Zum dritten Mal hintereinander hat Annika Obert aus Steinach den Landeswettbewerb „Jugend forscht“ in Baden-Württemberg gewonnen.
Foto: Claas Rittweger
Foto: Claas Rittweger
Die 16-Jährige vom Marta-Schanzenbach-Gymnasium sicherte sich in Aalen den ersten Platz im Fachgebiet Chemie und qualifizierte sich damit erneut für das Bundesfinale, das im Mai in Herzogenaurach stattfindet.
Insgesamt nahmen 102 Jugendliche mit 61 Projekten am Landeswettbewerb teil. Elf Arbeiten aus Baden-Württemberg wurden für das Bundesfinale ausgewählt.
Energiespeicher ohne seltene Rohstoffe
Obert überzeugte die Jury mit einem Projekt zur Entwicklung eines neuartigen Energiespeichers. Unter dem Titel „Entwicklung eines Berliner-Weiß-Blau-Grün-Braun-Akkumulators“ untersucht sie, wie sich Energie über Reaktionen zwischen verschiedenen Oxidationsstufen des synthetischen Farbpigments Berliner Blau speichern lässt. Charakteristisch für den von ihr entwickelten Akku ist ein sichtbarer Farbwechsel der Elektroden zwischen Braun, Grün, Blau und Weiß.
Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Frage, ob sich Energiespeicher ohne seltene Rohstoffe realisieren lassen. Perspektivisch könnten solche Ansätze dazu beitragen, Importabhängigkeiten zu verringern und die Umweltbelastung zu reduzieren.
Bereits beim Regionalwettbewerb Südbaden in Freiburg hatte Obert mit ihrer Arbeit den ersten Platz erreicht und sich für das Landesfinale qualifiziert, das in diesem Jahr an der Hochschule Aalen ausgetragen wurde. Dort entwickelte sie unter anderem Verfahren zur elektrolytischen Abscheidung dünner, homogener und kristalliner Berliner-Blau-Schichten auf Graphit weiter.
Dritter Landessieg in Folge
Der aktuelle Erfolg reiht sich in eine Serie von Wettbewerbsergebnissen ein: 2024 gewann Obert den Landessieg im Juniorbereich mit einer Methode zur quantitativen Bestimmung von Vitamin C. Im Jahr darauf erreichte sie beim Bundeswettbewerb in Hamburg mit einem Projekt zur Optimierung eines Berliner-Blau-Akkumulators den zweiten Preis im Fachgebiet Chemie.
Obert lernt Nobelpreisträger kennen
Neben dem ersten Platz erhielt sie in diesem Jahr auch den Sonderpreis Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie einen Sonderpreis für ein Forschungspraktikum an der Fakultät Chemie der Universität Stuttgart. Zudem wurde sie zur Teilnahme an der 75. Lindauer Nobelpreisträgertagung eingeladen.
Xenoplex war involviert
Entstanden ist das aktuelle Projekt im Rahmen der Jugend-forscht-AG des Marta-Schanzenbach-Gymnasiums im Schülerforschungszentrum Xenoplex in Gengenbach. Unterstützt wurde die Arbeit durch den Trägerverein „ForscherInnen für die Region“. Betreut wurde das Projekt unter anderem von Sandra Rüdlin (Xenoplex) und Claas Rittweger, Lehrkraft am Gymnasium.
Anerkennung von Staatssekretärin
Staatssekretärin Sandra Boser (Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg) betonte in ihrer Ansprache, bei vielen Projekten werde sichtbar, „wie viel Engagement drin steckt“. Den jungen Forschenden sprach sie dafür „ganz großen Respekt“ aus – für das, „was sie bereits jetzt geleistet haben“. Gerade das Siegerprojekt zeige, wie viel Fachwissen, Ausdauer und Eigeninitiative bereits in jungen Jahren möglich seien.





