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Biberach | 22.03.2019

Politik behindert Arbeit der Nachbarschaftshilfe

Mitgliederversammlung »Hilfe von Haus zu Haus« – Steigende Nachfrage nach Betreuung

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Der Vorstand der Nachbarschaftshilfe hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Die Mitglieder werden sich weiter für hilfsbedürftige Menschen engagieren. Von links: Ruth Champion, Claudia Moser, Annette Boni, Andrea Mäntele, Klaus Vollmer, Susanne Zimmermann und Ursula Eble. Es fehlen Gottfried Moser und Barbara Martin. Foto: Gisela Albrecht
von Gisela Albrecht

Frustriert und resigniert zeigten sich die beiden Einsatzleiterinnen Andrea Mäntele und Ruth Champion bei der Mitgliederversammlung am Mittwochabend im Biberacher Rathaus. Neue Verordnungen waren schwierig umzusetzen, führten zu Einschränkungen in der Arbeit und erheblich mehr Bürokratie.

Foto: Gisela Albrecht
Der Vorstand der Nachbarschaftshilfe hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Die Mitglieder werden sich weiter für hilfsbedürftige Menschen engagieren. Von links: Ruth Champion, Claudia Moser, Annette Boni, Andrea Mäntele, Klaus Vollmer, Susanne Zimmermann und Ursula Eble. Es fehlen Gottfried Moser und Barbara Martin.
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Bürgermeisterin Daniela Paletta fand viele lobende Worte für das große Engagement des Vorstands. Auch sie bedauerte die fehlende Unterstützung durch die Politik. Ihrerseits sicherte sie dem Verein weiterhin ihre Unterstützung zu und sprach ihnen Mut zu, weiterzumachen.
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Ca. 30 interessierte Besucher verfolgten die Mitgliederversammlung des Vereins »Hilfe von Haus zu Haus Biberach e.V.« Am Ende der Veranstaltung spendeten sie Applaus zum Ausdruck ihrer Wertschätzung für die Arbeit des Vorstands.

»Es war ein hartes Jahr für den Vorstand und die Einsatzleitung«, klagte die 1. Vorsitzende Andrea Mäntele in ihrem Bericht. »Die Einsatzleitung ist auf ehrenamtlicher Basis fast nicht mehr zu leisten. Wäre da nicht der Mensch, der unsere Hilfe braucht«, sagte Mäntele.

Die neue Umsetzungsunterstützungsverordnung zum niederschwelligen Betreuungsangebot machte es erforderlich, zum 1. Januar 2019 ein neues Konzept zu erarbeiten. Jeder Helfer benötigt eine Schulung von 30 Stunden, um für den Verein tätig sein zu dürfen. Dies gilt auch für rein hauswirtschaftliche Tätigkeiten. Die Themen sind vorgegeben. »Es ist schwierig, dafür geeignete Kurse zu finden und die Helfer dafür zu motivieren«, erklärte Mäntele. Die hohen Kosten dafür muss der Verein tragen. Inzwischen arbeitet der Verein mit dem »Sozialen Netzwerk, Oberharmersbach« zusammen und besucht diese Kurse gemeinsam.

Pauschalvergütung für die Helfer

Weitere Verordnungen schreiben eine Pauschalvergütung für die Helfer vor: Ein Helfer darf maximal 200 Euro im Monat verdienen, um noch als ehrenamtlich zu gelten, dies bedeutet maximal 20 Stunden im Monat. Der Pauschalbetrag darf nicht verändert werden – die Helfer sind aber nicht immer zeitlich gleichmäßig im Einsatz. Manche Helfer möchten gerne mehr Stunden im Einsatz sein, der Bedarf ist auch da – doch die vorgeschriebene Pauschalvergütung verhindert dies. Eine flexible Handhabung wie vor der Verordnung ist nicht mehr möglich.

»Dies war ein riesiger Aufwand für uns«, machte Mäntele deutlich. Viele Gespräche und Korrespondenz mit Finanzamt, Berufsgenossenschaft, Steuerberater, Caritasverband, Krankenkassen, Pflegeversicherung führten zu einem Wirrwarr von Institutionen und Zuständigkeiten, das uns sehr belastet hat, erklärte sie. Das ganze Abrechnungssystem musste umgestellt werden. Weiteren Mehraufwand erforderte die Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung.

