Heinz Engelhardt hat sich zwecks Interimslösung für längstens ein Jahr als Co-Vorsitzender zur Verfügung gestellt. Unter anderem regt er an, den Verein für junge Leute attraktiver zu machen.
Foto: Inka Kleinke-Bialy
Foto: Inka Kleinke-Bialy„Die kleinen Wunder dieser schönen Welt“ beschwor der Gesangverein „Frohsinn“ 1838 Zell am Harmersbach e.V. mehrstimmig, zu Beginn seiner Mitgliederversammlung am vergangenen Freitagabend. Unter den 22 Menschen, die sich hierzu in den Klosterbräustuben eingefunden hatten, befand sich als Ehrengast Zells Bürgermeister Günter Pfundstein. „Man hört eindeutig: zusammen geht´s besser“, befand er applaudierend, zur Erheiterung aller.
Zur gelösten Grundstimmung trug auch die Tatsache bei, dass die Totenehrung ausfallen konnte: Der Verein hatte im vergangenen Jahr keine Todesfälle zu beklagen. Obendrein konnte er ein neues Mitglied begrüßen. In ihrem Tätigkeitsbericht blickte Schriftführerin Margit Wohlgethan auf ein lebendiges Vereinsjahr zurück – mit 31 Proben sowie drei zusätzlichen Proben mit dem Männerchor Gengenbach/ Schwaibach, dem gemischten Chor Gengenbach und dem Gesangsverein Eintracht Rammersweier. Hinzu kamen zwei Generalproben.
Chorgemeinschaften und Projektchor
Außerdem beteiligten sich vier Mitglieder am gemeinsamen Projektchor, der weitere sieben Mal probte. Der Mühe Lohn blieb nicht aus: Die drei Oktoberkonzerte jeweils in Zell, Rammersweier und Gengenbach „verliefen allesamt sehr erfolgreich, sie begeisterten das Publikum hör- und sichtbar.“ Überdies bereicherte „Frohsinn“ das Kirchengeschehen anlässlich des Volkstrauertages.
Bei alledem kam das Gesellige nicht zu kurz: Da wurden Geburtstage gemeinsam gefeiert, im Herbst traf man sich zum Rehessen, und im Dezember „luden wir unsere seit längerem erkrankten Mitglieder ein und bereiteten ihnen und uns mit Weihnachtsliedern und gutem Essen einen schönen Abend“, resümierte die Schriftführerin.
Die Finanzbeauftragte Petra Goltz berichtete von einem beständigen Kassengeschehen mit stabiler Füllung. Die Einnahmen generierten sich hauptsächlich durch Spenden, Mitgliedsbeiträge, Konzerttickets, Inseratszahlungen sowie Kuchenverkauf. Der größte Posten bei den Ausgaben bezog sich auf das Honorar für die Chorleiterin Alexandra Lauer, deren lockere und humorige Herangehensweise von der Vorsitzenden Alexandra Schnell gelobt wurde.
Teil-Neuwahlen
Dank einwandfrei geführter Bücher stand der Entlastung von Kassiererin und Gesamtvorstand nichts im Wege. Zu beklagen gab es dennoch etwas: Elke Hofbauer, die erst im vergangenen Jahr gemeinsam mit Angelika Schnell die Vereinsführung übernommen hatte, musste aufgrund von Krankheit ihr Amt abgeben. Heinz Engelhardt sorgte für die Lösung des Problems.
Der früher aktive Sänger, der sich aufgrund gesundheitlicher Probleme vor zwei Jahren in die passive Mitgliedschaft zurückgezogen hat, stellte sich als Interimslösung zur Verfügung, ob seines fortgeschrittenen Alters jedoch „für längstens ein Jahr, das heißt bis zur nächsten regulären Wahl.“ Und das, obwohl er sich nach Abgabe seiner langjährigen AWO-Verantwortung eigentlich geschworen hatte, „nie wieder einen Vorstandsvorsitz zu übernehmen“, wie er schmunzelnd verriet. „Aber weil es mir als Sänger nicht mehr möglich ist, kann ich Euch wenigstens so noch für eine Weile unterstützen.“
In geheimer Abstimmung wurde er nahezu einstimmig gewählt. „Eine geheime Wahl ist ja immer sehr ehrlich, auf dieses Ergebnis können Sie sehr stolz sein“, beglückwünschte der als Wahlleiter fungierende Bürgermeister den neuen Vorsitzenden, der nun gemeinsam mit Angelika Schnell ein jeweils gleichberechtigtes Vorstandsduo bildet.
Neuer Vereinsname?
Noch vor seiner Wahl hatte Heinz Engelhardt drei Anregungen ausgesprochen. Zum Ersten schlägt er dem Verein vor, sich intensiv mit der Frage „Wie können wir neue SängerInnen werben“ zu beschäftigen. Dazu gehöre es seiner Meinung nach einen moderneren Vereinsnamen zu finden – unter Umständen in Form eines kleinen Wettbewerbs -, da man mit dem bisherigen „keine jungen Leute hinter dem Ofen hervorlocken“ könne. Zwar ginge mit einer Umbenennung das 2038 anstehende 200-jährige Bestehen verloren, „aber wenn wir keinen Nachwuchs rekrutieren, wird es den Verein bis dahin gar nicht mehr geben“, mahnte Heinz Engelhardt.
Zum Zweiten regte er die Überarbeitung respektive Modernisierung der 30 Jahre alten Satzung an, überdies soll die Vorstandsarbeit transparenter werden. Zum Dritten befürwortete er die Neu-Anschaffung eines Klaviers („Unser Klavier fängt zwar mit „K“ an, aber es ist eine Katastrophe“) – hierfür gelte es, weitere Spenden zu generieren.
Neues Zuhause für alte Notenschätze?
Drei weitere Personalien änderten sich: Angelika Schnell übergab das Amt der Notenwartin, das sie ein Jahr lang zusätzlich zu ihrem Vorstandsvorsitz ausgeübt hatte, an das neue Mitglied Heidrun Lehmann. Das Vorstandsduo betonte, dass der vorhandene Schatz alter – teils noch handgeschriebener – Notensätze erhalten, gepflegt und sicherheitshalber ausgelagert werden solle. Diesbezüglicher Platzbedarf und Unterbringungsmöglichkeiten sollen geprüft werden.
Die bislang von Margit Wohlgethan und Helga Hug ausgeübte Kassenprüfung liegt nun in den Händen von Evi Grassl und Barbara Himmelsbach.
Ehrungen
Für langjährig aktive Vereinsmitgliedschaft geehrt wurden: Die Dirigentin Alexandra Lauer für fünf Jahre, Marion Engelhardt für zehn, sowie Ursula Damm für sage und schreibe 50 Jahre. Dieses so besondere Jubiläum wird beim Jahreskonzert nochmals in großem Rahmen gewürdigt werden.
Eine Ehrung als beste Probenbesucher entgegennehmen durften Barbara Himmelsbach und Hansjörg Metzler mit jeweils Null Fehltagen, gefolgt von Anna und Falk Polap sowie Ingrid Doll. „Eine kleine Melodie“, wiederum gemeinsam gesungen, bildete den wohltönenden Abschluss des Abends.



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