Gottesdienst zum Weltgebetstag in der Pfarrkirche St. Gallus stand unter dem Motto „Kommt! Bringt eure Last“.
Am Freitag, 6. März 2026, lud das Weltgebetstag-Team in die Pfarrkirche Pfarrkirche St. Gallus ein. Unter dem diesjährigen Motto „Kommt! Bringt eure Last“ stand der Gottesdienst ganz im Zeichen der Frauen in Nigeria.
Musikalisch begleitet wurde die Feier von Luisa Lehmann, deren Beiträge dem Gottesdienst eine besondere Atmosphäre verliehen. Neben Gebeten gehörte auch ein Tanz zur Gestaltung.
Blick nach Nigeria
Im Mittelpunkt des Weltgebetstags stand die Situation vieler Frauen in Nigeria. Das Bildmotiv des diesjährigen Weltgebetstags zeigt Frauen, die Lasten tragen – ein Symbol für die seelischen und körperlichen Belastungen ihres Alltags. Ihr Leben ist häufig geprägt von Unsicherheit und unvorhersehbaren Ereignissen. Viele leiden unter gesellschaftlichen Problemen und politischen Versäumnissen in ihrem Land.
Dennoch schöpfen sie Kraft aus ihrem Glauben und aus der Zusage Jesu, der verspricht, die Lasten der Menschen mitzutragen. Aus dieser Hoffnung heraus richtet sich auch ihr Aufruf an die Welt: „Kommt! Bringt eure Last.“
Schwierige Lebensrealität für Frauen
Obwohl Gleichberechtigung in der nigerianischen Verfassung verankert ist, ist der Alltag vieler Frauen weiterhin von Diskriminierung und Gewalt geprägt. Am 1. März 2023 wurden fünf Gesetzesentwürfe zur Stärkung der Gleichberechtigung abgelehnt – ein Rückschlag für Frauenrechte. Religiöser Widerstand und patriarchale Normen erschweren zusätzliche Fortschritte.
Internationale Studien zeigen die schwierige Lage deutlich: Im Index „Women, Peace and Security“ liegt Nigeria weltweit nur auf Platz 162 von 181 Ländern. Frauen sind vielerorts unsicher und vielfach Gewalt ausgesetzt.
Das Land kämpft zudem mit einer schweren Vergewaltigungskrise. Kinderehen kommen aufgrund von Traditionen und teilweise auch religiösen Praktiken weiterhin vor. Trotz Aufklärungskampagnen weist Nigeria zudem die dritthöchste Rate weiblicher Genitalverstümmelung weltweit auf – rund 20 Millionen Frauen tragen die körperlichen und seelischen Folgen dieser Praxis.
Auch im Gesundheitsbereich ist die Situation alarmierend. Nigeria gehört zu den fünf Ländern mit der höchsten Müttersterblichkeit weltweit. Viele Frauen sterben, weil sie sich medizinische Behandlung nicht leisten können und ihnen Hilfe deshalb verweigert wird.
Bildungschancen sind ebenfalls ungleich verteilt: Von den rund 18,5 Millionen Kindern, die laut UNICEF in Nigeria keine Schule besuchen, sind etwa 60 Prozent Mädchen. Ursachen sind Armut, unsichere Lebensbedingungen und kulturelle Vorbehalte gegenüber der Bildung von Mädchen.
Politische und gesellschaftliche Hürden
Auch in Politik und Arbeitswelt sind Frauen deutlich unterrepräsentiert. Von insgesamt 469 Abgeordneten im Parlament sind nur 20 Frauen. Berufstätige Frauen erleben zudem häufig Diskriminierung, Sexismus und Vorurteile am Arbeitsplatz.
Gemeinschaft über Grenzen hinweg
Der Weltgebetstag machte deutlich, dass Gebet und Solidarität über Ländergrenzen hinweg verbinden. Die Teilnehmerinnen setzten ein Zeichen der Verbundenheit mit den Frauen in Nigeria und nahmen ihren Aufruf ernst, Lasten miteinander zu teilen.
Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle Besucherinnen und Besucher ins Pfarrhaus eingeladen. Dort gab es – wie jedes Jahr – ein landestypisches Gericht aus Nigeria. Zubereitet wurde es erneut von Lucia Keller. Mit zwei Hefezöpfen, gestiftet von Rowitha Kasper wurde der Abend kulinarisch abgerundet und es gab die Gelegenheit zu Austausch und Begegnung.
So klang der Weltgebetstag 2026 in einer Atmosphäre der Gemeinschaft, des Gebets und der Hoffnung aus – getragen von der Botschaft: Gemeinsam lassen sich Lasten leichter tragen.





