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Oberharmersbach | 24.06.2022

Waldwirtschaft vor Ort

38 Studierenden von der Hochschule für Forstwirtschaft lernen in Oberharmersbach die Waldbewirtschaftung kennen

Foto:
Rückblick: Revierförster Hans Lehmann (links) zeigt Professor Stefan Ruge (rechts) und seinen Studierenden den Sägebetrieb vor rund einem Jahrhundert. Foto: Lehmann-Archiv
von Karl-August Lehmann

Seit einigen Jahren wählt Stefan Ruge, Professor für Botanik und Waldbau an der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg/Neckar, den Oberharmersbacher Wald als Ziel. Für die überwiegend waldbaulich geprägte Exkursion suchte Revierleiter Hans Lehmann aussagekräftige Waldbilder aus.

»Wir finden nur noch wenige Beispiele hier im Schwarzwald, wo man eingehend die Waldbewirtschaftungsformen Plenterwald und Niederwald zeigen kann«, erklärte der Professor das aktuelle Exkursionsziel. Entscheidend bei solchen Begehungen für die Studentinnen und Studenten im 2. Semester seien zusammenhängende Betrachtungen als Ergänzung zu schon gewonnenen theoretischen Erkenntnissen.

»Für uns sind die geologischen und klimatischen Bedingungen genauso wichtig wie wirtschaftliche Überlegungen beim Waldbau«, erklärte Ruge das anstehende Programm. Letzteres wachse vor allem hinsichtlich des Klimawandels zu einer stetigen Herausforderung.

Zur Vorbereitung hatten die 38 Studierenden ein ausgearbeitetes Skript erhalten, um sich vor Ort ganz den gestellten Aufgaben widmen zu können. Die Exkursion führte im hinteren Zuwälder Tal von der Paulshütte durch das Gewann »Wasserloch« zu Haltepunkten im Gemeinde- und Privatwald mit Beispielen für Plenterwald (Bäume jeden Alters und Größe auf kleiner Fläche mit einzelstammweiser Nutzung) und Dauerwald, für naturnahen Buchen-Tannen-Bergmischwald und Überführungsflächen mit einsetzender Naturverjüngung. »Wir haben hier im steilen Gelände Wälder über Buntsandstein und damit sandigen Böden, die auf regelmäßigen Niederschlag angewiesen sind«, verwies der Revierleiter auf Probleme mit den langen Trockenperioden der vergangenen Jahre. Da gelte es den Wald mit waldbaulichen Maßnahmen möglichst für den Klimawandel zu rüsten.

Zwischendurch lenkte Professor Ruge den Blick auch immer wieder auf den Boden. »Zeigerpflanzen« rückten dabei in den Mittelpunkt des Interesses. Sie liefern dem aufmerksamen Betrachter Rückschlüsse auf die Eigenschaften des Untergrunds wie Nährstoffreichtum und Wasserversorgung.

In einer Gruppenarbeit waren die Studierenden gefordert, anhand von vier unterschiedlichen Waldbeständen mal selbst zu entscheiden, welche Bäume sie fördern und wie sie diese Bäume durch eine sinnvolle Entnahme von Randbäumen unterstützten. »Man kann in einem Wald viel machen, aber man muss eine sinnvolle Begründung (sprich Ziel) für sein Tun haben«, forderte Hans Lehmann die Studierenden auf ihre Entscheidungen zu erläutern.

Breiten Raum nahm auch das Thema Niederwald ein, der früher in einer Sonderform, dem Eichenschälwald in der Gemeinde Oberharmersbach eine wirtschaftlich bedeutende Rolle spielte. Er wurde zur Gewinnung von Eichenrinde angelegt, um die darin enthaltenen Gerbstoffe für die Verarbeitung von Leder nutzbar zu machen. Zunächst war das einige wenige Jahrzehnte sehr lukrativ, verlor dann aber mit dem Aufkommen chemischer Ersatzstoffe bei der Gerbung an Bedeutung, so dass viele Wälder nach und nach in Hochwald umgewandelt wurden.

»Oft folgten auf diesen Flächen mit stark strapazierten Böden reine Fichtenwaldungen, die heute sehr anfällig gegen aufkommenden Borkenkäferbefall oder Dürreschäden sind« sprach Förster Lehmann die aktuellen Probleme mit den Auswirkungen des Klimawandels an. Außerdem ging es um die sinnvolle Weiterentwicklung noch bestehender Reste von Niederwäldern. und durchgewachsenen Eichenschälwäldern.

Die mit der Bewirtschaftung des Niederwaldes verbunden anstrengende Arbeit zeigte das Filmarchiv Oberharmersbach in einigen Szenen zur Brennholzgewinnung und über das »Rüttibrennen« – eine abgegangene Bewirtschaftungsform – 1977 zum letzten Mal im Gewann »Mißlinke« ausgeübt.

Abgerundet wurde die Exkursion mit einer kurzen Besichtigung der 1834 errichteten Gallus-Säge«, die als Hofsäge nach Sanierungsmaßnahmen wie ursprünglich mit Wasserkraft betrieben werden kann. »Sofern man das dafür notwendige Wasser auch hat« musste Förster Lehmann mit Blick in den Zuwälder Bach feststellen. Hier gab es zum Schluss eine kleine Zeitreise, wie der Weg vom Baum zum fertigen Holz in einer Zeit ohne Schlepper und Motorsäge, ohne geteerte Straßen, ohne Strom und Motoren ausgesehen hat. Und wie man auch ohne Smartphone und digitalisierter Welt überlebte…

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