Erstes Treffen von Jugendgremium und Gemeinderat bringt konkrete Pläne für Renovierung und Nutzung des künftigen Jugendhauses voran.
Ein wichtiger Schritt für die Zeller Jugendarbeit: Beim ersten Treffen des neu gewählten Jugendgremiums mit Vertretern des Gemeinderats wurde deutlich, wie viel Engagement und Ideen in der jungen Generation stecken. Unter der Leitung von Bürgermeister Günter Pfundstein und mit Unterstützung der Jugendbeauftragten Lisa Dold sowie Ulrich Reich (Verwaltung) diskutierten die Jugendlichen und Fraktionsvorsitzenden (Arthus Goehl, Freie Wähler; Stefan Huber, SPD; Sybille Nock, Grüne Liste; Michel Wurtz, CDU) konkrete Pläne für das künftige Jugendhaus in der Kirchstraße 14b.
Lisa Dold präsentierte in einer tiefgehenden Übersicht die Aktivitäten seit dem ersten Zeller Jugendforum im Frühjahr 2025 – von der fachlichen Anmoderation des Themas durch Udo Wenzl über die Ergebnisse der Jugendforen bis hin zu den bereits umgesetzten Schritten wie der Einrichtung der Jugendbeauftragten-Stelle und der Bereitstellung des Jugendhauses. Gleichzeitig gab sie einen Ausblick auf die aktuellen und anstehenden Projekte, darunter die Renovierung des Hauses, die Bildung von Projektgruppen und die geplante schrittweise Eröffnung.
Mit Eigenleistung, Spenden und Förderprogrammen zum Ziel
Anschließend stellten die vier jugendlichen Vertreterinnen Edda-Sophie Schmitt, Silas Ruff, Nea Weschler und Jannis Riehle ihre Projektgruppen eingehend vor. Im direkten Austausch mit den Stadträten wurden der aktuelle Stand sowie die nächsten Schritte besprochen. Besonders betont wurde das schrittweise Vorgehen und die tatkräftige Mitwirkung der Jugendlichen bei der Umsetzung ihrer Vorstellungen. Auf Zustimmung stieß auch die Einbindung von ehrenamtlichen Unterstützern, die Annahme von Sachspenden sowie das Angebot, Azubi-Projekte mit lokalen Handwerksbetrieben zu initiieren. Die Jugendlichen würden sich freuen, wenn sich auch Erwachsene – darunter Stadträte – aktiv an den Umbauarbeiten beteiligen. Lisa Dold ergänzte, dass gezielt Förderprogramme für die Finanzierung einzelner Projekte genutzt werden sollen.
Nach intensiven Vorbereitungen seit dem zweiten Zeller Jugendforum im November 2025 steht fest: Das ehemalige evangelische Pfarrhaus wird zum lebendigen Treffpunkt für Jugendliche ab der 5. Klasse. Die Jugendlichen selbst gestalten die Renovierung aktiv mit – von der Küche bis zum Außenbereich. „Wir wollen einen Ort schaffen, an dem sich alle wohlfühlen und der barrierefrei ist“, betont Silas Ruff, Sprecher der Projektgruppe „Bar und Wandrenovierung“.
„Geplant ist auch, dass wir zuerst die Küche renovieren. Die Möbel können wir teilweise selbst streichen. Aber manches muss ausgetauscht werden. Die Wände müssen wir streichen und vielleicht auch für den Boden eine schönere Lösung finden“, berichtet Nea Weschler, stellvertretende Sprecherin der Gruppe „Küche“ „Herd, Kühlschrank und Geschirr haben wir ja schon besorgt und wir bekommen auch die Spülmaschine aus dem Kindergarten „kleine Wolke“, sobald sie umgezogen sind.“ ergänzt Edda-Sophie Schmitt, Sprecherin der Gruppe „Einrichten und gestalten“.
Ein weiteres Projekt, das in dem Zusammenhang umgesetzt werden soll, ist die Entsorgung der alten, baufälligen Gartenhütte. Diese soll aber zeitnah wieder ersetzt werden. Hierzu wird aktuell nach Spenden und handwerklicher Unterstützung gesucht.
Der Hauptraum soll im Spätjahr aufgerüstet werden. Eine flexible Bühnenlösung mit Schiebetür und ein barrierefreier Eingangsbereich stehen hier im Vordergrund. Zudem wünschen sich die Jugendlichen eine Erneuerung des Bodens und den Aufbau einer integrierten Jugendbar, die sie später selbst bewirtschaften können.
Ein besonderes Herzensprojekt der Projektgruppe „Graffiti“ ist der Bau einer legalen Sprayfläche am Basketballfeld. Jannis Riehle legte dazu selbst erstellte Schaubilder des geplanten Standortes vor, die er beispielhaft mit Graffiti-Wänden ergänzte. Er sieht darin eine Chance, die Kunstförderung der Kommune voranzubringen. Eine faire Nutzung ist den Jugendlichen besonders wichtig – dies könnte beispielsweise über gezielte Sprayprojekte mit dem Jugendhaus oder in Kombination mit einem digitalen Buchungssystem umgesetzt werden.
Eine weitere Gruppe um Jannis Riehle, die Projektgruppe „Fahrrad-Trail“, die sich bereits beim ersten Zeller Jugendforum zusammenschloss, bewirbt sich nun mit ihrem selbstgebauten MTB-Trail für den Jugendbildungspreis „DeinDing2026“ der Jugendstiftung Baden-Württemberg. Ein Bewerbungsvideo dafür ist aktuell in Arbeit – die Nominierung bringt nicht nur Preisgeld, sondern auch Workshops zur Projektarbeit.
Den kompletten Bericht finden sie in der Print-Ausgabe der Schwarzwälder Post.





