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Zell am Harmersbach | 19.07.2021

Gemeindeversammlung stimmt für den Neubau des Gemeindehauses

Architekt Michael Welle stellt der Evangelischen Kirchen gemeinde die Planung für die Zwei-Millionen-Investition vor

Foto:
Die Gemeindemitglieder gaben gerne ihre Zustimmung zu dem Neubau des Gemeindehauses. Die Gemeinde war in die Bauplanung eingebunden und laufend über den aktuellen Planungstand informiert. Foto: Gisela Albrecht
von Gisela Albrecht

Das Stimmungsbild der Gemeindeversammlung am Sonntagmorgen in der Evangelischen Kirche war eindeutig: Alle Handzeichen der Gemeindemitglieder zeigten Zustimmung. Die Gemeindeversammlung stimmt für den Neubau des Gemeindehauses. Ein weiterer entscheidender Schritt zum Bauprojekt ist erreicht. Vorangegangen war eine ausführliche Vorstellung der Pläne durch den Architekten mit anschließender Frage- und Diskussionsrunde.

Foto: Illustrationen: Planer
Das neue Gebäude liegt am Hang, was ein architektonisches Spiel mit den Ebenen ermöglicht.

Pfarrer Michael Wurtz aus Unterentersbach begrüßte die Gemeinde. Der Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Joachim Groß, führte chronologisch durch die Schritte des bisherigen Projektverlaufs. Er wies auf die evangelische Stiftung Pflege Schönau hin, die als Unternehmen der Evangelischen Landeskirche Baden kirchliches Bauen unterstützt. Diese Stiftung besitzt Wald in Nordrach und Oberharmersbach und verkauft daraus Holz zu fairen Preisen für das Bauprojekt in Zell.

Architekt Michael Welle stellte die Baupläne auf großer Leinwand in der evangelischen Kirche vor. Welle ist zugleich Geschäftsführer der Fa. Heimatbauen GmbH Offenburg, die mit der Bauausführung beauftragt ist. Die Holzbauarbeiten wurden an die Fa. Holzbau Bendler GmbH, Nordrach vergeben.

Zwei Doppelhaushälften

Das Grundstück unterhalb der Kirche ist 1.200 Quadratmeter groß. Der Neubau besteht aus zwei Doppelhaushälften: Eine Hälfte beherbergt den Gemeindesaal mit Funktionsräumen, barrierefreiem WC im Obergeschoss sowie das Pfarrbüro und das Amtszimmer im Erdgeschoss. In der zweiten Hälfte ist die Pfarrwohnung auf zwei Etagen untergebracht. Das Erdgeschoss wird in Betonbauweise errichtet, das erste Obergeschoss in Holzbauweise. Energiestandard ist KfW 55, Photovoltaik kommt auf das Dach. Die Kosten für den Bau betragen knapp zwei Millionen Euro. 900.000 Euro Förderung zahlt der Evangelische Oberkirchenrat, Karlsruhe. Abzüglich der Einnahmen aus dem Verkauf des alten Gemeindehauses und einem Grundstücksverkauf trägt die Kirchengemeinde etwa 450.000 Euro selbst. Dieser Betrag wird über einen langfristigen Kredit finanziert.

Mehr Gemeinschaft

Mit dem Neubau geht auch der Wunsch der Kirchengemeinde nach einem Kirchplatz in Erfüllung. Zwischen Kirche und Neubau entsteht ein Freiraum, der als Treffpunkt genutzt werden kann. Der Höhenunterschied von der Kirche zum Platz beträgt 1,70 Meter. Er wird durch eine breite Treppe aufgefangen, die als Sitzgelegenheit dienen kann.

Von dem Platz gibt es einen barrierefreien Zugang zum Neubau mit Foyer und Gemeindesaal. Der Gemeindesaal ist 100 Quadratmeter groß und kann für kleinere Veranstaltungen genutzt werden. Wichtig war der Kirchengemeinde das barrierefreie WC, wodurch auf den Einbau eines Aufzugs verzichtet werden kann. Eine kleine Küche und ein Stuhllager sind in diesem Neubau-Teil ebenfalls vorhanden.

Ins Erdgeschoss soll das Pfarrbüro und ein Amtszimmer einziehen sowie ein Kopierzimmer, das Archiv, der Technikraum und weitere Sanitärräume. Das Pfarrbüro ist ebenerdig von der Kirchstraße aus erreichbar.

