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Nordrach | 11.06.2019

Maile-Gießler-Mühle hat ein neues Wasserrad

Kulturelles Erbe soll bewahrt werden – Gelungenes Mühlenfest am Pfingstmontag

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Trotz des wechselhaften Wetters war der Festplatz rund um die Maile-Gießler-Mühle den ganzen Tag über gut besetzt. Foto: Hanspeter Schwendemann
von Hanspeter Schwendemann

Seit Pfingstsamstag klappert das Mühlrad der Maile-Gießler-Mühle wieder. So war es beim Mühlentag am gestrigen Pfingstmontag für die beiden Nordracher Mühlenmeister Andreas Oberle und Paul Boschert möglich, den interessierten Besuchern die Schwarzwaldwald-Mühle in voller Funktion zu zeigen. Trotz des wechsel­haften Wetters war der Festplatz am Ortseingang den ganzen Tag über sehr gut besucht.

Zahlreiche Besucher wagten gestern einen Blick in das Innere der Schwarzwald-Mühle. Andreas Oberle (links) konnte fachkundig Auskunft geben.
Jetzt können die beiden Nordracher Mühlenmeister Andreas Oberle (links) und Paul Boschert die Mühle wieder in voller Funktion erklären.
Trotz des wechselhaften Wetters war der Festplatz rund um die Maile-Gießler-Mühle den ganzen Tag über gut besetzt.
»Es steht eine Mühle im Schwarzwälder Tal...« spielten »d’Luschdige« aus Oberharmersbach passend zum Aktionstag.
Jetzt klappert sie wieder: Am Pfingstsamstag hat die Maile-Gießler-Mühle ein neues Wasserrad erhalten.

»Am 18. August 2018 hat sich das alte Mühlrad mit einem lauten Krachen verabschiedet«, berichtet Andreas Oberle. »Das hat man im ganzen Dorf gehört«, bestätigt Paul Boschert. Die beiden Mühlenmeister betreuen die Maile-Gießler-Mühle und waren plötzlich arbeitslos. Einige Holzbretter des alten Mühlrades hatten sich gelöst und verklemmten sich im laufenden Wasserrad, das nach diesem Unfall nicht mehr betriebsfähig war.

Die Maile-Gießler-Mühle wurde im Jahr 1881 von Hofbauer Johann Maile erbaut. Bis zum Jahr 1919 wurde sie von einem hölzernen Wasserrad angetrieben, das dann durch ein Eisenrad ersetzt wurde. Letzter Mahlgang der Mühle am Ortseingang von Nordrach war im Jahr 1948.

Der Schwarzwaldverein hat unter der Regie der beiden Nordracher Zimmermeister Andreas Oberle und Karl Bendler das Kulturdenkmal von 1979 bis 1982 renoviert. Am 16. Juni 1982 fand der erste Mahlgang nach der Instandsetzung statt. Im Jahr 1999 musste das Wasserrad erneuert werden. Im gleichen Jahr ist die Maile-Gießler-Mühle in den Besitz der Gemeinde Nordrach übergegangen.

19 Jahre lang hat das letzte Mühlrad seine guten Dienste geleistet, ehe es letzten Sommer zu Bruch gegangen ist. Andreas Oberle hat im Auftrag der Gemeinde Nordrach die beschränkte Ausschreibung für die Reparatur des Wasserrades im Herbst 2018 vorbereitet, bei der drei heimische Zimmereien angefragt wurden. Die Nordracher Zimmerei Bendler erhielt den Zuschlag.

70-prozentige Förderung durch den Naturpark

Das Metalllager wurde überarbeitet und neu gestrichen. Das Holzwerk ist komplett neu. Die Speichen des Mühlrades wurden aus Tannenholz angefertigt, die wasserführenden Zellen sind nun aus Eichenholz. Am Pfingstsamstag haben die Mitarbeiter der Zimmerei Bendler das Schwergewicht eingebaut.

»Das neue Mühlrad läuft ruhig und mit gleichmäßigem Schwung«, ist Paul Boschert zufrieden. Nach der Montage musste die Verbindung zum Mahlwerk über die Klauenkupplung neu eingestellt werden. So konnte nun beim Mühlentag am gestrigen Pfingstmontag nach der Instandsetzung wieder der erste Mahlgang durchgeführt werden.

Die Kosten von über 12.000 Euro für die Erneuerung des Mühlrades müssen von der Gemeinde getragen werden. »70 Prozent davon werden vom Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord gefördert«, informiert Barbara Kamm-Essig, die Leiterin der Touristen-Info Nordrach. Ohne diese finanzielle Zuwendung wäre eine so schnelle Reparatur nicht möglich gewesen. Der Naturpark fördert mit diesem Programm den Erhalt von kulturellem Erbe außerhalb des Ortskerns.

Es steht eine Mühle im Schwarzwälder Tal

Dass die historische Schwarzwald-Mühle in unserer hochtechnisierten Welt eine besondere Attraktion ist, bestätigte sich beim gestrigen Mühlentag. Die beiden Mühlenmeister führten unermüdlich durch die Mühle und zeigten, wie das Korn zum Mehl wird und erklärten vielfach die Funktion des Mahlwerks.

Rund um die Mühle fanden die Besucher unter großen Sonnenschirmen Platz, die gestern vor allem gegen die Regentropfen von oben schützten mussten. Die Bewirtung wurde, wie in den Vorjahren, von den Mitgliedern des »Chores der Klänge« um ihren Vorsitzenden Klemens Roth übernommen. Als Hauptspeise wurden herzhafte Flammenkuchen frisch zubereitet.

Für musikalischen Schwung sorgten »d’Luschdige« aus Oberharmersbach. Die beliebte Heimatmelodie »Es steht eine Mühle im Schwarz­wälder Tal…« durfte im Programm der Vollblutmusiker am gestrigen Mühlentag natürlich nicht fehlen.

Nicht zuletzt waren gestern der Mitarbeiterinnen der Touristen-Information Nordrach um ihre Leiterin Barbara Kamm-Essig im Einsatz, die diesen Tag organisiert hatten. Bei zwei geführten Wanderungen, die von der Ferienlandschaft Mittlerer Schwarzwald angeboten wurden, übernahmen Angela Laifer und Michaela Neuberger die Wanderführung.
Beim Festausklang gegen 17 Uhr konnten alle Beteiligten eine rundum zufriedene Bilanz des Mühlentags ziehen. Die beiden Mühlenmeister Andreas Oberle und Paul Boschert laden wöchentlich zur Mühlenführung ein und zeigen immer mittwochs interessierten Besuchern die idyllische Maile-Gießler-Mühle.

 

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Schlagworte:
Deutscher Mühlentag, Maile-Gießler-Mühle Nordrach

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