Einsatz für hilfsbe­dürftige Menschen und in der Schule

Am Beginn ihres Berichtes stellte Andrea Mäntele nochmals das Ziel des Vereins vor: Die Lebensqualität von hilfsbedürftigen Menschen in der Gemeinde zu sichern. Außerdem kochen zwei Helferinnen an vier Tagen in der Woche Mittagessen für die Schüler der Grundschule und sind für die Hausaufgabenbetreuung verantwortlich. Über Spenden finanziert werden Deutschkurse für Flüchtlingskinder.

Einsatzleiterin Ruth Champion begann ihren Bericht ebenfalls mit deutlicher Kritik an der Politik: »Wir Nachbarschaftshilfen haben keine Lobby bei den Politikern. Es ist uns nicht gelungen, an den entscheiden Stellen Veränderungen zu erwirken. Das tut weh.« Ratlosigkeit und Resignation seien im Vorstand allgegenwärtig gewesen. Wenn wir den Vorschriften nicht nachkommen, werden Sanktionen ausgesprochen, berichtete Champion.

6.030 Stunden ehrenamtliche Arbeit

Für das vergangene Geschäftsjahr zeigten ihre Zahlen, dass die Nachfrage nach Betreuung um 25 Prozent gestiegen ist. Im Jahr 2017 wurden 4800 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet; im Jahr 2018 waren es 6030 Stunden. Die Anzahl der Helfer/innen ist mit 45 Personen konstant geblieben. Der Bereich hauswirtschaftliche Tätigkeiten stieg von 2600 Stunden (2017) auf 3470 Stunden (2018). Die Betreuung Demenz erhöhte sich von 214 Stunden (2017) auf 410 Stunden (2018). Die persönliche Betreuung und Begleitung stieg von 860 Stunden (2017) auf 1260 Stunden (2018). Die Pflegekassen zahlen diese Betreuung.

Die wöchentlichen Nachmittage im Haus Kapellenblick gestalten zwei Helferinnen im Wechsel. Die Helfer/innen fahren mit ihren privaten PKW zu den Einsätzen; ihre Unfall- und Haftpflichtversicherung übernimmt der Verein. 64 Prozent der Einsätze leistet der Verein in Biberach: »Zuerst wird Biberach abgedeckt. Wenn wir Kapazitäten frei haben, können wir nach auswärts fahren«, betonte Champion. Einsätze gibt es in Zell, Steinach, Nordrach, Gengenbach und Fußbach. »Wir brauchen mehr Helfer, um die steigende Nachfrage bewältigen zu können«, appellierte die Einsatzleiterin.

Schriftführerin Claudia Moser berichtete von den vielfältigen Terminen und von der neuen Pflegefachkraft Gudrun Blum-Ordenbach, die der Verein nach neuen Verordnungen einstellen musste. Sie berät die Helfer in fachlichen Fragen und bietet Weiterbildungen an.

»Wir brauchen Sie«

Kassenbericht und Kassenprüfungsbericht waren ein weiterer Tagesordnungspunkt. Bürgermeisterin Daniela Paletta nahm die Entlastung des Vorstands vor. Für den Verein fand sie viele lobende Worte: »Die Gemeinde Biberach dankt dem Vorstand und den Helfern für ihren Einsatz. Ich bin stolz, dass wir so einen Verein haben.« Sie könne vieles in der Politik nicht verstehen, führte sie weiter aus. Gemeinsam mit dem Vorstand habe sie Briefe an Politiker auf Landes- und Bundesebene geschickt. Bundestagsabgeordneter Johannes Fechner sei gekommen und habe sich von der Arbeit des Vereins beeindruckt gezeigt. Selbst wenn er Verbesserungen für die Nachbarschaftsvereine erreichen kann: »Die Mühlen der Politik mahlen langsam«, weiß Paletta. Sie appellierte an den Verein: »Ich bitte Sie, sich weiterhin zu engagieren. Wir brauchen Sie!«

Die Mitgliederversammlung fasste den Beschluss, dass die beiden Einsatzleiterinnen Andrea Mäntele und Ruth Champion eine monatliche Vergütung von je 450 Euro als Minijob erhalten.

In ihrem Ausblick informierte Andrea Mäntele u.a. über den geplanten Umzug des Büros in das neue Seniorenheim, das sich im Bau befindet. Abschließend erklärte sie: »Wir haben gemerkt, dass von uns verlangt wird, unsere Arbeit gewinnorientiert auszurichten. Aber wo bleibt da das Zwischenmenschliche? Darum geht es uns doch.«
Der Verein »Hilfe von Haus zu Haus Biberach e.V.« ist telefonisch erreichbar unter 0151 72424308 und per e-mail hilfevonhauszuhaus-biberach@t-online.de. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage www.hilfe-von-haus-zu-haus-biberach.de.

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