2008 und 2016 hat das Alphornduo Paul Boschert und Rolf Basler das Wertungsspiel des Nordwestschweizer Jodlerverbandes im mehrstimmigen Vortrag gewonnen. Damit gehört das »Echo vom Mühlstein« zu den besten Schweizer Alphorn- und Büchelbläsern. Mit dem Gewinn des Wanderpokals haben sie sich gleichzeitig die Teilnahme am 31. Eidgenössischen Jodlerfest gesichert, das vom 26. bis 28. Juni 2020 in Basel stattfindet und zu dem mehrere hunderttausend Besucher erwartet werden.

Foto: Hanspeter Schwendemann

Wanderpokal mit Miniaturalphorn, Bergkristall und holzgeschnitztem Edelweiß: Die Namensschilder dokumentieren die jeweiligen Jahressieger. Kann das »Echo vom Mühlstein« in den kommenden Jahren den Erfolg nochmals wiederholen, bleibt der Pokal endgültig in Nordrach. Einziger Nachteil wäre, dass die Sieger dann einen neuen Wanderpokal spenden müssen.

Paul Boschert aus Nordrach und Rolf Basler aus Rammersweier sind im Schweizer Jodlerverband längst keine Unbekannten mehr. Seit fast 20 Jahren sind sie Mitglied im Nordwestschweizer Jodlerverband. »Anfangs war die Aufnahme schwierig. Jetzt sind wir anerkannt«, berichtet Paul Boschert. Regelmäßig nehmen sie an Wertungsspielen des Verbands teil und schon früh konnten sie erste Erfolge und immer wieder gute Platzierungen erringen.

Mit »Übermut« auf Platz 1

»Der Sieg ist noch höher zu bewerten als 2016«, berichten die beiden Alphornbläser, da in diesem Jahr auch die stärks­ten Mitbewerber am Start waren. Insgesamt nahmen im August 70 Musikerinnen und Musiker sowie 22 größere und kleinere Gruppen am Wertungsspiel des Verbandes in Aesch in Basel-Land teil. Im mehrstimmigen Wettbewerb belegte am Ende das »Echo vom Mühlstein« mit hauchdünnem Vorsprung den Platz 1. Die vier Erstplatzierten hatten alle zwischen 17 und 18 Wertungspunkte. Beim Einzelwettbewerb schaffte es Rolf Basler auf den 11. und Paul Boschert auf den 17. Platz.

Als Musikstück für das Wertungsspiel hatte sich das Duo das Stück »Übermut« des Schweizer Komponisten Hermann Studer ausgewählt. Gewertet werden die Tonkultur, die Blastechnik, die Interpretation und der musikalische Ausdruck. Beim Zusammenspiel vergaben die Schweizer Wertungsrichter ihren beiden Kollegen aus dem Schwarzwald das Prädikat »meisterhaft und tadellos«.

Jeder kann den Atemzug des anderen hören

»Im Zusammenspiel sind wir fast unschlagbar«, ist Paul Boschert überzeugt. »Wir sind ein eingespieltes Team«, ergänzt Rolf Basler. Beim Vorspiel nehmen die beiden immer die gleiche Position ein. Jeder kann den Atemzug des anderen hören und förmlich seinen Pulsschlag spüren. Aber es kommt auch immer auf die Tagesform an, sind sich die beiden bewusst.

Ohne Fleiß kein Preis. Dieses Gesetz gilt auch bei den Alphornbläsern. Wöchentlich treffen sich die Mitglieder des »Echos vom Mühlstein« im Proberaum der Nordracher Grundschule, im Sommer üben sie im Freien auf der Haldeneck oder bei der »Müller’s Mühle« in Gengenbach. Neben Paul Boschert und Rolf Basler gehören Helmut Heizmann aus Gengenbach und Dieter Kirsch aus Tennenbronn zur Alpenhorngruppe. Außerdem gibt es noch eine Großgruppe »Mittlerer Schwarzwald«. Alleine das »Echo vom Mühlstein« absolviert jährlich über 40 öffentliche Auftritte. Um ihr Alphornspiel zu perfektionieren haben Paul Boschert und Rolf Basler schon mehrere Kurse in der Schweiz und im Jahr 2018 in Wies im Allgäu besucht.

Der musikalische Leiter der Gruppe ist Rolf Basler. Er hat lange Jahre Horn in der Stadtkapelle in Offenburg gespielt und war Mitglied im Ortenau-Orchester. Rolf Basler komponiert selbst Stücke für Alphorn und Büchel. Für das Wertungsspiel wählte er aber das Stück eines Schweizer Komponisten aus, das bei den Wertungsrichtern auch bekannt ist. Das Spielen des Büchels sei etwas schwieriger als das des Alphorns, schätzt der versierte Musiker ein.

Wertungsspiel vor ganz großem Publikum

Nun freuen sich Paul oschert und Rolf Basler auf das Wertungsspiel beim 31. Eidgenössischen Jodlerfest in Basel vor ganz großem Publikum. Der Verband ist untergliedert in den Ber­-nisch-Kantonalen Jodlerverband sowie den Zentralschweizerischen, Nordostschweizerischen, Nordwestschweizerischen und Westschweizerischen Jodlerverband.Der Eidgenössische Jodlerverband (EJV) wurde am 8. Mai 1910 in Bern gegründet und legt seinen Fokus darauf, das schweizerische Brauchtum, wie Jodeln, Naturjodeln, Alphorn- und Büchelblasen und Fahnenschwingen lebendig zu erhalten. Dabei ist ihm die Förderung des Nachwuchses ein besonderes Anliegen. Seine aktuell 20.000 Mitglieder stammen aus Jungen und Junggebliebenen aus allen Schichten der Bevölkerung.

»Beim Wertungsspiel in Basel wollen wir nochmals mitmischen«, zeigen sich Paul Boschert und Rolf Basler entschlossen. Aber auch die Gesundheit müsse mitmachen. Paul Boschert ist 82 Jahre alt, Rolf Basler ist 79. Dennoch ist das »Echo vom Mühlstein« voller Vorfreude, denn der Auftritt beim 31. Eidgenössischen Jodlerfest wird unabhängig von der Platzierung ein Höhepunkt in ihrer musikalischen Laufbahn werden.

Schwarzwälder Post – Ihre Druckerei im Mittleren Schwarzwald