MdL Bernd Mettenleiter und Landtagskandidatin Maren Seifert besuchen Badische Imkerschule.
Gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Bernd Mettenleiter hat die Landtagskandidatin für den Wahlkreis Offenburg, Maren Seifert, die Imkerschule in Oberentersbach besucht.
Nach einer Besichtigung der schönen Imkerschule samt Museumsräumen stand ein hoch informativer Austausch auf dem Programm. Aus dem Gespräch mit Präsident Norbert Uttner, der Geschäftsführerin Dr. Kristin Marie Krewenka und Ortenauer Imkern konnten die beiden Politiker von Bündnis 90/ Die Grünen viele Eindrücke und Erkenntnisse mitnehmen.
Invasive Art bereitet große Sorgen
Maren Seifert, die im Gegensatz zum Biologen Bernd Mettenleiter nicht mit Bienen groß geworden ist, zeigte sich besonders beeindruckt von dem Wissen, dass die Badische Imkerschule an ihre Besucher und Besucherinnen weitergibt: „Nun kenne ich endlich auch den Unterschied zwischen Europäischer und Asiatischer Hornisse. Die Asiatische Art (Vespa Velutina) hat eine orangene Kopfvorderseite, eine schwarze Kopfoberseite, einen schwarz-orangenen Hinterleib und vor allem gelbe Füße. Die Europäische Hornisse hat hingegen rotbraune Beine, einen schwarz-gelben Hinterleib, einen rotbraune Kopfoberseite und eine gelbe Kopfvorderseite.“
Die Ausbreitung der invasiven Art bereitet der Imkerschule große Sorgen. Dr. Krewenka, die Mitglied des Runden Tisches zur Hornissenbekämpfung der baden-württembergischen Ministerien für Umwelt und für Landwirtschaft ist, sieht hier nicht nur den Schaden, den die Hornisse an den Bienenvölkern anrichtet als Problem. Die Asiatische Hornisse gefährdet die Insektenwelt und die Bestäubungsleistung an Kultur- und Wildpflanzen, da sie als Generalist alle Insekten jagt.
Die Insekten und ganz besonders die Wildbienen sind stark vom Artenrückgang betroffen: „Die Wildbienen stehen unter besonderen Druck, durch das Schwinden der natürlichen Lebensräume, aber auch durch den Klimawandel, der die Pflanzen oft früher und kürzer blühen lässt. Wenn die Wildbienen schlüpfen, finden diese dann weniger Nahrung als früher. Nun kommt noch die Asiatische Hornisse als Prädatorin dazu. Klar ist: Die Art ist da und verschwindet nicht mehr, dennoch müssen wir sie weiterhin eindämmen.“
Bekämpfung ist kein reines Imkerproblem
Präsident Uttner betont, dass die Bekämpfung der Asiatischen Hornisse kein reines Imkerproblem sei: „Die Imker haben es nur als Erste gemerkt. Es ist ein Naturschutz- und damit ein gesamtgesellschaftliches Problem. Denn die Wildbienen kann man nicht vor der Vespa Velutina schützen, die frisst alle heimischen Insekten“.
Bernd Mettenleiter plädiert dafür, die Bekämpfung auch gemeinsam mit den französischen Nachbarn anzugehen und die Zusammenarbeit zu intensivieren: „Der Rhein ist keine Grenze für die invasive Art!“ Außerdem müsse man zusätzlich das Innenministerium wegen der Schulung von Feuerwehren zur Nestentfernung und das Gesundheitsministerium wegen der Gefahren für Menschen durch Stiche einbeziehen.
Meldeportal wurde geschaffen
Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg hat 2024 bereits eine Meldeportal geschaffen, das nun von der Landesanstalt für Bienenkunde (LAB) in Hohenheim betreut wird. Dort werden auch Nestentfernungen koordiniert. Aber aus Datenschutzgründen für die Melder wurden die Meldungen auf der Karte nicht standortgenau angezeigt. Dies erschwert die Nestentfernung, von den 3000 gemeldeten Nestern in 2025 wurden nur knapp die Hälfte entfernt.
Die niedrige Quote der Nestentfernungen resultiert aber vor allem aus der Umstufung der Hornisse von einer „invasiven Art“ auf eine „invasiv-etablierte Art“ im März 2025. Mit der Umstufung ist eine Bekämpfung, bzw. Nestentfernung nur bei Gefährdung vorzunehmen. Seitdem muss der Grundstückseigentümer für eine Nestentfernung aufkommen. Mittlerweile werden die Nester nur noch bei unmittelbarer Gefährdung, z.B. weil sie sich in Naturschutzgebieten oder an Schulen, Kitas oder öffentlichen Parks befinden, auf Kosten des Landes durchgeführt.
Pauschale von 200 Euro pro entferntem Nest
Im Jahre 2024 hatte das Umweltministerium über 500.000 Euro aufgebracht, um die Nestentfernungen und begleitende Maßnahmen zu finanzieren. 2025 wurden über das Landwirtschaftsministerium Landesmittel in Höhe von 100.000 Euro für ein Pilotprojekt zur Nestentfernung bereitgestellt, das eine Pauschale von 200 Euro pro entferntem Nest für die meist ehrenamtlich tätigen Nestentferner vorsah. So wurden von Oktober bis Anfang Dezember noch einmal 500 Nester in Baden-Württemberg entfernt.
Auf Initiative der Grünen Landtagsfraktion wurden nochmals Haushaltsmittel in Höhe von 100.000 Euro für eine Laufzeit bis Ende 2026 eingestellt für Schulungen von Imkern zur Nestentfernung und zur Anschaffung von Lanzen, mit denen die Nester durch Einbringung von Aktivkohle entfernt werden können. Diese Schulungen werden vom Badischen Landesverband in Kooperation mit der LAB Hohenheim angeboten und weiterentwickelt.
Es bedarf weiterer Unterstützung des Landes für die Eindämmung und für noch mehr Grundlagenforschung z.B. der LAB: für effektive Bekämpfung braucht es mehr Daten, Zahlen und Fakten.