Eine helle Wohnung

In der zweiten Haushälfte ist die Pfarrwohnung mit insgesamt 114 Quadratmetern untergebracht. Im Erdgeschoss befinden sich die Räume für Wohnen, Essen, Kochen, Hauswirtschaft und ein kleines Bad. Im Obergeschoss sind Elternschlafzimmer, zwei Kinderzimmer und ein größeres Badezimmer untergebracht. »Die Grösse ist vorgeschrieben«, erklärte Pfarrer Monninger. Die Ausrichtung nach Süden Richtung Park mache die Wohnung hell und attraktiv, erklärte Monninger. Damit könne man einem neuen Pfarrer auch einen Anreiz bieten, nach Zell zu kommen. Zurzeit gebe es etwa 100 freie Pfarrerstellen. Bewerber könnten sich den schönsten Ort aussuchen, informierte Monninger über die aktuelle Situation.

Niedrigenergiehaus zu teuer

Nach der Vorstellung der Baupläne gab es für die Mitglieder der Gemeinde Gelegenheit, Fragen zu stellen oder Anmerkungen zu machen. Zur Frage, warum kein Niedrigenergiehaus geplant wurde, erklärte dies Architekt Welle mit den erheblich höheren Kosten. Die Heizung mit zwei Wärmepumpen und dem Standard KfW 55 sei für dieses funktionale Gebäude genau richtig. Ein höherer Energiestandard hätte deutlich mehr Wandstärke erfordert. Ausführlich erläuterte er auf Nachfrage auch den Einbau von Beton in den erforderlichen Bereichen im Gebäude.

Kirchenratsmitglied Michael Horst wandte ein, dass ein Teil des Gemeindehauses auch viel leer stehen werde, das bedinge die Art der Nutzung. Es sei sinnvoll, möglichst schlicht und einfach zu bauen.

Der Vorsitzende des Kirchenrats, Joachim Groß, informierte über die intensiven Beratung bezüglich des Energiestandards: »Wir haben verschiedene Modelle geprüft, gerechnet und verglichen und dies im ständigen Austausch mit dem Bauamt.«

Einfach, nicht billig

Gemeindemitglied Rolf Metzler fragte, ob es eine finanzielle Obergrenze gebe, wenn die Baukosten weiter steigen. Pfarrer Monninger sagte sehr bestimmt: »Die Obergrenze ist zwei Millionen, daran ist auch die Förderung gebunden. Es ist ein Festpreisprojekt. Wir haben ein Sparprogramm im Hintergrund, um diesen Preis zu halten.« Gegenüber dem bisherigen Gemeindehaus mit 350 Quadratmeter Fläche sei das neue Gebäude mit 250 Quadratmeter kleiner und effizienter, argumentierte Monninger.

Architekt Michael Welle betonte, dass die Baupläne in vielen Schritten in Abstimmung mit dem Bauamt, den kirchlichen Vertretern und der Gemeinde entstanden seien. »Es gibt Spielraum, die Dinge einfacher zu gestalten. Aber es soll nicht billig aussehen«, erklärte Welle. Er sei optimistisch, den finanziellen Rahmen halten zu können.

Auf den Baubeginn angesprochen, informierte Welle, dass der Baubeginn für das Frühjahr 2022 geplant ist und das Gebäude im Sommer 2023 fertig sein soll.

Ohne Pfarrer Monninger

Pfarrer Monninger rief die Versammlung auf, dem Bauprojekt zuzustimmen. Dieser Aufforderung kamen die Gemeindemitglieder gerne nach. Alle Handzeichen zeigten Zustimmung und es gab sogar Applaus: Die Kirchengemeinde hat die Chance zu einem zukunftsweisenden Projekt ergriffen und erfolgreich auf den Weg gebracht. Im Oktober kann es jetzt zur Vertragsunterzeichnung kommen.

Gemeindemitglied Thomas Hinze fragte danach, wie das Bauprojekt realisiert werden kann – ohne Pfarrer Monninger, der am 31. Oktober in den Ruhestand geht. Joachim Groß antwortete, dass es einen Einbruch geben werde, das sei unabwendbar. »Auf mich als Vorsitzender kommt mehr Arbeit zu, der Kirchengemeinderat ist gefordert und wir haben eine Vakanz- Vertretung – mit diesem Team wird es gehen«, erklärte Groß.

Pfarrer Monninger griff das Thema auf: »Ich bin 65 Jahre geworden und seit elf Jahren hier. Ich war sehr gerne hier Pfarrer und habe mich mit meiner Familie hier sehr wohl gefühlt.« Doch nach der kräftezehrenden Corona-Zeit sei für ihn die Zeit des Abschieds gekommen.

Pfarrer Michael Wurtz beendete die Gemeindeversammlung mit abschließenden Worten und dem prägnanten Satz: »Die evangelische Kirche in Zell hat Zukunft!«

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