Das ASAS Art Center in der Hauptstraße 40 hat einen Sonder-Öffnungstag am Sonntag, 4. November von 14 bis 18 Uhr eingeplant. Dann ist im Zeller »Städtle« nämlich verkaufsoffener Sonntag und das ASAS Art Center möchte der einheimischen Bevölkerung und den Gästen von auswärts die Gelegenheit bieten, diese wieder so interessante Ausstellung mit chinesischer Malerei zu besuchen. Die beiden Künstler, Zhang Yizhi (1940 – 2004) und sein Sohn Zhang Bin, sind ein Bespiel für die soziale Veränderung Chinas der letzten 70 Jahre.

Zhang Yizhi bezeichnete sich selbst als »Bildende-Kunst-Arbeiter« der 1960er bis 1980er Jahre. »Kunst dient den Menschen« hieß es im sozialistischen China. Ein Künstler war dem Kollektiv verpflichtet. Die soziale Funktion ersetzte den individuellen Kunstausdruck. Die Rolle der Kunst in dieser Zeit verstand Zhang Yizhi als »Propaganda-Waffe«. Die von ihm damals entworfenen Filmposter spiegeln den Enthusiasmus der sozialistischen Ära.

Seine 50 »kleinen farbigen Zeichnungen«, die im ASAS Art Center in Zell am Harmersbach gezeigt werden, sind eine lebendige Illustration der politischen Natur der Kunst und zeigen den sozialen und kulturellen Hintergrund dieser Zeit. Die Werke Zhang Yizhis sind ein Symbol der Geisteshaltung dieser Zeit und stellvertretend für Tausende weitere »Grassroots«-Künstler. (Bilder im Anhang).

Zhang Bin, geboren 1966 und Sohn von Zhang Yizhi, spürte doch schon, wie viele seiner Generation, den Widerspruch zwischen Ideal und Realität. Aber auch ihn begleitete in seiner Kindheit und Jugend noch der Idealismus der Revolution, der »pathetische Held«. (Die chinesische Gesellschaft tendierte seit 1985 zur Verstädterung und damit zu Reformen und Öffnung, das Land integrierte sich mehr in das internationale System.)

Zhang Bins Arbeiten zeigen in historisch realistischen Bildern die Ära der Veränderung. Seine Serien »politischer Pop-Art« entstanden. Von 1995 bis 2007 zeigt Zhang Bin einen kreativen Mix von westlicher Popkultur und chinesischer Romantik. In den vergangenen zehn Jahren richtet der Künstler sein Augenmerk auf die soziale Realität während der Veränderungen in seinem Land. Auch wenn der kulturelle Geist der revolutionären Romantik noch besteht, liegt sein Fokus nun mehr auf der sozialen Spaltung während dieser Entwicklung. Er zeigt das Leben der Unterschicht und mischt es mit dem Glanz des städtischen Lebens.

Während Zhang Yizhi, der Vater, von seiner Zeit in einer passiven Rolle gehalten wurde, zeigt Zhang Bins Kunst eine aktive kulturelle Haltung.

Die Ausstellung wird bis zum Sonntag, 3. März 2019 zu sehen sein. Weitere Sonderöffnungstage hat das ASAS Art Center dafür vorgesehen am Samstag, 8. Dezember dieses Jahres sowie im neuen Jahr am Sonntag, 13. Januar 2019 sowie Sonntag, 24. Februar 2019, jeweils von 14 bis 18 Uhr.

Walter Bischoff und Team freuen sich auf zahlreiche Besucher.