Die Einweihungsfeier und Namensfindung für den neuen Radweg in Unterharmersbach wird zum Spektakel. Im Wienerle-Ranking gab es einen klaren Sieger.
Alles ist angerichtet für den großen Moment: Das rot-weiße Flatterband ist gespannt, die Schere bereitgelegt und das Rednerpult für den Bürgermeister aufgestellt. Selbst Damms neue Marktbude wurde für die feierliche Eröffnung des neuen Radwegs in Unterharmersbach angerollt.
„Das ist nicht nur ein Radweg sondern ein Versprechen an die Zukunft von Unterharmersbach“, war des dem Bürgermeister nach einem inneren Blumenpflücken. Einzig ein Name für das 400 Meter lange Stück Hochleistungsasphalt fehlte noch. Und schon waren ein Showmaster – die Damen vom Stadtmarketing waren leider verhindert – und als Fachjury „Die Damm’s vom Grill“ zur Stelle.
Schnell erklärt war das Wertungssystem. Jedes Jurymitglied hat ein Wienerle. Isst er oder sie es ganz auf, gibt es keinen Punkt. Zur Hälfte einen halben Punkt. Nicht aufgegessen ergibt einen Punkt! Der Wienerle-O-Mat lässt grüßen.
„Riesbäsegässle“ für die Eckwaldhexen
Als Erste liefen die Kegler vom SKC auf, um sich beim Bürgermeister für die neue, kerzengerade „Freiluftkegelbahn“ zu bedanken. Ihr Namensvorschlag für den Weg „Ui, ä Kähner“ fand bei der Jury mittelmäßige Zustimmung. 1 Punkt. So erging es auch Saumusiker Friedel Friedmann für seinen Vorschlag „Es rennt ä Sau de Radweg na“. Ebenfalls 1 Punkt erntete das „Riesbäsegässle“ der Eckwaldhexen, die jetzt ihre eigene Start- und Landebahn haben.
Die Namensfindungsparty endete im Unentschieden. Da kam ein Lastwagenfahrer von AAM daher und fragte ratlos: „Ich suche de Highway to Zell. Isch der hier?“ Dafür gab es von der Jury drei Wienerle und der Name war gefunden. Aber Halt dachte sich die findige Jury! „Highway to Zell“ heißt es nur vom Hombe nach Zell, von Zell in de Hombe heißt es „Highway to Hell“. Den passenden Song zum Namen hat AC/DC schon längst erfunden. Und alle rockten gemeinsam ab!
Närrische Ideen und schwungvolle Unterhaltung
Der Zunftabend der Narrenzunft Zell am gestrigen Schmutzigen Donnerstag war über vier Stunden lang gespickt mit närrischen Ideen und schwungvoller Unterhaltung. „Wer es genau wissen will informiert sich an der Quell, in der Fasendhochburg Zell“, begrüßte Zunftmeister Clemens Halter alle Gäste, auch die von der „Fasend-Diaspora“. Als Jungspund durfte sich Matthias Maier dem Publikum vorstellen. „Ich hab‘ Bock auf den Job“, erklärte Jungnarrenrat „Matze – Hoorig isch die Katze!“
Bei der Ratssitzung zum Start des Bühnenspektakels reichte die Tischlänge nicht aus, dass alle Räte dahinter Platz hatten. Auch mit Themen war die Tagesordnung reichlich gespickt. Ob die neue KI funktioniert, die die Stadt Zell künftig bei der Erstellung der Ratsprotokolle einsetzt, wurde gleich auf Herz und Nieren geprüft. Das Ergebnis fiel badisch-sächsisch aus. Die abgesagte Museumsnacht, der „barrierefreie“ Storchenturm mit 128 Stufen und weitere Schnitzer wurden vom närrischen Rat auf die Schippe genommen.
Granaten unterm Rathausdach
Mit lauter Narrenschelle und spitzer Zunge war „d‘ Bott“ angetreten, um über manche Ungereimtheiten nachzudenken und um seine Bekanntmachungen unters Narrenvolk zu bringen. „Das Tannenbaumstädtle hat immer geleuchtet so schön und hell“, erinnerte sich der Bott wehmütig an vergangene Zeiten. „Mir bruche zurück ä Mammutbaum, von klein und groß ä rieße Traum!“, forderte der Bott und kann sich den Narrenbrunnen darunter als beleuchtet Weihnachtskrippe vorstellen.
Einiges Stirnrunzeln bereitete – nicht nur – dem Bott die beiden „metallischen Dinger“, die bei der Sanierung unter dem Dach des Unterharmersbacher Rathauses gefunden wurden. Die erwiesen sich gar als echte Handgranaten und bestätigten dem Bott: „Im Hombe war schon immer Sprengkraft drin.“
Herzbeben und volle Fahrt voraus
Bei so viel Scharfsinn durfte auch die leichte Muse und der Augenschmaus nicht fehlen. Dafür sorgte das Ballett mit zwei mitreißenden Showtänzen. Beim ersten Tanz wirbelten ein Teil der Gruppe zum Helene-Fischer-Hit „Herzbeben“ übers Parkett. Später am Abend ging es mit großer Piratenmannschaft „volle Fahrt voraus“ durch die Weltmeere. Das begeisterte Publikum wollte beide Showtänze ein zweites Mal sehen.
Derweil hieß es für die musizierende und singende Bademeister-Crew „Pack die Badehose ein“. Allerdings verlief die Saison im Zeller Schwimmbad im vergangenen Jahr nicht immer so, wie gewünscht. „36 Grad und es wird noch heißer, hoffentlich wird das Wasser bald wieder weißer“, standen sie fassungslos vor der „rabenschwarzen Brühe“. Auch beim Sommer in der Stadt kamen die Teilnehmer mächtig ins Schwitzen. „Hops uff de Stroß“, sang die Bademeister-Crew den Zeller Narros ihr Liedchen. Das sorgte für tolle Stimmung im Saal.
Den kompletten Bericht und weitere Bilder finden Sie in der Print-Ausgabe der Schwarzwälder-Post.




