Nur kurz währte die diesjährige »Fasentzit«. Kaum war richtig »vorgeglüht«, galt es schon wieder die Masken und Kostüme für das kommende Jahr einzumotten. Zur Erinnerung an frühere närrische Tage lädt das Filmarchiv Oberharmersbach am Mittwoch, 28. Februar, um 20.00 Uhr ins Gasthaus »Hubertus« zu einem Rückblick über drei Jahrzehnte Oberharmersbacher Fasent ein.

Zu Beginn der 1960er Jahre kümmerte sich der damalige Narrenrat um ein Programm, das seither vom »Schmutzige« bis zur Narro-Beerdigung am »Fasentdinschdig« die närrischen Tage in Oberharmersbach bestimmt. Vor allem der Umzug am »Fasentmändig« mit einem Motto ist seit 1965 fester Bestandteil dieses Rituals in der fünften Jahreszeit. Dazu zählten in späteren Jahren unter anderem auch die Kinderfasent und der Preismaskenball.

Seit den 1960er Jahren hat das Filmarchiv die wichtigs­ten Szenen der Oberhar­mersbacher Fasent im Film festgehalten und für die Nachwelt dokumentiert. Somit hilft ein nostalgisches »Nachglühen«, um die Fasentzeit wenigstens in bewegten Bildern und in der Erinnerung zu verlängern. Im Abstand von 10 Jahren wird an die damalige närrische Zeit erinnert, mit den jeweiligen Höhepunkten vom »Schmutzige« mit dem Erstellen des Narrenbaums und dem Zunftabend bis großen Umzug am »Fasentmändig«.

1978 lief der Umzug der Bärenzunft unter dem Motto »Närrischer Johrmärkt«. Über ein Dutzend Motivwagen bauten die einzelnen Gruppen und zogen gemeinsam mit Spielmannszug, Musikkapelle und viel Fußvolk talabwärts. Damals stellten sich die Teilnehmer beim Sägewerk Helmut Lehmannn unmittelbar hinter dem Gasthaus »Sonne« auf. In späteren Jahren nahm der Umzug beim Riersbacher Bahnhof seinen Anfang.

Zehn Jahre später fiel in der Bärenzunft die Wahl auf den Vorschlag »Tausendundeine Nacht«. Märchenhafter und bunter hätte der Umzug mit noch mehr Gruppen kaum ausfallen können. Das Motto schuf natürlich auch Ideen für Einzelmasken, Paare und Gruppen beim Preismaskenball.

1998 holten die Narren den »Europapark« nach Oberharmersbach. Zwischenzeitlich hatte es sich herumgesprochen, dass der Umzug der
Bärenzunft stetig an Attraktivität gewonnen hat. Fasentgruppen der benachbarten Zünfte bereicherten das Umzugsspektakel. Bereits damals hatte sich die Fasent mit ihren Abendveranstaltungen schwerpunktmäßig aus der Ortsmitte in die Reichstalhalle verlagert. Der Stubensaal, bei närrischen Veranstaltungen jeweils gepresst voll wie japanische Vorortzüge im Berufsverkehr, war nach dem Brand 1991 in kleinerer Form zwar wiedererstanden, aber die Halle bot dauerhaft wesentlich mehr Platz.